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Ich werde ausgetrickst

Puh, mein Leben als Schweinehund hat sich in den letzten zwei Wochen mächtig verschlechtert. Das kann eigentlich nicht dem Deutschen Tierschutzgesetz entsprechen, was Moosi sich mit mir erlaubt.

Zuerst war ich ja noch ganz happy, nach dem leckeren Fondue am letzten Samstag. Auch der Sonntag begann gar nicht schlecht. Ich bekam ein leckeres Frühstück, anschließend ging es an die frische Luft. Mittags gab es dann aus dem restlichen Fleisch ein köstliches Rahmgulasch mit Pfifferlingen und Nudeln. Das hat sooo gut geschmeckt. Aber Moosi hatte morgens damit gedroht, dass sie nach dem Essen wieder Löcher in den Wald pieken wolle.

Eigentlich habe ich mir keine Sorgen gemacht, denn ich kenne Moosi. Nach dem Essen trinkt sie einen Espresso und dann macht sie es sich gemütlich. Sie wird dann nämlich immer müde. Und ich habe ihr natürlich auch gut zugeredet, dass sie sich dringend von dem anstrengenden Spaziergang ausruhen müsse.

Leider hat sie mich aber überlistet, dieses elende Biest. Moosi hatte sich nämlich vor dem Essen umgezogen, und ich hatte gar nicht darauf geachtet, was sie da angezogen hatte. Es waren ihre Sportklamotten. Und die Stöcke lagen auch schon bereit. Als sie ihren Espresso getrunken hatte, stand sie auf und es ging in den Wald. Menno! So ein hinterlistiges Stück. Dabei wollte ich den Sonntag genießen.

So ging es dann die ganze Woche weiter, jeden Tag mindestens 1000 Kalorien hat sie versportelt. Stundenlang sind wir durch sämtliche Wälder in Remscheid getrabt, ich kenne mittlerweile jeden einzelnen Baum beim Vornamen. Im Folterstudio waren wir auch, Helmut hat Moosi ein neues Programm zusammengestellt. Jetzt muß ich noch mehr schuften als vorher.

Wenigstens gab es dann während der letzten Tage immer reichlich und lecker zu essen. Das war auch nötig, denn ich bin bald am Ende meiner Kräfte. Heute waren wir Einkaufen, zu Fuß durch den Schnee, und anschließend noch zweieinhalb Stunden im Wald.

Morgen wollen Moosi und Herrchen mit mir eine Wanderung durch die Wupperberge machen. Örgs. Da sind wir mindestens 4 1/2 Stunden unterwegs. Hilfe! Das überleb ich nicht.

Moosi hat schon 4,6 kg abgenommen und die Taille ist schon ganz gräßlich geschrumpft. Mein Bäuchlein leider auch. Wenn das so weiter geht, sehe ich bald aus wie ein Basset.

Zwischen Paradies und Hölle

Auch in diesem Jahr durfte ich wieder mit Moosi und Herrchen wegfahren. Ich hatte mich schon gefreut, wieder so einen schönen Heurigen-Urlaub zu machen, wie ich ihn im letzten Sommer hatte. Aber dieses Mal ging es gar nicht in die Wachau. Moosi wollte gerne noch einmal in den Ort, wo sie vor dreißig Jahren mit ihren Eltern in Urlaub gewesen ist - nach Hinterstein im Allgäu. Ins gleiche Haus wie damals.

Zuerst war ich ein bisschen enttäuscht, aber dann erzählte Moosi, wie hungrig sie damals in der guten Bergluft geworden war und dass sie gefuttert hatte wie eine siebenköpfige Raupe. Als ich das hörte, atmete ich auf.

