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10.4.2011 von Lumpazi.
Endlich habe ich mal eine kleine Verschnaufpause. Moosi hat ihren obligatorischen Heuschnupfen. Sie ist allergisch gegen Hasel- und Birkenpollen. Eigentlich hatte sie schon seit Ende Februar leichte Schwierigkeiten, aber in den letzten Tagen ist es ganz extrem und sie schnieft wie verrückt. Moosi hat auch ganz rote Triefaugen. Deshalb hat sie nicht so besonders gute Laune. Ich schon, weil Moosi immer Schokolade futtert, wenn sie Frust hat.
Weil sie so schlecht Luft bekommt, kann sie nicht trainieren und ich brauche mich nun schon einige Tage nicht mehr zu schinden. Nur noch ein bisschen walken und zur Arbeit gehen, mehr nicht. Ich bin vielleicht froh! Ich liiiebe Heuschnupfen! Allerdings nur, wenn Moosi ihn hat. Sicher hat der liebe Gott diese Sache extra erfunden, damit wir armen Schweinehunde nicht an Überarbeitung oder Auszehrung sterben.
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27.3.2011 von Lumpazi.
Immer wenn ich denke, jetzt kenne ich Moosis gesamte Trickkiste, dann muss ich feststellen, dass ihr doch wieder was eingefallen ist, um mich zu schikanieren. So ein Satansweib! Das macht sie alles nur, weil sie kein Gewicht verliert. Dabei wird sie zusehends dünner, einige Jeans schlabbern schon richtig.
An die Wanderungen und die immer größeren Walkingrunden habe ich mich längst gewöhnt, ebenfalls an die Fußmärsche zur Arbeit, das Krafttraining und die Gymnastik. Auch die Laufrunden um die Talsperre habe ich zähneknirschend hingenommen und mich damit getröstet, dass das Frauchen wegen der vielen Bewegung mehr Appetit hat, und ich dann nicht immer so einen mageren Fraß bekomme.
Aber nun ist das Maß voll. Jetzt darf ich selbst Sonntags nicht mehr ausschlafen. Es nervt mich sowieso schon, dass ich in der Woche so früh aufstehen muss, damit Moosi vor der Arbeit noch Zeit für ihre Übungen hat. So was ist ungesund!
Seit Anfang März geht es auch Samstags früher aus den Federn, damit beim Laufen an der Talsperre noch nicht so viele Leute da sind. Moosi hasst es, wenn hunderte von Schnatterenten unterwegs sind. Und seit heute darf ich nicht mal mehr am Sonntag gemütlich in meinem Körbchen liegen und aufs Frühstück warten. Nein - im Gegenteil. Ich muss um halb fünf aufstehen.
Mrs. Sklaventreibers neue Schikane nennt sich “Sonnenaufgangs-Wanderung”. Sie sagt, das wäre eine wunderschöne Sache, weil man so früh am Morgen das Wild beobachten könne. Heute morgen in aller Herrgottsfrühe - das heißt um halb sechs - sind wir also losgezogen. Ohne richtiges Frühstück, es gab nur eine Banane und ein Glas Milch. Wir sind von hier über Reinshagen runter nach Müngsten gegangen, durch die Wupperberge bis Unterburg und dann wieder rauf nach Hause. Natürlich den steilsten Berg, war ja klar!
Moosi und Herrchen waren total gut drauf, weil sie eine Menge Viehzeugs gesehen haben. Rehe und Hasen, einen Bussard, einen Fischreiher und eine Menge Singvögel. Wenn sie Tiere sehen wollen, können sie das doch auch zu Hause haben. Im Garten gibt es auch Vögel, außerdem haben wir drei pelzige Katzenviecher, und natürlich meine Wenigkeit. Ist das etwa nichts?
Vier Stunden hat es gedauert, und dann waren wir endlich wieder zu Hause und ich durfte frühstücken. Ich bin völlig platt und kann mich bestimmt drei Tage nicht mehr bewegen. Seid mal ehrlich - so was ist doch nicht tierfreundlich, oder?
