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24.7.2010 von Lumpazi.
Es gibt Zeiten, da wäre ich gerne etwas anderes geworden als ein Schweinehund. Eine Katze z.B. Ich brauche mir nur anzusehen, was für ein gemütliches Leben unsere drei Muskeltiere haben. Ach, haben die es gut. Ich dagegen bin immer im Dienst und muss mich so sehr anstrengen. Moosi macht nämlich immer ganz andere Sachen, als ich gerne gehabt hätte.
Im Moment bin ich ihr deswegen nicht wirklich böse, denn es geht ihr leider seit einiger Zeit nicht sehr gut. Aber ich finde es sehr schwierig, Moosi davon zu überzeugen, dass sie sich mal was Gutes gönnen soll, damit es ihr bald wieder besser geht. Sie will einfach nicht auf mich hören, dieses sture Maultier.
Seit einigen Wochen hat Moosi Herzprobleme und es ist ihr oft schwindlig. Dazu hat sie auch Sehstörungen. Das bedeutet, sie kann zu Hause nicht Fernsehen, Lesen oder am PC sitzen, damit sie ihre Augen nicht überanstrengt. So schont sie ihre Augen für den Arbeitsplatz.
Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wie dieser Text wohl in Moosis PC reingekommen ist. Das war ganz einfach. Der Text wurde zuerst auf einem Blatt Papier notiert, und Herrchen hat ihn dann abgetippt. So habe ich doch weiter Tagebuch schreiben können, und Moosi auch, und ihr könnt nun alle lesen, warum ich mich über den ausgefallenen Sport in der letzten Zeit überhaupt nicht freuen kann.
Daß ich nicht am PC tippen darf, ist nämlich nicht das Einzige, was mich frustriert. Moosi hat ausserdem auch Probleme, mit mir Gassi zu gehen. Beim kleinsten bisschen Steigung schnappt sie nach Luft, und alle zwanzig Meter muss sie stehen bleiben. Daher macht sie nur ganz kurze Spaziergänge mit mir. Nach einem Viertelstündchen Fußweg geradeaus ist sie so fertig, dass sie sich aufs Sofa werfen möchte. Dabei ist das doch eigentlich meine Sache!
Meistens habe ich es ja ganz gerne, ein paar Tage faul herumsumpfen zu können, aber zwischendurch wünsche ich mir doch ein bisschen frische Luft. Und natürlich fehlen mir auch ein paar schöne Bäume, an denen ich mein Beinchen heben kann.
Ich habe im Moment wirkich nichts zu lachen zu Hause. Weil Moosi Angst hat, nun wieder so dick wie früher zu werden, ist sie sehr sehr streng mit Leckereien. Sie kümmert sich überhaupt nicht darum, was mir schmeckt und ich muss mir lauter so ekelige Dinge wie Sauerkraut, Bohnensalat, Obst, Gemüse und Pellkartoffeln mit Quark reinwürgen. Wo bleibt da die artgerechte Haltung?
Ich gebe aber trotz des schlechten Futters mein Bestes, mich um mein Frauchen zu kümmern. Schließlich bin ich ein braver und pflichtbewußter Schweinehund. So habe ich es tatsächlich geschafft, dass Moosi wieder 68 Kilo wiegt. Dafür habe ich doch wirklich eine Belohnung verdient, findet Ihr nicht? Und was bekomme ich? Genau. Nichts!
Nun ja, es gibt auch etwas positives zu vermelden: Das Buch von Mario Tranti bleibt jetzt endlich mal im Regal!
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10.7.2010 von Lumpazi.
Ich möchte mal wissen, wer Moosi diese Vorliebe für alles, was mit Garten zu tun hat, vererbt hat. Von ihrer Mutter hat sie es nicht. Die weiß nicht mal, dass beim Pflanzen das Grüne nach oben muss. Und auch nicht von ihrem Vater. Der kann nämlich Möhren und Unkraut nicht unterscheiden. Aber wer es auch war - er hätte einen schlimmen Tod verdient!