Als wir ankamen, regnete es, genau wie zu Hause bei der Abfahrt. Und in dem dicken Nebel konnte ich gar nicht sehen, wo ich gelandet war. Nur die Ferienwohnung konnte ich genauer betrachten. Die war wirklich sehr schön, mit einem bequemen Sofa, einer großen Essecke und auch einer gemütlichen Eckbank in der Küche. Dazu ein schönes ruhiges Schlafzimmer, ein großes Bad, eine riesige Diele mit weichen Teppichen und eine Terrasse mit Liegestühlen. Toll. Genau richtig für mich.

Kaum hatte Moosi die Koffer ausgepackt, kam die Sonne heraus, und wir gingen Gassi. Als ich draußen war, bekam ich einen Riesenschreck. Hohe Berge rundherum! Ach Du Schreck. Das war gar keine gute Umgebung für Schweinehunde.

Herrchen an der Kirche St. Antonius in Hinterstein

Moosi und Herrchen hatten aber gar nicht vor, auf einen dieser Berge zu klettern, sondern machten einen Spaziergang durch das Tal, und so war ich beruhigt. Gottseidank. Noch mal davongekommen. Zur Belohnung bekam ich nach dem Spaziergang eine köstliche Leberknödelsuppe, einen wunderbaren Krustenbraten mit Spätzle und danach Eis mit heißer Schokolade zum Abendbrot. Göttlich, sage ich Euch. Jetzt freute mich auf den restlichen Urlaub.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück bekam ich erst mal Panik. Unsere Vorräte waren alle und die Küche der gemütlichen Ferienwohnung hatte einen leeren Kühlschrank. Ich hoffte also, dass Moosi nach dem Frühstück schräg gegenüber in den Laden gehen würde. Fehlanzeige! Zu Fuß ging es über Bad Oberdorf nach Hindelang, in den nächsten Supermarkt. Und dann auch noch zu Fuß wieder zurück. Dabei nieselte es die ganze Zeit. Nachmittags musste ich dann noch mit auf eine Wanderung. Wir gingen an einem Wasserfall hoch und ich war gar nicht begeistert, trotz des leckeren anschließenden Abendessens. Ich war pitschnass, fix und foxi und konnte mich nur noch halbtot aufs Sofa werfen. Grummel!

Am Tag darauf wurde es noch schlimmer. Die beiden beschlossen, zu Fuß zum Giebelhaus zu marschieren, weil dieser Weg asphaltiert sei. Dabei regnete es in Strömen. Die ganze Zeit! Ich bettelte und jammerte, aber es wurde keine Rücksicht auf mich genommen. Triefnass kamen wir nach 2 1/2 Stunden dort an. Die spinnen doch, die beiden. Als sie sich nach einer Kaffeepause wieder auf den Rückweg machten, wollte ich nicht mehr weitergehen, aber ich wurde gnadenlos mitgeschleift. Unterwegs trafen wir noch mehr solch verrückte Wanderer. Bergwanderer sind total hirnlose Menschen! Manche kamen sogar oben von den Gipfeln, wo dreißig Zentimeter Schnee lagen. So was nennt sich nun Sommerferien. Da lobe ich mir doch die Wachau mit ihrem guten Wein. Das Einzige, was hier wirklich besser war als dort, war das wunderbare Essen.

Abends auf meinem Sofa habe ich richtig geschmollt und hätte meine beiden Futterspender am liebsten in die Haxen gebissen. Ich habe mich lautstark beschwert, dass ich nicht ständig bei diesem nassen Wetter draußen herumlaufen wolle. Moosi versprach, dass ich nicht mehr durch den Regen laufen müsste, und ich atmete auf.

Leider regnete es auch an den nächsten Tagen, aber Moosi hielt ihr Versprechen. Allerdings ganz anders, als ich es gedacht hatte. Die beiden warteten nämlich immer eine kurze Regenpause ab, um aus dem Haus zu gehen. Und was taten sie dann? Etwas ganz furchtbares, sage ich Euch. Sie kraxelten die Berge hoch, und suchten sich dazu die steilsten Wege aus. Sie marschierten so lange weiter, bis wir über den Wolken waren. Haste da noch Töne? Ich dachte immer, über den Wolken wäre der Himmel, aber da waren nur Felsen und Almwiesen und massenweise dämliche Kühe. Aber dort oben schien die Sonne, und ich konnte mich nicht beschweren, denn ich hatte mir das ja selbst eingebrockt.Beim nächsten Mal denke ich besser nach, wenn ich quengele.