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13.3.2011 von Lumpazi.
Ist es zu fassen? Jetzt hatten wir endlich die ganzen Wanderungen aus dem berüchtigten kleinen Büchlein ausprobiert, und ich hatte mich schon gefreut, dass endlich mal Ruhe ist. Nix mit Steigungen hochquälen. Mario Tranti wurde aus der Tasche genommen und ins Bücherregal verfrachtet. Jieppieh - weg damit! Doch natürlich hatte ich mich umsonst gefreut. Grrr…
Moosi war nämlich am letzten Wochenende in der Buchhandlung Potthoff und dort gab es eine Sonderaktion. Lauter Wanderbücher aus der Region wurde angeboten und Madame Tierquäler hat richtig zugeschlagen. Diese Geldverschwendung! Jetzt hat sie wieder ein neues Büchlein in der Tasche. Das ist von so einem anderen komischen Wandervogel. Der heißt Jörg Mortsiefer und hat lauter Wanderungen rund um Wuppertal in sein Büchlein geschrieben.
Ich hatte immer gedacht, in Wuppertal wäre es besser für Schweinehund als hier, weil man doch durch die ganze Stadt mit der Schwebebahn fahren kann. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Heute morgen haben wir dann gleich das Büchlein ausprobiert, aber wir haben die kleinste Wanderung genommen, weil ich so laut gejault haben.
Na wenigstens hat Moosi in den letzten zwei Wochen wieder kaum Gewicht verloren, das ist ein kleiner Trost. Und da kann auch so ein Tranti oder Mortsiefer nix dran ändern.
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27.2.2011 von Lumpazi.
Seitdem Ernst wieder bei uns wohnt, ist Moosi immer unausstehlicher geworden. Ständig werde ich mit sportlichen Aktivitäten genervt und bekomme ein Futter, von dem nicht mal ein Meerschweinchen satt werden könnte. Aber letzte Woche hat es mir gereicht - ich bin auf die Barrikaden gegangen.
Als Moosi am letzten Samstag schon wieder toten Fisch mit Pellkartoffeln gekocht hat und es am Tag darauf Maisküchlein zum Mittagessen gab, ist mir der Kragen geplatzt, und ich habe sie mal so richtig in die Wade gebissen. Sie hat vor Schmerz laut aufgeschrien und ich habe sie ganz ganz böse angeknurrt - so richtig gefährlich. Bestimmt hat sie gedacht, ich wäre zum Kampfhund mutiert.
Dann habe ich ihr gesagt, was für eine Tierquälerin sie ist. Besser gesagt, habe ich sie mal so richtig angeschnauzt. Jetzt weiß sie, was ich von ihrer Behandlung und ganz besonders von dem Schlangenfraß halte, den sie mir immer vorsetzt. Zuletzt habe ich ihr mit dem Tierschutzverein gedroht. Da bekam sie ein schlechtes Gewissen, und so haben wir einen Kompromiss geschlossen.
Jetzt bekomme ich wieder genug leckeres Essen, und Moosi macht jeden Tag noch etwas mehr Sport. Und Ernst hat eine Woche Urlaub, der hat nämlich auch gemeutert, weil er so viel Streß mit Moosis Motivation hat.
Nun sind wir alle zufrieden. Ich bin wieder satt und kriege leckeres Essen, muss allerdings dafür auch ziemlich viel laufen. Ernst genießt ein Wochenende weit weg von uns, und Moosi freut sich, dass sie wieder etwas abgenommen hat. Na also - geht doch!
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13.2.2011 von Lumpazi.
Kann mir mal jemand sagen, warum Moosi ihre Walking-Runden andauernd noch ein bisschen verlängern muss? Immer wenn ich denke, sie ist gleich zu Ende und ich darf mich ausruhen, dann hängt sie noch ein Stückchen dran. Das ist richtig gemein.
