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30.1.2010 von Lumpazi.
Puh, mein Leben als Schweinehund hat sich in den letzten zwei Wochen mächtig verschlechtert. Das kann eigentlich nicht dem Deutschen Tierschutzgesetz entsprechen, was Moosi sich mit mir erlaubt.
Zuerst war ich ja noch ganz happy, nach dem leckeren Fondue am letzten Samstag. Auch der Sonntag begann gar nicht schlecht. Ich bekam ein leckeres Frühstück, anschließend ging es an die frische Luft. Mittags gab es dann aus dem restlichen Fleisch ein köstliches Rahmgulasch mit Pfifferlingen und Nudeln. Das hat sooo gut geschmeckt. Aber Moosi hatte morgens damit gedroht, dass sie nach dem Essen wieder Löcher in den Wald pieken wolle.
Eigentlich habe ich mir keine Sorgen gemacht, denn ich kenne Moosi. Nach dem Essen trinkt sie einen Espresso und dann macht sie es sich gemütlich. Sie wird dann nämlich immer müde. Und ich habe ihr natürlich auch gut zugeredet, dass sie sich dringend von dem anstrengenden Spaziergang ausruhen müsse.
Leider hat sie mich aber überlistet, dieses elende Biest. Moosi hatte sich nämlich vor dem Essen umgezogen, und ich hatte gar nicht darauf geachtet, was sie da angezogen hatte. Es waren ihre Sportklamotten. Und die Stöcke lagen auch schon bereit. Als sie ihren Espresso getrunken hatte, stand sie auf und es ging in den Wald. Menno! So ein hinterlistiges Stück. Dabei wollte ich den Sonntag genießen.
So ging es dann die ganze Woche weiter, jeden Tag mindestens 1000 Kalorien hat sie versportelt. Stundenlang sind wir durch sämtliche Wälder in Remscheid getrabt, ich kenne mittlerweile jeden einzelnen Baum beim Vornamen. Im Folterstudio waren wir auch, Helmut hat Moosi ein neues Programm zusammengestellt. Jetzt muß ich noch mehr schuften als vorher.
Wenigstens gab es dann während der letzten Tage immer reichlich und lecker zu essen. Das war auch nötig, denn ich bin bald am Ende meiner Kräfte. Heute waren wir Einkaufen, zu Fuß durch den Schnee, und anschließend noch zweieinhalb Stunden im Wald.
Morgen wollen Moosi und Herrchen mit mir eine Wanderung durch die Wupperberge machen. Örgs. Da sind wir mindestens 4 1/2 Stunden unterwegs. Hilfe! Das überleb ich nicht.
Moosi hat schon 4,6 kg abgenommen und die Taille ist schon ganz gräßlich geschrumpft. Mein Bäuchlein leider auch. Wenn das so weiter geht, sehe ich bald aus wie ein Basset.
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23.1.2010 von Lumpazi.
Ich glaube, 2010 wird kein gutes Jahr für Schweinehunde. Bis Ende letzter Woche konnte ich mich mit meinem Fressi ja noch anfreunden, aber seit Moosis Figurtest knurrt mir ganz erbärmlich der Magen. Als ich am letzten Samstag schnell mal in Moosis Plan gespinxt habe, hätte ich am liebsten den Stecker aus dem Blechheini gezogen: Für die ganzen Tage bis einschließlich Samstag waren immer nur zwischen 1.200 und 1.400 Kalorien da eingetragen.Wie sollte ich davon satt werden? Und was würde Moosi da essen? Sicher nichts, was Schweinehunden schmeckt.
Es kam genau so, wie ich es befürchtet hatte: Viel zu viel Obst und Gemüse, Reis und Kartoffeln. Viiiel zuwenig Fleisch und Wurst, und üüüberhaupt nichts Süßes. Menno! Moosi hat auch schon eine ganze Menge abgenommen seit Anfang des Jahres. 3,9 Kilo sind weg, und mein Fell wird schon wieder bedenklich locker. Ich habe ganz laut protestiert, aber Moosi ließ sich nicht erweichen. Sie streichelte mich aber ganz liebevoll und tröstete mich mit dem Versprechen, dass es am Wochenende Fondue gäbe und ich dann soviel essen dürfe, wie ich wollte. Mann, habe ich mich gefreut.
Leider gab es mal wieder, wie immer bei Moosi, einen Trick bei der Sache. Zwar hat sie nicht am Essen gespart, weil das eh sehr wenig war, aber dafür hat sie jeden Tag ausgiebig Sport gemacht. Und das bei diesem scheußlichen Wetter. Ich fand es gar nicht schön, immer mit Moosi durch den Wald zu stapfen oder in Helmuts Sportfabrik an den Foltergeräten zu arbeiten. Aber ich war sehr tapfer, weil ich Angst hatte, dass Moosi den Fondueabend ausfallen lässt.
Heute wurde ich endlich belohnt. Ich bekam leckeres Fondue mit drei verschiedenen Fleischsorten und einer Menge Saucen, leckeren Salat und knuspriges Baguette. Am Schluss genehmigte Moosi sich noch einen Marillenbrand, und es wurde ordentlich warm in meinem Bäuchlein. Jetzt bin ich sooo müde von dem vielen Sport und dem guten Essen. Heute und morgen werde mich erst mal auf meinem Sofa ausruhen. Keine einzige Pfote bewege ich! Ich will ja nächste Woche nicht schlapp machen, wenn ich Moosi wieder beim Sport helfen muss.
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22.1.2010 von Moosi.
Nach dem nun selbst in meiner Fernsehzeitung kein Weg mehr an einer Wunderdiät gegen den Weihnachtsspeck vorbei geht, muss ich das doch wirklich einmal näher unter die Lupe nehmen. Mit dem, was ich bei Aiqum gelernt habe, kann ich das jetzt viel besser beurteilen als vor dieser Zeit. Also, was taugt das Ganze?