Über den Wolken

Na, wenigstens gab es oben auf den Almhütten immer einen guten Bergkäse, frische Milch und Butter und köstliches, frischgebackenes Brot. Ein kühles Bier oder frischen Apfelmost gab es auch noch dazu, das versöhnte mich ein bisschen.

Moosi sorgte auch dafür, dass ich den ganzen Tag mit reichlich Futter versorgt wurde. Sie selbst aß auch mindestens drei Brötchen und ein dickes Müsli zum Frühstück, ein leckeres Mittagessen und abends noch einmal Suppe, Hauptgericht und manchmal sogar ein Dessert.

Ihr könnt Euch mein Entsetzen nicht vorstellen, als ich nach der ersten Woche bemerkte, wie Moosis Hosen immer lockerer saßen. Das lag bestimmt an den Wanderungen, die täglich länger und länger wurden. Und die Wege wurden auch von Mal zu Mal schwieriger und steiler. Manchmal war mir richtig schwindelig, wenn ich herunter sah und die Häuser viele, viele hundert Meter tiefer lagen.

Einmal hörte ich, wie Moosi und Herrchen besprachen, dass sie an diesem Tag zum Paradies wandern wollten. Es wurde mir etwas mulmig zumute. Wollten die Suizid begehen, oder was? Dann dachte ich nach und beruhigte mich wieder. Sicher hatten sie nichts dergleichen vor, hätten sie sonst belegte Brote mitgenommen? Nein, es musste sich um das Paradies auf Erden handeln, von dem die Leute immer reden.

Wir wanderten also erst einmal über zwei Stunden lang ein Tal entlang. Dann ging es einen steilen Weg hinauf auf einen Berg. Ich wurde immer ungeduldiger. Wann kam denn nun endlich das Paradies? Gab es da Riesendöner und Pizza bis zum Abwinken und einen bequemem Liegestuhl für mich? Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen. Wenn wir nur erst da wären! Als wir endlich oben waren, wurde ich unsanft aus meinen Tagträumen gerissen. Das sollte das Paradies sein?

Das Paradies auf Erden ist eine einzige große Lüge. Dort oben gab es nur ganze Scharen von Kühen und die Schwarzenberg-Hütte, und die stand auf einem weiten Wiesenplateau. Dieses Plateau heißt “Paradies”. Herrchen sagt, so nennt man es wegen seiner uralten schönen Bäume und der herrlichen Aussicht.  Ich fand die Aussicht aber gar nicht herrlich, denn man sah weit und breit kein Döner und auch sonst nichts, was Schweinehunden Freude macht. Sitzen konnte man nur auf harten Holzbänken. Pfui! Ich krakeelte ordentlich herum, weil ich so sauer war. Deshalb spendierte Herrchen uns einen großen Kaiserschmarren mit Zwetschgenröster, damit ich endlich die Klappe hielt. So. nun wisst Ihr Bescheid. Wenn Euch einer was über das Paradies erzählt, fallt ja nicht drauf rein!

Gegen Ende des Urlaubs hatte ich ziemlich wunde Pfoten und war sehr erleichtert, dass es am vorletzten Tag nur zur Bergstation der Horn-Seilbahn gehen sollte. Eine Strecke zu gehen wäre genug, sagte Moosi und bergab gehen macht mir ja nichts aus. Seilbahn fahren ist immer gut, deswegen meckerte ich auch nicht, als wir aus dem Haus gingen.