Das allerschrecklichste ist, dass Moosi heute auch noch wieder angefangen hat, um die Talsperre zu joggen. Erst hatte ich noch etwas Hoffnung, weil Moosi gesagt hat, dass sie sich noch sehr schlapp fühlen würde und sicher die Runde nicht schaffen würde. Aber leider war Ernst mit dabei und hat sie angefeuert. Und so hat sie sich mächtig angestrengt und die Runde durchgehalten, und ich musste immer nebenher. 2,9 km lang - eine halbe Stunde Qual. Und dann sagte Moosi noch, demnächst müsse das aber schneller gehen, und dass eine Runde viel zu wenig sei. Hilfe! Was soll ich denn bloß tun? Das muß ich ungedingt verhindern.
Jetzt habe ich Blasen an den Pfoten und sie sind ganz wund. Muskelkater in den Beinen habe ich auch. Das tut richtig weh und ich kann nur noch hinken und gar nicht mehr richtig laufen. Autsch! Ich glaube, ich muß zum Tierarzt.
Ein Glück, dass es wenigstens in der letzten Zeit öfter mal Sonnenschein gibt und ich nicht auch noch im Regen herumlaufen muss. Wenn ich dabei auch noch ein nasses Fell hätte, hätte ich wahrscheinlich schon eine Lungenentzündung.
Mit dem Essen der letzten zwei Wochen konnte ich mich auch nicht wirklich anfreunden. Es ist viel zu wenig und überhaupt nicht lecker. Ich mag kein Obst und auch keinen Salat. Und Vollkornbrot mit Putenwurst oder Corned Beef ohne Butter drunter finde ich auch nicht sehr verlockend. Ganz zu schweigen von diesen ekligen Pellkartoffeln. Moosi scheint eine wahre Vorliebe dafür zu haben, sie isst sie total gerne. Bäh! Anstatt Fleisch gibt es dauernd toten Fisch. Der macht überhaupt nicht richtig satt.
Logisch, dass mein Aussehen sehr unter der miesen Behandlung gelitten hat. Wie soll ich mein Gewicht halten, wenn Moosi mich so schikaniert? Sie selbst hat auch abgenommen, und freut sich darüber. Wie kann man nur!
Einen kleinen Lichtblick gab es aber doch in der letzten Woche: Moosi hatte Freunde zum Fondue eingeladen, und da habe ich mir so richtig den Bauch vollgeschlagen mit vier verschiedenen Fleischsorten, leckeren Saucen und eingelegtem Gemüse. So konnte ich wenigstens das Schlimmste verhindern.
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31.1.2011 von Lumpazi.
Ich glaube, der Schock von vor zwei Wochen hatte Moosi nicht nur kurz die Laune verdorben. Nein - es ist alles viel schlimmer als ich dachte. Ich glaube, mein Frauchen ist total durchgeknallt. Wahnsinnig geworden, übergeschnappt und geistig weggetreten. Alles gleichzeitig!
Nach ihrem letzten Figurtest hatte Moosi mit Ernst ein langes Gespräch unter vier Augen geführt. Anschließend schob sie den Crosser ins Lesezimmer und holte die Gymnastikmatte und das Theraband aus dem Schrank. Ich sage Euch, mir wurde es Angst und Bange, besonders, als ich Ernst so schadenfroh grinsen sah.
Meine schlimmsten Befürchtungen wurden Wirklichkeit. Moosi hat ihr Krafttraining wieder aufgenommen. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag hat sie sich (und mich) mit ihrem Theraband geschunden. Anschliessend musste ich noch mit ihr zu Fuß zur Arbeit gehen. Dabei war ich müde wie ein Hund und konnte kaum noch kriechen. An diesen drei Wochentagen hat Moosi nur einen halben Arbeitstag und dafür mehr Zeit für Bewegung. Leider.
Abends riss sie das Fenster auf und fing an, ihren Crosser zu quälen. Ich fror jämmerlich und war heilfroh, dass sie zuerst nur 10 Minuten schaffte. Jetzt hat sie sich aber schon auf 30 Minuten hochgearbeitet.