Zuerst mal das, was direkt ins Auge springt: Die plakative Überschrift und die verlockenden Bilder. Wie nennt sich das? Die “Gute-Laune-Diät”. Aha! Das klingt ja recht freundlich und lässt einen abwechslungsreichen und leckeren Speiseplan vermuten. Die abgebildeten Mahlzeiten sehen aber auch wirklich lecker aus. Sabber! Also gibt es erst einmal einen Pluspunkt.
Als nächstes lese ich die paar Zeilen der Zusammenfassung unter der Überschrift. Was denn?! Die Dauer der Diät beträgt fünf!!! Tage und das soll bei der abspeckwilligen Leserin fünf Pfund an Gewicht schwinden lassen. Na - das klingt jetzt aber eher suspekt!
So ein kurzer Zeitraum für 2,5 kg Abnahme lässt darauf schließen, dass hier in erster Linie Wasser und schwindendes Muskelgewebe den Gewichtsverlust verursachen. Man müsste 17.500 Fettkalorien abbauen, um das zu schaffen. Wie soll das gehen in so kurzer Zeit? Die einzige Methode, die ich kenne, wäre die Amputation eines Körperteiles. Für diese Aussage gibt es also einen Minuspunkt, und zwar,weil man den Diätwilligen suggeriert, dass sie dann die entsprechende Menge an Fett verlieren. Auf solche Versprechungen bin ich früher auch immer reingefallen und habe mich gewundert, dass ich so schnell abgenommen hatte, aber bereits am zweiten Tag mit normaler Kalorienzufuhr das Gewicht wieder drauf war. Jetzt weiß ich es besser und mache es richtig.
Als nächstes nehme ich mir also mal die Einzelheiten wie Konzept und Ernährungsplan für diese fünf Tage genauer vor. Möglicherweise ist das Ganze ja doch besser, als der erste Eindruck vermuten lässt. In einem Kasten rechts oben werden die Einzelheiten zu der Diät beschrieben. Was erwartet also den gespannten Moppel?
Der so genannte Experte dieser Zeitschrift, ein Ernährungswissenschaftler, behauptet, dass das Abnehmen mit dieser Diät so viel Spaß macht, weil hier Zutaten verwendet werden, die die Stimmung durch das Glückshormon Serotonin positiv beeinflussen sollen. Diese Zutaten sind Ananas, Tomaten, Tofu, Nudeln und Bananen. Außerdem soll durch Chili, Ingwer, Tofu, Tomaten, Kiwis, Papayas und Ananas auch noch die Fettverbrennung angekurbelt werden. Etwas Süßes zwischendurch soll zusätzlich die Laune der potentiellen Naschkatzen verbessern, die mit dieser Diät abspecken möchten.
Klingt auf den ersten Blick nicht schlecht, bis auf den Ingwer machen mir diese Lebensmittel Lust zum Nachkochen. Aber jetzt kommt die Kehrseite der Medaille: Laut Aussage des Ernährungswissenschaftlers dürfen wir alle diese Köstlichkeiten essen und kommen doch nur auf 1000 Kalorien pro Tag. Es sollen dazu mindestens 2 Liter Wasser getrunken werden. Täglich eine Stunde strammer Sport soll die Abmagerungskur abrunden.
O.K., reichliches Trinken und eine Stunde intensiver Sport sind ganz bestimmt sehr positiv für die Figur und den Stoffwechsel, und daher definitiv ein Pluspunkt Aber 1.000 Kalorien? Watt denn, watt denn? 1000 Kalorien für einen anstrengenden Arbeitstag, Hausarbeit und eine Stunde intensiven Kardiosport? Meine Meinung dazu: Ernährungswissenschaftler hin oder her, wer so ein Programm zusammenstellt, hat einen Knall. Das gibt von mir aber mächtig Minuspunkte!! Wer nur ein bisschen durchblickt, weiß, dass sich der ausgehungerte Körper seine Reserven ganz sicher nicht aus den Fettspeichern holt.
Grundsätzlich könnten Aiqum-geschulte Menschen die Diät natürlich aufstocken, indem sie ein paar zusätzliche gesunde Zwischenmahlzeiten einplanen und damit auf ihre Tageskalorienzahl kommen. Dann hätte man auch genug Energie für den Tag.
Aaaaber - wir sind hier nicht bei Aiqum und haben also nur unsere 1000 Kalorien. Nehmen wir uns also jetzt einmal die Mahlzeiten vor, und schauen an einem Beispieltag, wie sie sich zusammensetzen. Wird man davon denn wenigstens einigermaßen satt?
Die schlanke Frühstücks-Idee sieht vor, zwei Scheiben Kokos-Zwieback mit 40g Frischkäse 0,2 % Fett, 1 TL Kokos-Chips, 1 Kiwi und Zitronenmelisse zu belegen. Das Ganze hat 200 Kalorien (7g E, 27g KH, 7g F). Der Fettgehalt beträgt über 30 %, trotz des fettarmen Käses. Und die Kohlenhydrate kommen von Zucker und Weißmehl. Nööö - davon wird man ganz bestimmt nicht satt! Die beiden Zwiebäcke haben zusammen schon 126 Kalorien und sind für den hohlen Zahn. Dafür kann ich 60 g Graubrot oder ein ganzes Roggenvollkornbrötchen essen. Das hält viel länger vor und ist mit den restlichen Zutaten bestimmt auch sehr lecker. Ich sehe dieses Frühstück nicht als empfehlenswerte Mahlzeit an und gebe einen Minuspunkt.