Immer, wenn sie irgendwo in Urlaub ist, muss Moosi unbedingt auf eine Gartenschau oder in einen Botanischen Garten gehen. Das ist dann immer eine richtige Tortur für meine Füße. Ich habe wirklich aufgeatmet, dass es im Allgäu keine Gartenschau gab und ich mal einen Urlaub ohne Gartenbesichtigung hatte.
Lange hatte ich allerdings keine Freude, denn es gibt ja leider auch noch die Wochenenden, an denen Moosi ihrer Hortomanie frönen kann. Zwar gibt es zur Zeit keine Gartenschau in unmittelbarer Nähe, aber das macht ja nichts. Denn wir haben ja noch den Westfalenpark in Dortmund. Hurra! In den dürfen nicht nur Westfalen rein, sondern auch Rheinländer, so wie Moosi. In diesem Park gibt es nicht nur kilometerweite Wege und eine Menge Rasen, Stauden und Teiche, sondern auch tausende von Rosen, weil dort das Deutsche Rosarium mit ca. 2.600 Rosensorten ist. Ihr ahnt es schon - diese Rosen wollte Moosi sich alle ansehen.
Wir machten uns also Samstags in aller Herrgottsfrühe auf den Weg, um pünktlich zur Öffnung des Parks da zu sein. Blöderweise hatte der Wettergott mal wieder gar kein Mitleid mit einem armen Schweinehund, sondern ließ die Sonne so richtig mit Schmackes herunterknallen. 36 Grad im Schatten, wirklich eine tolle Temperatur, um herumzulaufen.
Für Nachmittags waren Gewitter angesagt, aber Moosi ließ sich Zeit. Den gesamten Rosenweg sind wir Station für Station abgegangen. Jede einzelne Rosensorte wurde begutachtet, jedes Schild gelesen und mit Herrchen darüber gefachsimpelt, ob diese Sorte gut für dieses oder jenes Beet wäre. Dauernd steckte Moosi die Nase in eine der Rosenblüten und schnupperte daran. Wenn Ihr das gesehen hättet!
Als wir endlich eine Pause machten, konnte ich nur noch hechelnd unter einen schattigen Sonnenschirm wanken. Dann durfte ich endlich meinen Durst löschen. Ich glaube, Moosi hatte von der Hitze einen Sonnenstich, denn anschliessend wollte sie auch noch die Prachtstauden und Päonien besichtigen. Zum Schluss wollte sie dann noch den Florian besuchen, und ich fragte mich, wo der sein sollte. Ganz neugierig war ich auf den. Ich habe doch noch nie einen Heiligen gesehen.
Sankt Florian ist nämlich der Schutzheilige der Gärtner, und außerdem auch noch der der Feuerwehrleute. Da hat er bestimmt in diesem Park viel zu tun. So viel Gebüsch vor Feuer und so viele Pflanzen vor der Hitze zu schützen, ist bestimmt keine Kleinigkeit. Ich frage mich, ob er auch Schweinehunde vor Gärtnern schützt. Darüber kann ich beim googeln nichts finden.
Dann sah ich aber, dass der besagte Florian gar kein Heiliger ist, sondern ein Fernsehturm, der “Florian” genannt wird und mitten im Westfalenpark steht. Auf diesen Florian sind wir mit dem Aufzug raufgefahren und haben oben die schöne Aussicht genossen. Dann gab es noch einmal eine leckere Erfrischung, und danach sollte es endlich nach Hause gehen. Fünfeinhalb Stunden Qual endlich überstanden. Das war ein erhebender Augenblick.
Beinahe hätte Moosi alles verdorben, weil sie gerne die Treppe heruntergehen wollte, anstatt den Aufzug zu nehmen. Ich habe sie aber so flehend angesehen, dass sie Mitleid bekam, und so musste ich sie doch nicht ins Bein beissen. Da hat Moosi aber noch mal Glück gehabt!
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