Ernst hat sie tüchtig angefeuert. Er hat sie auch ermutigt, wieder walken zu gehen und am Wochendene mit Herrchen zu wandern. Dabei war in der vergangenen Woche ganz schlechtes Wetter. Total verregnet. Ich hasse diesen idiotischen Ernst. Und frische Luft im Winter hasse ich auch!
Was war das Ende vom Lied? Heute beim Figurtest hatte Moosi 700 Gramm weniger auf der Waage und ein glückliches Leuchten im Gesicht. Sie sagt, die Sonne würde so schön scheinen, weil sie und Ernst sich so viel bewegt hätten. Die spinnt ja! Nun bin ich schlecht gelaunt und müde und kriege nicht mal einen Pott Kakao mit Sahne oder ein großes Stück Schokolade zum Trost. Das ist so gemein!
Es fehlt nur noch, das Moosi das Buch von Mario Tranti wieder aus dem Regal holt. Ich muss es unbedingt verschwinden lassen, bevor sie wieder daran denkt.
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23.1.2011 von Lumpazi.
Heute in den frühen Morgenstunden verstarb unerwartet und viel zu früh in Ausübung seines Amtes Herr Wiegbald Sechzig. Mit Bestürzung und Trauer nehmen wir Abschied von einem treuen Freund.
Seit 1998 war Herr Sechzig als digitale Personenwaage in den Diensten von Frauchen Moosi tätig. Für seine großen Verdienste wurde ihm 2009 als Ehren-Auszeichnung der goldene Doppelzentner verliehen. Sein objektiver Charakter wird uns fehlen. Möge sein Leuchtdisplay ewig glühen.
Ruhe in Frieden!
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16.1.2011 von Lumpazi.
Ääätsch, gewonnen! Ich hab es ja gleich gewußt, dass unser Ernst nur von außen was taugt. Er sieht ja recht gut aus mit seinen kräftigen Muckis, wenigstens für Menschen, aber das ist nur Fassade. Es ist aber nichts dahinter, vor allem kein Hirn, und deswegen ist Ernst nun nicht mehr Moosis Liebling.
Beim Figurtest heute Morgen hat Moosi einen lauten Schrei ausgestossen. Und was für einen! Es hörte sich an wie der Todesschrei von einem Elch. Mindestens.
Drei Kilo hat sie zugenommen innerhalb von zwei Wochen! Dabei war Moosi total streng und hat nur ganz ekelige Sachen wie Obst und Gemüse, Joghurt, Brot und Reis gegessen. Fast gar kein Fleisch, und das bisschen war auch noch total mager.
Mit der Ruhe auf dem Sofa war es in den letzten zwei Wochen auch vorbei, weil Moosi wegen diesem idiotischen Muskelprotz ein Riesen-Theater gemacht hat. Kaum taucht ein knuspriges Mannsbild auf, fangen die Menschenmädels an zu spinnen. War aber völlig umsonst, denn Ernst hat es trotz aller Mühe nicht geschafft, dass Moosi abnimmt. Im Gegenteil.
Ich armer Schweinehund musste brav das ganze Programm mitmachen, und Moosi ist trotzdem grummelig und ungenießbar. Sie könnte eigentlich mal etwas freundlich sein und mich loben, weil ich immer folgsam bei Fuss gegangen bin. Wirklich, das hätte ich verdient! Na ja, zugegeben - ich hab versucht, ihr was ins Ohr zu flüstern, über artgerechtes Essen und mein Lieblingssofa, aber Ernst hat mich gefesselt und geknebelt. Grmmmphffff…. Beinahe wäre ich vor Wut erstickt.
Nun ist Moosi sehr sauer auf ihren gut gebauten Personal Trainer, und sie hat mit ihm geschimpft. Sie hat Ernst angedroht, dass seine Tage hier gezählt sind, und sie hat eine Annonce aufgegeben: “Rubensfrau mit Anhang (Schweinehund) sucht knackigen, sportlichen Ernst für gemeinsame Freizeitgestaltung”. Ich sage euch, dieser eingebildete Schönling hat ziemlich sparsam geguckt. Und Moosi hat vor lauter Frust einen Piccolo geköpft. Jippiieh!