Nun zum ersten Mittagessen: Mariniertes Rindersteak mit Chili-Rosenkohl, klingt eigentlich sehr gut. Was nehmen wir dafür? Ein 125g Rinderhüftsteak mit 150g Rosenkohl und - man höre und staune - üppige 30g!! Basmatireis. Dazu kommen diverse Sachen zum Würzen: Ingwer, Chili, Teriyakisauce, Limettensaft, Honig, Pfeffer und etwas Koriander. Die Gewürze sind prima, Steak und Gemüse auch. Aber der Reis! Wer soll von 30g Basmatireis satt werden? Pinocchio? Da kann man sich den Reis doch gleich von vornherein schenken. Ich würde auch hier wieder die gesundere Variante bevorzugen und Vollkornreis wählen. Der ist viel gesunder und hält länger satt. Diese Minimenge soll ja angeblich die Glückshormone wecken, wie uns der Kasten eben erzählt hat. Da sehe ich lieber im Fitnessstudio auf einen knackigen Männerkörper, da sieht das mit den Glückshormonen viiiel besser aus. Diese Mahlzeit hat 380 Kalorien (37g E, 38g KH, 9g F) . Sie ist zwar recht fettarm und bestimmt sehr schmackhaft, wird aber ganz sicher nicht lange satt halten. Ich tendiere beim Glücksgefühl also zum Männerpo und gebe für das Essen einen Minuspunkt.
Nun weiter zum Abendessen: Wow, es gibt Birnen-Preiselbeer-Pfannkuchen. Mjammmm!! Das klingt ja besonders köstlich! Dazu werden Eigelb, Butter, Buttermilch, Mehl, Backpulver, Zucker und Salz zu einem Pfannkuchenteig verrührt. Dann werden daraus 3 winzigkleine, mit je einer Birnenspalte und 1/2 Teel. Preiselbeeren aus dem Glas belegte Pfannkuchen gebacken. Das ist zwar ganz sicher deliziös, aber die Menge ist so zwergenhaft, dass man sie besser auf einem Puppengeschirr serviert. Tja, wieder mal nichts, um satt zu werden, es sei denn, man heißt Victoria Beckham.
Die Mahlzeit hat 270 Kalorien (6g E, 11g F und 36g KH). Wer bedenkt, dass die Kohlenhydrate hier wieder mal vorwiegend aus Weißmehl und Zucker kommen, wird sicher mit mir einer Meinung sein, dass auch das kein gutes Beispiel für gesunde Ernährung ist. Das frische Obst erschöpft sich in der Riesenmenge von ca. 1/4 Birne, der Rest sind Preiselbeeren aus dem Glas. Wie jeder weiß, ist das eine richtige Zuckerbombe. So eine Mahlzeit mag als “Leckerchen zwischendurch” durchgehen, aber nicht als gesundes Abendbrot. Ein ganz besonders cleverer Tipp empfiehlt, die restliche dreiviertel Birne als Zwischenmahlzeit zu essen. Klasse Idee! Eine ganze Frucht wäre auch wirklich Völlerei. Was gibt das also? Na klar - MINUSPUNKT!
Die Zusammensetzung der Speisen sieht an den anderen vier Tagen ähnlich aus: Mittags gibt es eine Portion Fleisch oder Geflügel, am letzten Tag gibt es Fisch. Abends Suppe, Salat oder Papaya und Ananas mit Parmaschinken. Kohlenhydrate kommen nur ein einziges Mal in Form von Vollkorn vor, und zwar gibt es 30g Vollkornreis. An den restlichen Tagen darf man entweder 50g Nudeln, 40g Reisnudeln, 40 g Baguettebrot, 25g Basmatireis oder einen Bagel essen. Einmal gibt es Hülsenfrüchte (50g rote Linsen). Kartoffeln sind nicht vorgesehen. Boah - hoffentlich habe ich noch genug Minuspunkte im Schublädchen.
Die empfohlenen Zwischenmahlzeiten sind so weit ganz in Ordnung: Eine kleine Banane, ein Apfel, 3 TL. Erdnüsse, 200ml Buttermilch, 100 g fettarmer Fruchtquark, 2 Stückchen Schokolade, etc.
Fazit: Die Mahlzeiten sind ganz bestimmt delikat, aber ich würde mit so wenig Essen nicht über den Tag kommen. Da würde meine Laune schon am ersten Tag vor lauter Magenknurren und Frust in den Keller gehen. Am Ende der Zeit hätte ich dann solchen Kohldampf und wäre so stinksauer, dass man mich besser gar nicht mehr anspricht. Ganz zu schweigen von den Heißhunger-Attacken, die ich anschließend bekommen würde. Wahrscheinlich würde ich irgendwo hinter einer Hecke lauern und dem nächsten ahnungslosen Jugendlichen den halb angebissenen Cheeseburger aus der Hand reißen. Gute-Laune-Diät? Schon allein das Wort Diät in Verbindung mit der Zahl 1000 (Kalorien) schließt für mich jegliche gute Laune aus. Das ist die Ernährung des Grauens! Je mehr ich davon esse, desto fetter wird das Grauen. Gott sei Dank, dass ich abnehme, ohne mir so etwas anzutun.
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20.1.2010 von Lumpazi.
Ich bin ja mit den besten Vorsätzen ins Jahr 2010 gegangen und wollte Moosi ein bisschen unterstützen, weil sie nach Weihnachten so deprimiert war. Aber heute habe ich mich erst mal von diesen Vorsätzen verabschiedet. Warum?
Nun, als ich heute morgen in Moosis Trainingsplan gelinst habe, sah ich doch da wahrhaftig “Nordic Walking, 60 Minuten” drinstehen. Wer hat das denn bestellt? Also ich ganz sicher nicht, das könnt Ihr Euch denken. Das hat bestimmt dieser schlimme Thomas von Aiqum da rein geschrieben, damit Moosi auf dumme Gedanken kommt.