Der Tag fing gut an. Die Sonne strahlte, und die beiden hatten leckere Dinge in den Rucksack gepackt. Gut gelaunt wanderten wir durch die Täler bis zum Fuß des Imberger Horns. Aber dann - oh Mord und Entsetzen - verließen wir den Talweg und es ging höher und höher bergauf. So lange, bis wir bei der Bergstation angelangt waren. Und oben gab es noch nicht einmal ein richtiges Mittagessen, sondern nur ein großes Mineralwasser. Die Brote waren längst aufgefuttert, und mein Magen knurrte fürchterlich. Glücklicherweise ging es bergab mit der Seilbahn, aber trotzdem war es ein weiter Weg zurück bis in unser Dorf.

Blick von der Bergstation

Mal ehrlich, liebe Tierfreunde, ist das normal, was Moosi und Herrchen mit mir machen? Jeder normale Mensch fährt bergauf mit der Seilbahn, nur diese beiden Irren machen das umgekehrt.

Nachmittags wollte ich mich ausruhen, aber ich durfte nur ein ganz kurzes Nickerchen machen, um gleich darauf wieder aus dem Haus gescheucht zu werden. Die beiden wollten in die Hochvogelstuben und diesen Besuch wegen des schönen Wetters mit einem kleinen Spaziergang verbinden. Grrrrr…… Hoffentlich wollten die mich nicht wieder reinlegen.

Ich beruhigte mich wieder, als sie den Weg ins hintere Tal einschlugen, denn das war die richtige Richtung. Doch auf einmal bogen die beiden rechts ab. Es ging eine steinige Schlucht hinauf. Dort lagen lauter riesige Felsbrocken. Es sah aus, als ob ein Riese sie dorthin geschleudert hatte. Auf einmal bekam ich einen riesigen Schreck:  eine scheußliche Teufelsfratze grinste mich aus der Felswand an, und am Weg stand ein Schild. Auf dem stand “Hölle”. Hilfe! Was hatten die mit mir vor? Wollten die mich loswerden, weil ich so frech gewesen war?

Offensichtlich durfte ich meine beiden Futterspender aber behalten, denn wir gingen an dem Teufel vorbei. Es war auch gar kein richtiger Teufel, sondern nur ein Bild aus Stein. Wir wanderten auf eine schöne Wiese über der Schlucht mit schönen Schmetterlingen, und dann endlich weiter zu unserem Restaurant. Puh - noch mal Glück gehabt.

Die schrecklichste Wanderung in diesem Urlaub blieb mir aber erspart. Am allerletzten Tag vor der Abreise wollten die beiden unbedingt zum Schrecksee wandern. Das ist ein Marsch von neun bis zehn Stunden durch die Bergeinsamkeit. Aber ich bin eben nicht nur ein Schweinehund, sondern auch ein Glückspilz. Es gab ein heftiges Unwetter, und bei schlechtem Wetter kann man diesen Weg nicht gehen. Herrchen und Moosi waren sehr enttäuscht, aber ich jubelte innerlich. So konnten sie an diesem Tag nur einen Spaziergang über den Vaterlandsweg zum Schleierfall und zum Hirschbachtobel machen. Das reichte mir auch völlig. Ich bin ein Schweinehund und kein Muli.

So bekam ich in diesem Urlaub beides: himmlische und höllische Erlebnisse. Und Moosi hatte eine schlankere Taille als vorher, obwohl sie so viel gefuttert hat. Moosi und Herrchen wollen unbedingt noch einmal in den Allgäu, damit sie ihre Tour an den Schrecksee noch machen können. Aber ich will das auf keinen Fall. Ich hoffe, wir fahren dort nie wieder hin!