Ich habe natürlich jetzt allerbeste Laune, denn ich sehe wieder rund und wohlgeformt aus, so richtig zum Anbeißen. Gut, dass Moosi nicht weiss, wie dämlich unser Ernst wirklich ist. Ich habe ihm ein Buch gegeben, wo draufsteht: “Wie man Schweinehunde aushungert”. Pech für Ernst. Unter dem Umschlag ist ein anderes Buch: “Artgerechte Haltung und Pflege für Schweinehunde”. Und dieser Vollspacken hat es nicht gemerkt. Höhöhö…. Ich sehe schon, 2011 wird mein Jahr!
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2.1.2011 von Lumpazi.
Kaum hat man sich ein bisschen an ein schweinehundewürdiges Leben gewöhnt, ist es auch schon wieder aus damit. Moosi musste heute einen neuen Figurtest machen, weil durch ein Datenbankproblem ihre Ernährungsplanung bei Aiqum kaputt gegangen ist.
Als sie auf die Waage gestiegen ist, hat sie einen Schock bekommen: Sie hat nämlich zugenommen und wiegt 71 Kilo. Dabei hat sie ab dem ersten Weihnachtstag gar nicht viel gegessen, weil sie die Schlemmerei so leid war. Mit so einer Zunahme hatte sie gar nicht gerechnet, denn am 25.12. hat sie ja noch 69 Kilo gewogen.
Deshalb hat sie gleich nach Ernst gerufen und der ist jetzt wieder bei uns eingezogen. Er hat auch eine Hundepeitsche mitgebracht, und damit droht er mir nun immer, wenn ich mal ein bisschen aufmucke.
Moosi will sich streng an ihren Ernährungsplan halten. Glücklicherweise ist der aber für die nächsten 2 Wochen viel höher als sonst. Deshalb muss ich auch nicht Hungern und kann mein Bäuchlein ordentlich vollschlagen. Moosi hat auch noch ein Piccolöchen von Silvester im Kühlschrank, das muss sie unbedingt noch trinken, damit es nicht schlecht wird.
Jetzt hoffe ich nur, dass sie auch wirklich alles isst, was im Ernährungsplan steht. Und dass sie möglichst wenig Sport treibt. Schaun mer mal!
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25.12.2010 von Lumpazi.
In den letzten Tagen bin ich aber mal so richtig auf meine Kosten gekommen: Beinahe jeden Tag war Moosi irgendwo zum Feiern verabredet, und ich durfte jedes Mal mit. Und jedes Mal gab es leckeres Essen und Glühwein, Kakao oder Rotwein.
Zweimal waren wir in Elberfeld auf dem Weihnachtsmarkt. Zweimal hat Moosi sich mit ihren Exkollegen von Vaillant am Glühweinstand vor der Eisbahn getroffen. Sie freut sich immer sehr darauf, wenn sie diese Leute mal wieder sieht. Auf der Weihnachtsfeier der Akademie Remscheid war sie auch. Da gab es ein feines Menü, und es war sehr gemütlich.
Aber wegen des Schnees fuhr abends kein Bus mehr, und es gab auch kein Taxi. Das bedeutete also einen beschwerlichen Fußmarsch nach Hause. Glücklicherweise brauchte sie nicht alleine zu gehen und als die Gruppe die die halbe Strecke geschafft hatte, konnten sie doch noch ein Taxi anhalten.
Die beste Feier war aber die, zu der Moosis Chefin eingeladen hatte. Sie hatte für alle ein wunderbares Festmenü gekocht. So etwas leckeres habe ich lange nicht mehr gegessen. Einige Kollegen von Moosi machten Weihnachtsmusik und wir alle haben dazu gesungen und viel gelacht. Nachher wurde “Horrorwichteln” gespielt. Moosi hat gesagt, so eine schöne Weihnachtsfeier hätte sie vorher noch nie mitgemacht. Am nächsten Tag hatte sie Bauchschmerzen vom Lachen.