Was mache ich also? Ich säusele Moosi ganz lieb ins Ohr, wie warm und gemütlich es in unserer Wohnung ist, dass es am PC mit einem guten starken Kaffee viel schöner ist als draußen in dem dicken Nebel, Nieselregen und Matsch. Hmmmmm…. und Moosi lauscht ganz gebannt, macht sich einen Kaffee und setzt sich hin. Und dann? Ja - und dann…
sieht Moosi, wie fleißig die Mädels im Wochen-Energiebilanz-Wettkampf sind. Und da steht sie doch tatsächlich auf, kippt sich den letzten Kaffee runter, schmeißt sich in die Trainingsklamotten und geht mit ihren Stöcken raus ins Freie, zum Löcher pieken. Mann, ist die bescheuert!
Igitt! Es nieselte, und man konnte nur ein paar Meter weit sehen. Und unsere Strecke im Wald war ganz glibberig, die obere Schicht Schnee war angetaut, und darunter war eine dicke Eisplatte. Ich kam mir vor wie in Grönland. Sozusagen “on the rocks”. Das war ein Elend, man konnte gar nicht richtig laufen. Und überall hatten Hunde ihre Häufchen hinterlassen. Alle paar Meter war so eine Stinkbombe. Ein Schweinehund würde so was niemals tun! Wir heißen zwar Schweinehund, aber wir sind nicht solche Ferkel.
Mann, war ich froh, als wir wieder zurück waren. Ich habe es mir gleich mit einem leckeren Abendbrot gemütlich gemacht. Hoffentlich ist am Donnerstag schöneres Wetter, denn dann spielt Moosi schon wieder “Stockente”.
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16.1.2010 von Moosi.
Nachdem ich mehrere Monate lang keinen Sport mehr gemacht hatte, war es höchste Zeit, meinen vor sich hin schnarchenden Stoffwechsel mal wieder zur Arbeit zu bewegen. Zwar hat man mitten im Winter nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, aber es lässt sich durchaus etwas verbessern.
Außer der Ernährung nach dem Aiqum-Plan habe ich nach dem Neustart daher auch Wert darauf gelegt, mich mehr zu bewegen, um den Grundumsatz zu erhöhen. An den ersten beiden Tagen habe ich daher mit meiner besseren Hälfte jeweils eine schöne Wanderung gemacht. Am ersten Tag hatte ich allerdings anschließend einen mächtigen Brummschädel. Ein Schneeschieber fuhr vor uns her und hatte nichts besseres zu tun, als den Schnee spiegelglatt zusammenzupressen. Und dann - patsch -lag ich auf dem Hinterkopf. Aber einen echten bergischen Dickschädel kann so schnell nichts erschüttern.
Leider kam dann für die nächsten anderthalb Wochen Joggen nicht mehr in Frage, wegen der dicken Beule am Kopf. Stattdessen habe ich mich für Nordic Walking entschieden und bei dem herrlichen Winterwetter hat das auch sehr viel Spaß gemacht. Als meine von Aiqum eingeplanten 60 Minuten herum waren, hatte ich überhaupt keine Lust, aufzuhören. So wurden immer annähernd 2 Stunden aus meiner Runde. Es war herrlich!
In der letzten Woche habe ich auch wieder angefangen, zusätzlich zu meinen Theraband-Kraftübungen in die Sportfabrik zu gehen. Mann, ich bin ganz schön aus der Übung.
Aber ich bin sicher, das ist schnell wieder hingebogen.
Im Moment bin ich wirklich voll motiviert. Es klappt mit der Abnahme, und ich habe wieder einen Job, zumindest für die nächsten fünfeinhalb Monate. Wenn das kein Glück ist.
Ich bin sehr zufrieden mit meinem Figurtest und auch sehr erleichtert, dass sich nun alles wieder in geregelten Bahnen bewegt. 2,7 kg habe ich bereits abgenommen und auch in der Taille einige Zentimeter verloren. Gottseidank, bald passe ich wieder richtig in meine Sachen.
Auch meine Prognose sagt nun schon etwas mehr aus als vor zwei Wochen:
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16.1.2010 von Lumpazi.
Au weh - hätte ich doch niemals gesagt, ich wolle mich bessern. Ich bin aber auch manchmal wirklich zu eifrig. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass ich mich danach sehnte, dass Moosi mal wieder in Wallung kommt, und schon hat sie mich so strapaziert, dass ich sie gerne beim nächsten Gassi gehen an die erstbeste Eiche fesseln würde. Oder besser noch an eine dicke Blutbuche, das klingt so schön brutal.
Ich habe ja gedacht, nachdem sie so lange gar nichts gemacht hat, würde sie es schön ruhig angehen lassen und ich könne mich ganz langsam wieder an sportliche Betätigung gewöhnen. Schließlich hat sie ja schon geschnauft, wenn sie die Treppe hoch gegangen ist. Aber nix da. Sie hat mich schon in der ersten Woche so rumgescheucht wie ein Spieß seine Rekruten. Wie macht die das? Ich glaube, die ist gedopt. Das ist echt nicht normal.
Bereits am ersten Samstag hatte sie nichts besseres zu tun, als mit Herrchen nach Burg an der Wupper und wieder zurück zu wandern. Das sind dreieinhalb Stunden Fußweg, und meine Pfoten sind doch noch gar nicht an solche Strecken gewöhnt. Nach einer Stunde taten sie ganz doll weh. Ich habe gejammert, aber Moosi, die olle Hexe, hat sich nicht darum gekümmert. Da habe ich ihr ein Beinchen gestellt, und sie ist ausgerutscht. Leider ist sie dabei auf den Hinterkopf geknallt und hat eine halbe Stunde lang nur lauter dummes Zeugs geredet. Danach machte sie wieder einen normalen Eindruck. Naja, so normal, wie ein Mensch eben sein kann.
Ich glaube aber schon, dass sie einen leichten Hirnschaden zurückbehalten hat. Sie hat nämlich die ganzen restlichen Tage wie eine Verrückte trainiert. Bis zu 2 Stunden Nordic Walking, und was für grauenhafte Strecken. Immer bergauf und bergab durch den Schnee. An den anderen Tagen trainierte sie mit diesem grässlichen rosa Gummiband oder machte Krafttraining in Helmuts Folterkammer. Bäh! Dazu ständig noch diese schrecklichen Fußmärsche. Ihr ahnt nicht, wie ich leiden muss. 12.286 Kalorien hatte sie bis gestern schon weggesportelt. Ihre Energiebilanz für die letzten zwei Wochen liegt unter 40%. Ich sehe mich schon beinahe wieder dahinsiechen.
So richtig lecker gegessen hat sie in den 2 Wochen auch nicht. Lauter angeblich gesundes, mageres Essen, was ich kaum heruntergekriegt habe. Aber ich musste wenigstens nicht hungern. Trotzdem sehne ich mich sehr nach richtigem Essen mit mächtig viel Fett.
Wenn sie anständig gegessen hätte, dann hätte sie sicher auch nicht so viel abgenommen. Sie ist jetzt runter auf 73,3kg, hat also schon 2,7 kg verloren. Ihre Taille ist um 4 cm und die Hüfte um einen Zentimeter schmaler geworden. Das sieht nicht sehr hübsch aus. Hoffentlich geht das nun nicht so weiter.
Eigentlich müsste ich sauer sein, aber seit ihrem Neustart sieht sie endlich wieder glücklich aus, und deshalb bin ich meinem Frauchen auch nicht böse. Seit gestern ist sie sogar noch fröhlicher, weil sie einen Teilzeitjob gefunden hat. Zwar nur bis Ende Juni, aber wenigstens lacht sie nun wieder.
Ihr seht, ich gebe mir sehr, sehr viel Mühe mit Moosi, obwohl das eigentlich eines Schweinehundes nicht würdig ist. Hoffentlich weiß sie das auch zu schätzen. Jetzt sitze ich mit wunden Pfötchen auf meinem Sofa und muss mich auch noch von diesem gemeinen Muskelkater piesacken lassen. Autsch, ist das gemein! Und draussen schneit es schon wieder, da ist gleich wieder Schneeschippen angesagt. Seufz!
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12.1.2010 von Moosi.
Heute war ich im Zeitungsladen, weil es mich mal wieder nach diversen Gartenzeitungen gelüstete. Da konnte ich gar nicht anders, als einen Blick auf die ganzen Frauenzeitschriften zu werfen, die gleich daneben im Regal standen.
Irgendwie läuft es einem kalt über den Rücken, wenn man in jeder davon die allerneueste ultimative “6-Pfund-in-sieben-Tagen-Diät” auf der Titelseite prangen sieht. Ganz Presse-Deutschland diätet gemeinsam den Weihnachtsspeck weg. Da wird einem richtig übel. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich bei Aiqum bin und weiß, wie man es richtig macht.
Natürlich ist es nicht verkehrt, vielleicht das eine oder andere Rezept aus so einem Diätplan nachzukochen, wenn es was Leckeres ist. Manche Rezepte sind erstaunlich gut. Aber die Gesamtmenge bei diesen Plänen ist für den hohlen Zahn. Da mag ich lieber so essen, wie es mein Plan vorsieht und habe ausreichend Kalorien für den Tag. Und immer das, worauf ich Appetit habe.
Was mich an diesen ganzen Diäten nervt, ist nicht nur, dass man davon nicht satt wird, sondern auch der ewig gleiche Jahresrhythmus: Anfang Januar gibt es zwei Wochen lang eine Diät, um den Weihnachtsspeck zu verlieren. Und weil dabei viel Obst und Gemüse gegessen wird, soll das angeblich aus dem Winterschlaf aufwecken.
Gleich danach ist Karneval und es wird ordentlich gesoffen Alkohol konsumiert. Dazu gibt es Faschingskrapfen, Chips, Salzstangen & Co. Unsere bunten Gazetten überschlagen sich mit Partytipps und Rezepten für die tollen Tage. Lauter leckere Partysalate, Häppchen und Cocktails für die Super-Karnevalsfete werden uns präsentiert, und natürlich müssen wir sie nachkochen.
Sobald der Aschermittwoch hinter uns liegt, beginnt die Fastenzeit. Genau richtig für den Deutschen Blätterwald, um die nächste Diätrunde einzuläuten. Und den Stoffwechsel durch Saftkuren und Schüsseln voller Rohkost wieder ans Arbeiten zu bringen. Zumindest solange, bis die ganze Muskulatur weggehungert ist. Hurra - die Verkaufszahlen für die nächsten zwei bis drei Wochen sind gerettet!
Nachdem das Deutsche Volk mal wieder massenweise Pfunde verloren hat, steht auch schon das nächste Fest vor der Tür. Es ist Östern in den Klöstern. Und womit feiert man dieses herrliche Fest? Richtig - mit einem schönen, reichhaltigen Ostermenü und einer Menge Kuchen und Schokolade. Die Kochanleitungen für all diese Schlemmereien finden Sie (selbstverständlich) im beiliegenden Sonderheft. Zusammen mit Rezepten rund ums Osterei. Passend begleitet von schnuckeligen Bastelanleitungen.
Damit sind die Auflagen für Ostern und für die Wochen danach auch gleich wieder im grünen Bereich. Denn was braucht der Leser jetzt ganz, ganz, ganz dringend? Richtig - eine Frühjahrsdiät. Also her mit Spargelkur, Erdbeerdiät und wasweissich. Und schon ist der Stoffwechsel aber so was von angekurbelt.