Zum Ende der Woche haben wir ein schönes Weihnachtskonzert in der Lutherkirche besucht und waren anschliessend noch einen Glühwein trinken. Und gestern, am Heiligabend, hat Moosi endlich Berliner Brot gebacken und einen wundervollen Salzbraten für uns gemacht. Den haben wir mit Schwarzbrot und Butter gegessen. Mjamm…..
Ihr seht, diese Zeit war ein Weihnachtsgeschenk ganz speziell für mich, Lumpazi, den liebsten Schweinehund der Welt. Schließlich ist Weihnachten nicht nur für die Menschen da!
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11.12.2010 von Lumpazi.
Eigentlich ist ja erst am 22. Dezember Winteranfang, aber das Wetter ist schon richtig winterlich. Die Straßen sind glatt und schlecht geräumt, und wir müssen oft zu Fuß gehen, weil die Busse nicht mehr fahren. Jeden Tag müssen wir kräftig schaufeln, und das ist sehr anstrengend. Überall ist das Streusalz ausverkauft.
Seit dem 28.11. ist fast jeden Tag etwas Schnee dazugekommen, und jetzt ist alles so dick verschneit wie sonst nur in den Bergen. Moosi ist begeistert und sagt, das käme von einem Lied auf der Weihnachts-CD, dass sie regelmäßig abgespielt hat. Das Lied heißt “Let it snow”.
Ob das alles so stimmt, weiß ich natürlich nicht. Aber es wäre ja immerhin möglich. Ob Moosi wirklich zaubern kann? Sie ist mir neuerdings ein bisschen unheimlich.
Am Nikolaustag hat sie sich mit den Aiqum-Mädels auf dem Barmer Weihnachtsmarkt getroffen, und an dem Tag sollte es klar und niederschlagsfrei sein. Deshalb grinste ich nur, als Moosi “Let it snow” aufgelegt hat.
Es schneite auch wirklich nicht, als Monstermami und sie am Bahnhof Barmen angekommen waren. Diese Aiqum-Mädels sind wirklich total nett, ich freue mich immer, wenn wir sie treffen. Sie sind auch sehr tierfreundlich, und verwöhnen mich immer mit ganz leckeren Sachen. Ich durfte Glühwein und Kakao mit Sahne trinken, und dann bekam ich auch noch Weihnachtsplätzchen geschenkt. Ist das nicht nett?
Aber während wir sorglos in der Glühweinbude standen, fing es draußen an zu schneien. Deshalb machten sich Moosi und Monstermami dann auch rechtzeitig auf den Rückweg, um den Zug nach Remscheid zu erwischen. Es war ein ganz schrecklicher Schneesturm, und als wir am Bahnhof ankamen, sahen wir gerade noch die Rücklichter des Zuges verschwinden. Elender Wetterbericht! Und auf Monstermamis Smartphone wurde über Wuppertal klarer Himmel angezeigt. Nicht mal dem GPS kann man trauen.
Ich hatte schreckliche Angst, der nächste Zug könnte schon nicht mehr fahren, denn die Schienen fingen an zu vereisen, aber wir hatten Glück. 20 Minuten später kam der nächste Zug und wir kamen glücklich wieder in Remscheid an. Mann, was war ich froh! Die Strecke in die andere Richtung war schon gesperrt, und so war unser Zug wohl der letzte, der an diesem Abend noch fuhr.
Moosi ist aber auch sooo leichtsinnig. Wie kann sie so ein gefährliches Lied spielen, wenn sie abends ausgehen will?
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27.11.2010 von Lumpazi.
Es ist doch schade, dass die schönen Zeiten immer so kurz andauern. Ich hatte mich so gefreut, dass ich mich ausruhen konnte, und dabei Schokolade und Bonbons naschen durfte. Aber leider war Moosi nur noch eine einzige weitere Woche krank geschrieben.