Sobald die brave deutsche Leserin diese magere Zeit tapfer überstanden hat und merkt, dass der Stoffwechsel doch nicht so bullert, wie sie dachte, ist auch schon das Pfingstfest da. Und der Tanz in den Mai. Und etliche weitere Feiertage.
Diese schöne Frühlingszeit muss man richtig genießen. Wie könnte man das besser als bei einem gemeinsamen guten Essen? Und bei etlichen Gläsern Wein oder ein paar Krügen Weißbier im nächsten Biergarten? Herrlich, so faul in der Sonne zu sitzen. Ein dicker Eisbecher darf natürlich auch nicht fehlen. Für die Leserinnen, die nicht so oft ausgehen, haben die schönen bunten Zeitschriften ausreichend kalorienreiche Anregungen auf ihren Seiten, damit sie auch was vom Leben haben.
Es naht der Urlaub und damit die Zeit, in der die weiblichen Wesen ihre Bikinis und Badeanzüge vom letzten Sommer aus den Schubladen wühlen. Rupf - zerr - reiss… Oh - was ist das? Letzten Sommer hat der doch noch gepasst. Ist der etwa eingelaufen? Das Material ist aber auch nicht mehr so gut wie damals in den Neunzigern. Das taugt ja gar nichts. Was tun?
Richtig - eine Diät muss her. Und zwar die Bikini-Diät. Besonders fortschrittliche Journale bieten frau noch einen kleinen Sonderbonus: Die Super-Bauch-weg-Gymnastik. Angekündigt mit der verlockenden Schlagzeile:”Garantiert bauchfrei in drei Wochen!” Leider wird nie gesagt, in welchen. Und was frau ohne Bauch anfangen soll.
Hurra, jetzt hat die Quälerei ein Ende. Der Urlaub ist da. Sommerferien - ab nach Malle oder die DomRep. Weil der Bikini vom letzten Jahr ohnehin nicht mehr modern war, hat man einen neuen im Gepäck. Ein bisschen größer als der letzte, aber dafür sitzt er richtig. Und wenn man unter Wasser ist, fallen die Speckpolster, die unten und oben herausschauen, nicht weiter auf. Dieses neckische Kleidungsstück reist nun mit seiner Besitzerin fröhlich in den All-Inclusive-Urlaub.
In so einer tollen Luxus-Ferienanlage wird man von morgens bis abends verwöhnt. Man nimmt alles mit, was man kriegen kann, schließlich hat man dafür ja bezahlt. Zwar kann man sich abends kaum noch vorwärtsrollen, weil der Magen so voll ist, aber egal. Zu verschenken hat keiner was. Schnell ist die schöne Zeit vorbei. Komisch, der Stoff von diesem Bikini war auch wieder nicht gut, das Teil kneift. Also wird es Zeit für die nächste Diät: Weg mit dem Urlaubsspeck.
Drei Wochen später: Die Diät ist vorbei und der Sommer auch. Jetzt wird das Wetter langsam kühler und man freut sich auf einen heißen Kakao auf dem Sofa. Die Zeitschriften locken uns mit leckeren Rezepten für Aufläufe, Gratins, Nudelgerichte und Co. Dazu Pflaumenkuchen, Apfeltorte und was das Herz sonst noch begehrt. Ein paar Streicheleinheiten für die Seele. Es ist nun auch die Zeit der Volksfeste und Erntedankfeiern, bei denen man es sich so richtig gut gehen lässt. Fazit: die nächste Diät muss dringend her.
Was machen wir als nächstes: Genau - die Kartoffeldiät! Und gleich anschließend, weils so schön war und wir die Kartoffeln sowas von leid sind, auch noch die Suppendiät. Jetzt haben wir die Chance, noch mal so richtig abzuspecken, bevor der Advent kommt.
Gesagt - getan. Und schon ist sie da, die Zeit der Christkindlmärkte, Adventskaffeekränzchen, Weihnachtsfeiern, Familientreffen und Plätzchenbackorgien. Alles lockt und duftet und die bunten Blätter sind voll mit leckeren Rezepten für das schönste Fest des Jahres. Der Backofen läuft auf Hochtouren und in den Bechern dampft der Glühwein. Schaaade - so schnell ist diese schöne Zeit vorbei. Diesmal kneifen die Kleider nicht, wir haben ja neue zu Weihnachten bekommen.
Nahtlos geht die Weihnachtszeit in den Jahreswechsel über. Jetzt ist Party angesagt. Silvesterpunsch, Partybuffet, Mitternachtssuppe, Krapfen und eine Menge Alkohol warten auf freudige Konsumenten. Und schon ist wieder ein Jahr vorbei und alles geht von vorne los. Und wenn sie nicht gestorben sind, diäten sie noch heute.
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2.1.2010 von Moosi.
Ich Idiotin habe mächtig zugelegt. Bis auf das Frühjahr war das Jahr 2009 leider nicht eines meiner besten. Eine Pechsträhne nach der anderen, gleich nach dem Ende des Urlaubs ging es los. Und zwar so:
Erst bekam ich die Kündigung, mit der ich erst zum Jahresende gerechnet hatte. Leider ging es der Firma noch schlechter als vor dem Urlaub. Dann hatte ich echten Stress, um alles in den letzten paar Wochen noch sauber zu übergeben und nichts angefangenes liegen zu lassen. Vor lauter Frust bin ich in meine alten Gewohnheiten zurückgefallen und habe mich mit Schokolade und Eis getröstet.
Danach hatte ich einen Vollzeit-Englischkurs, für den ich jede Woche stundenlang pauken musste. Schließlich habe ich seit 1979 beruflich kein Englisch mehr gebraucht, und das Lernen fällt mir auch nicht mehr ganz so leicht wie mit dreißig Jahr. Also blieb mir keine Zeit mehr übrig für Sport und gesundes Essen.
Es ist ziemlich ätzend, wenn man kein Essen mitbringen kann, weil man es in der Schule nicht futtern darf. Also gab es nur etwas Obst und ein Brötchen im Zug auf der Hinfahrt. Wir sind alle mittags zusammen in irgend einen Fastfoodladen gegangen. Abends hat mein Mann was für mich mitgebracht. Logisch, dass ich wahnsinnig zugenommen habe in diesem Vierteljahr. Neun Kilo in drei Monaten, das ist so was von frustrierend. Ein Trost dabei: alle in meinem Kurs haben genau so viel oder noch viel mehr zugelegt. Aber das ist keine Entschuldigung für mein Versagen. Ich hätte mir etwas einfallen lassen müssen. Es gibt immer einen Weg.
Etwas Positives gab es aber auch: Erstens habe ich den Kurs mit einer Eins abgeschlossen, obwohl ich am Anfang die schlechteste war. Und Zweitens hat mir das Fastfood gar nicht geschmeckt, es hat mich richtig angeekelt. Ich habe also doch was gelernt in den letzten Jahren. Früher habe ich so ein Essen genossen.
Im Nachhinein denke ich aber, das Problem war eher der fehlende Sport, denn ich habe von der Menge her nicht sehr viel gegessen, nur leider zu ungesund. Ich hätte mich einfach nur durchringen müssen, zu joggen. Aber das habe ich nicht gemacht.
Ich nahm mir vor, nach dem Kurs ordentlich Sport zu machen, damit ich bald wieder dünner sein würde. Es ist ganz schön nervig, wenn man beim Vorstellungsgespräch verzweifelt nach angemessener Kleidung sucht, die passt. Deshalb hatte ich bei Aiqum einen Spendenmarathon gestartet, um die ersportelten Kalorien in Form barer Münze an das Tierheim zu spenden. Aber aus dem Sport wurde dann erst mal nichts, ich bekam nämlich Virusgrippe. Deshalb nahm ich mir vor, gleich nach dem Jahreswechsel wieder einzusteigen. Über Weihnachten ist das nicht so günstig, da wäre ich gleich gescheitert. An das Tierheim habe ich pauschal 50€ gespendet.
Ich habe also die Adventszeit genutzt, mich auf Weihnachten zu freuen und mich auf den Sinn dieses Festes konzentriert. Und ich habe mich um meine Mutter gekümmert, die nun ins Krankenhaus muss. Gleichzeitig habe ich mich innerlich darauf vorbereitet, 2010 neu zu starten. Und jetzt ist es soweit. Ich habe den Neustartknopf gedrückt.
Mein Kampfgewicht beträgt 76 Kilo. Meine Maße: Brust 112 cm, Taille 92 cm, Hüfte 107 cm, Oberschenkel 58 cm und Oberarme 32 cm. Das muss besser werden. Immerhin sind die Maße besser als beim gleichen Gewicht vor ca. 2 Jahren. Es muss also noch Muskelmasse übrig sein. So sieht meine derzeitige Prognose aus:
Also - let’s go on. 2010 wird mein Jahr!
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2.1.2010 von Lumpazi.
Hallo liebe Tierfreunde,
sicher habt Ihr mich schon total vergessen, weil ich so lange nichts von mir hören ließ. Oder Ihr wisst doch noch, wer ich bin und dachtet, Moosi hätte mich im Tierheim abgegeben. Aber das hat sie nicht.
Etwas anderes viel schlimmeres ist mir passiert. Etwas, wovon ich immer gedacht habe, dass es richtig gut wäre. Besser gesagt, die Erfüllung meiner schönsten Träume. Ihr ahnt es schon - ich habe endlich das bekommen, was ich mir die ganze Zeit gewünscht habe: Ein süßes Leben mit leckerem Essen, einem bequemen Sofa und vielen kuscheligen Kissen und Decken. Ganz für mich allein! Aber ein altes Sprichwort sagt: Überlege gut, bevor Du einen Wunsch aussprichst, denn er könnte in Erfüllung gehen. Und so war es auch. Diese verflixte Sternschnuppe!!
Bis zum Urlaubsende war alles wunderbar, obwohl ich damals dachte, ich würde von Moosi sehr schlecht behandelt. Wir waren nämlich in den Ferien im Allgäu, zum Bergwandern. Für einen Schweinehund wie mich ist das natürlich der blanke Horror und Moosi wurde in diesen zwei Wochen auch immer dünner, obwohl sie gefuttert hat wie ein Weltmeister. Da bekam ich schreckliche Panik und sah in Gedanken schon mein baldiges Ableben kommen.
Eine Woche später saß ich gemütlich auf meiner bevorzugten Gartenliege und sah in den Abendhimmel. Plötzlich erschien eine Sternschnuppe. Ich ergriff blitzschnell die Gelegenheit und wünschte mir, endlich wieder mein altes, gemütliches Leben zurückzubekommen. Und - ich könnte mich jetzt noch vor Ärger in meinen Ringelschwanz beißen - ich bekam es auch.
Moosi bekam nämlich drei Tage später die Kündigung von ihrem Job und war total deprimiert. Sie hatte zwar schon seit Monaten gewusst, dass ihr Arbeitsplatz bald eingespart werden musste, aber sie hatte erst zum Jahresende damit gerechnet. So machte sie in den letzten vier Arbeitswochen viele Überstunden, um alles ordentlich zu übergeben. Ich durfte die ganze Zeit im Garten liegen und mich sonnen. Und Moosi teilte eine Menge Schokolade und Pinacolada-Eis mit mir. Es war wie im Paradies.