Mit dem Süßkram war es schon vorher vorbei: Nach zwei Tagen hatte Moosi genug davon und bekam Appetit auf Kartoffelstampf mit Gurkensalat, Pellkartoffeln mit Quark und Hühnersuppe. Das sind nicht gerade Sachen, die ich gerne mag.
Moosi hat nun neue Medikamente bekommen, die sie bis jetzt aber noch nicht so gut verträgt. Trotzdem müssen die gut sein, denn Moosi legt endlich mal wieder an Gewicht zu. Das steht auch auf dem Beipackzettel bei den Nebenwirkungen. Ich freue mich darüber, aber Moosi ist ganz sauer.
Im Moment hat sie aber wenig Zeit, um sich zu ärgern: Morgen ist der erste Advent, und Moosi ist damit beschäftigt, die Wohnung und den Windfang vor der Haustüre zu dekorieren. Ich helfe ihr dabei: Ich trinke ein Glas Glühwein mit Herrchen und trage die Verantwortung.
Leider macht Moosi in diesem Jahr keine Anstalten, irgendwelche Kekse zu backen, und sie hat auch keine Plätzchen gekauft. Wenn Moosi mich weiter so sträflich vernachlässigt, beschwere ich mich beim Tierschutzverein. Aber morgen gehen wir auf den Lüttringhauser Weihnachtsmarkt, und da werde ich schon dafür sorgen, dass ich nicht zu kurz komme. Darauf könnt ihr euch verlassen.
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13.11.2010 von Lumpazi.
Arme Moosi. Sie ist krank und muss das Bett hüten. Eigentlich hat sie sich schon seit drei Wochen mit einer bösen Erkältung herumgeschleppt. Erst hatte sie Urlaubsvertretung gemacht und dann waren die Kollegen der Reihe nach alle krank. Und jetzt hat es Moosi auch erwischt, und sie ist krank geschrieben.
Sie hat eine Nebenhöhlen-Entzündung, eine Mittelohrentzündung und eine starke Mandelentzündung. Die Bronchien sind verschleimt und die Stimme ist weg. Letzteres ist gut für mich, denn jetzt kann Moosi keine Widerworte geben, wenn ich um Süßkram bettele.
Die Ärztin hat ihr ein starkes Antibiotikum verschrieben, dass Moosi zehn Tage lang nehmen soll. Moosis Blutdruck und der Herzrhythmus waren auch nicht gut, und die Ärztin hat gesagt, dass Moosi genauer untersucht werden muss, sobald die Erkältung vorbei ist. Wahrscheinlich bekommt sie andere Medikamente für Herz und Blutdruck.
Das Gute an Moosis Krankheit ist, dass ich nun gemütlich mit in ihrem Bett liegen kann. Sie hat ja schließlich in diesem Jahr schon zweimal Urlaub gehabt, und dies ist jetzt eben mein Urlaub. Schweinehunde brauchen auch mal Ferien.
Am 10. November war Martinstag, und Moosi hatte rechtzeitig Schokolade und Bonbons für die Martinssänger gekauft. Herrchen brauchte aber nicht so viel davon zu verteilen, und so helfe ich Moosi, die Reste zu verputzen. Hmmm…. lecker! Darauf habe ich lange gewartet.
Leider macht Moosi meinen Genuss immer wieder kaputt: Wegen ihrer Erkältung trinkt sie dauernd irgendwelchen ekelhaften Tee. Und sie hat nur ganz wenig Appetit, mein Magen knurrt andauernd. Gut, dass ich genug Schokolade habe, sonst magere ich womöglich noch ab.
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29.10.2010 von Lumpazi.
Überall herbstelt es und in der Natur zieht langsam Ruhe ein. Nur nicht bei uns im Garten. Da wächst das Unkraut so munter drauflos, als ob es gerade Frühling würde. Deshalb kann ich mich immer noch nicht ausruhen, sondern muss Moosi beim Unkrauf zupfen helfen.
Ein Beet nach dem anderen wird durchforstet. Das ist gar nicht so einfach, weil die dicksten Löwenzähne oder Hahnenfüße immer genau da wachsen, wo es am unangenehmsten ist. Meistens wachsen sie zwischen den Rosen, so dass man total zerkratzt ist, bis man das Zeugs herausgezogen hat. Und es leistet dabei einen Widerstand wie ein Kleinkrimineller bei der Razzia.
Ich verstehe nicht, wieso die “Wildkräuter”, wie Moosi sie nennt, immer viel doller wachsen als die anderen Pflanzen. Ausgenommen vielleicht die Rosen, die wachsen genau so schnell. Und warum sagt Moosi, ich wäre auch so ein Unkraut? Das kann ja gar nicht stimmen, ich wachse doch in letzter Zeit überhaupt nicht mehr. Hoffentlich hat Moosi nicht heimlich Unkraut-Ex benutzt, um mich daran zu hindern.
Heute hat Moosi nicht im Garten gearbeitet. Sie war beim Friseur, damit sie hübsch aussieht, weil sie heute abend Klassentreffen hat. Darauf freut sie sich schon seit Wochen. An solch einem Tag kann sie sogar auf ihre geliebte Gartenarbeit verzichten, auch wenn das Wetter noch so schön ist.
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15.10.2010 von Lumpazi.
Nach dem Urlaub hatte ich gehofft, ich könne meine Pfoten schonen. Leider wurde aber daraus nichts, denn Moosi vermisste das Wandern. Also fuhr sie nicht mit dem Bus zur Arbeit, sondern ging zu Fuß. Moosi hat auch Angst, sie könnte Speck ansetzen, und tatsächlich hat sie seit dem letzten Test ein Pfund mehr drauf.
Nach Feierabend nahm sie zwar den Bus, aber dafür fing sie zu Hause an, mächtig im Garten zu rödeln. Die einmal blühenden Rosen mussten zurückgeschnitten und anschließend neu angebunden werden. Das ist eine Arbeit, die man selbst seinem ärgsten Feind nicht gönnt.
Wer sich wie ich schon einmal an solch einem meterhohen Rosenmonster die Knochen zerschunden hat, kann sich vorstellen, warum ich diese Stacheldinger so sehr hasse. Ein einziger Rosenbogen bedeutet stundenlange Arbeit. Und wir haben ja nur vier Stück davon. Nach dem Schneiden müssen die ganzen Zweige noch klein gemacht werden, damit sie besser in die Biotonne passen. Natürlich haben wir auch noch eine Menge anderer Rosen, aber die sind Gottseidank erst im Frühjahr wieder dran.
Wenn ihr denkt, dass wäre schon die ganze Gartenarbeit gewesen, seid ihr schwer auf dem Holzweg. Die Sommerstauden hatten nämlich alle ausgeblüht und Moosi fand es im Garten nicht mehr bunt genug. Deshalb wurden einige neue Kissenastern gekauft. Das bedeutete, der Spaten wurde vorgeholt, um schön tiefe Pflanzlöcher zu graben.
Der Rasen musste gemäht und die Hecke geschnitten werden. Danach wurden die letzten Brombeeren geerntet und die alten Zweige der Himbeeren entfernt, damit die neuen Zweige fürs nächste Jahr hochgebunden werden konnten. Oh Mann, immer wenn man denkt, man kann sich endlich mal gemütlich auf die Bank setzen, ist wieder irgend ein Grünzeug nachgewachsen und muss gestutzt oder angebunden werden.
Und dann die Teichpflanzen - igitt. Wenn sie zu groß werden, muss man sie teilen und sie dafür aus dem Wasser nehmen. Der Modder, der da dran hängt, müffelt entsetzlich. Fast wie tote Katze! Ich verzieh mich immer ins Haus, wenn Frauchen das macht. Gestern hat das aber nix gebracht - die Stubentiger hatten gerade das Katzenklo benutzt und drinnen auch die Luft verpestet.
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