Danach hat Moosi einen Englischkurs in der Berlitz-School in Wuppertal gemacht. Sie wäre gerne mit mir Gassi gegangen, aber sie musste jeden Abend und auch am Wochenende stundenlang am PC sitzen und üben. Sie konnte nämlich noch nicht so viel Englisch wie die anderen im Kurs und musste viel nachholen, weil sie zwei Level höher eingestiegen ist, als das Testergebnis vorgeschlagen hatte. Sonst wäre sie in den drei Monaten nicht bis zur letzten Stufe gekommen. Also hatte sie für ihren Sport keine Zeit. Ich war natürlich froh darüber, schließlich ist es auf dem Sofa viel gemütlicher.
Abends hat unser liebes Herrchen immer was leckeres mitgebracht, wenn er nach Hause kam, Moosi hatte nämlich keine Zeit mehr zum Kochen. Das war alles äußerst lecker und ich habe ein wunderschönes rundes Bäuchlein bekommen. Tagsüber habe ich Moosi auch in die Schule begleitet. Das war ein ganz übles Institut. Man durfte dort nämlich in den Klassenräumen und dem PC-Raum nichts essen, und es gab keinen speziellen Pausenraum. Einfach barbarisch!
In ihrem Kurs waren ganz viele nette Leute, und alle hatten einen Schweinehund. Für uns gab es im Klassenraum eine breite Fensterbank, auf der ich mit den anderen Viechern bequem herumliegen und in die Fußgängerzone hinab sehen konnte. Natürlich gründeten wir gleich eine Gewerkschaft für Schweinehunde und setzten energisch unsere Rechte durch. So kam ich dann doch noch zu meinem Mittagessen. Lauter gute Sachen: Döner, Burger, Lachsrösti, Ente mit Satésauce, Sushi, Pizza, Curry-Pommes rot-weiß und noch mehr leckere Mahlzeiten.
Nach dem Kurs glänzte mein Fell wie Seide und Moosi war wieder wunderschön rund und wohlgeformt. Aber sie freute sich kein Stück, das dumme Ding! Sie grummelte und war schlecht gelaunt. Dabei hat sie doch eine Eins auf ihrem Englisch-Zertifikat. Ist das etwa kein Grund zum Strahlen? Verstehe einer die Frauenzimmer. Denen kann man auch gar nichts recht machen!
Ende November wurde dann zuerst das Herrchen und danach auch Moosi ziemlich krank. Sie hatten aber keine Schweinegrippe, daher haben sie mich nicht angesteckt. Es war bloß ein normaler Grippevirus. Bestimmt kam das von ihrer schlechten Laune. Grippeviren lieben das.
Leider wurde ihre Stimmung auch nicht besser, als das Fieber wieder weg war. Dabei hatte sie doch allen Grund zur Freude. Gleich vier Vorstellungsgespräche in anderthalb Wochen hatte sie ergattert. Moosi hätte jubeln müssen, doch was tat sie? Sie stand fluchend vor dem Kleiderschrank und pfefferte wütend ihre Röcke und Hosen in die Ecke. Die passten nämlich fast alle nicht mehr.
Als ich sie trösten wollte, jagte sie mich aus dem Zimmer und nannte mich “blöder Köter”. Darauf versuchte ich mich wieder einzuschmeicheln und bat Moosi, ein bisschen mit mir Gassi zu gehen. Das war ein Fehler, denn jetzt wurde ich erst richtig angepfiffen. Sie hätte keine Zeit für Gassi. Sie dürfte jetzt erstmal in ihren ollen Klamotten kramen und auch noch einen neuen Rock kaufen. Ich solle endlich machen, dass ich verdufte. Frauchen war richtig böse. Ich kniff traurig mein Ringelschwänzlein ein und trottete zu meinem Sofa. Langsam kam mir eine Ahnung, dass mein Wunsch vielleicht ein bisschen voreilig war.
Um Weihnachten war Moosi dann völlig ungenießbar, weil sie sich Sorgen um ihre Mama machen musste. Die ist nämlich krank und muss ins Krankenhaus. So hatte ich auf einmal niemanden mehr, der sich um mich kümmerte. Was nützt das schöne Sofa, wenn ich ganz allein drauf liegen muß? Und auch die leckeren Weihnachtsköstlichkeiten haben mir gar nicht geschmeckt. Ich musste immer daran denken, wie Moosi mit traurigem Gesicht vor dem Spiegel gestanden hat. Warum freut sie sich denn nicht über ihren hübschen runden Bauch? Sie ist wirklich ein merkwürdiges Frauchen. Jetzt bereute ich meinen voreiligen Wunsch ganz bitterlich, denn mein Leben ist ganz und gar nicht mehr herrlich. Da hilft das beste Essen und das kuscheligste Sofa nichts.
Nun ist das neue Jahr gekommen und Moosi hat die Gelegenheit ergriffen, mich ordentlich am Fell zu zauseln. Sie will wieder durchstarten, hat sie gesagt. Dann hat sie mir eine Strafpredigt gehalten. Sie hat mit langen Joggingrunden und dem Sado-Maso-Studio von Helmut gedroht. Bei Winterwetter will sie lange Schneewanderungen machen und Löcher in den Wald stechen. Nordic Walking heißt das.
Wißt Ihr was? Ich habe mich gefreut. Ich habe so getan, als ob ich ganz zerknirscht bin. Aber ganz insgeheim bin ich sooo erleichtert, dass sie nun wieder lächelt und sich mit mir beschäftigt. Ich glaube, sie hat mich wieder lieb.
Bei der nächsten Sternschnuppe bin ich vorsichtiger. Oder ich überlege ein paar Tage vorher, was ich mir wünsche und warte auf die nächste Schnuppe. Aber so was wie beim letzten Mal, das mache ich nie, nie wieder. Ehrlich.
Euer Lumpazi
PS: Seid vorsichtig, wenn Ihr eine Sternschnuppe seht!
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