Gestern im “Alten Kaiser”

Soll ich Euch mal sagen, was ich gestern gemacht habe? Ich war bei einem Treffen, bei dem ein Schweinehund eigentlich nicht dabei sein will. Und wo war das? Im Bier- und Steakhaus “Alter Kaiser” in Wuppertal-Vohwinkel, auf einem Aiqum-Treffen. Jawoll! Sechs Mädels, die schon richtig gut abgenommen haben, und ich, Lumpazi, der liebste Schweinehund von allen.

Die sechs Frauen haben sich da getroffen, um sich einen schönen Abend zu machen. Vier davon kannte ich schon. Mein Frauchen Moosi war da und ihre Schwägerin Monstermami, und auch Evelin und Fröschken. Aber zwei der weiblichen Wesen hatte ich noch nie gesehen. Sie hiessen Ela2 und Rosentörchen und waren an diesem Abend zu mir auch seeehr freundlich.

Eigentlich sind sie ja sonst richtige Biester und Schweinehunden gegenüber eher unfreundlich eingestellt, aber für diesen Abend hatte ich einen Pakt mit Evelin und Fröschken geschlossen: Ich habe Moosi zum Kommen überredet und dafür durfte ich mit dabei sein und mich von allen mit leckeren Häppchen füttern lassen. Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Leider galt dieser Waffenstillstand nur für den einen Abend.

Ich hatte doch ein bisschen Angst vor der weiblichen Übermacht, weil die ja alle weiter abnehmen wollen. Deshalb habe ich ganz brav unter dem Tisch gesessen und ausnahmsweise mal die freche Schnauze gehalten, damit ich nicht unangenehm auffalle. Aber ich war auf den Abend gut vorbereitet, ich habe ja schon seit Wochen ganz fleissig das Hypnotisieren von Menschen geübt.

Eigentlich hatte ich schon befürchtet, dass da beim Treffen Mineralwasser und die ganz mageren Speisen auf den Tisch kommen würden, und diese Sachen sind ja für Schweinehunde wie mich alles andere als verlockend. Aber nach einer kurzen Hypnose hat sich Moosi gleich ein Kölsch bestellt, und die anderen Mädels schienen das Wasser auch nicht zu mögen. Sie haben auch etwas anderes genommen. Sie waren so richtig in Stimmung und hatten einen Riesenspaß.

Als ich dann Hunger bekam, habe ich all meinen spirituellen Kräfte zusammen genommen und dafür gesorgt, dass sich die Mädels alle was Ordentliches zum Essen bestellen. Moosi und Monstermami haben sich leckere Steaks bestellt und die anderen ließen sich auch nicht lumpen. Es wurde ordentlich geschlemmt und ich habe viele leckere Häppchen ergattert.

Danke, liebe Mädels, Ihr seid echte Tierfreunde! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.

Ich finde, der “Alte Kaiser” ist für Schweinehund sehr gut geeignet. Deshalb habe ich Moosi dazu gebracht, unserem Herrchen vorzuschwärmen, wie gemütlich es dort ist. Ich muss ja schließlich auch sehen. wo ich bleibe.

Leider gibt es, wie immer, auch was zu meckern. Es war ja klar, dass Moosi mich heute wieder ärgern musste. Wir sind zum Wuppertaler Zoo gefahren und ich musste bei dem schrecklichen Regen dreieinhalb Stunden dort herumlaufen. Ich wollte streiken, aber Moosi hat mich brutal an der Leine hinterher gezerrt und ich bin pitschnass geworden. Moosi und Herrchen haben nur gelacht, ihnen hat der Zoobesuch Spaß gemacht. Die hatten ja auch Regenjacken an! Hoffentlich kriege ich jetzt keinen Schnupfen.

Ich hätte mir besser zwei Kölner als Versorger ausgesucht. Wenn die das Schild am Eingang gesehen hätten, wären die gleich wieder nach Hause gefahren. Da steht nämlich “Zoo”.

Also dann bis Sonntag, wenn ich mich freue, dass Moosi richtig schön zugenommen hat.

Euer Lumpazi

Moosi ist gemein

Ich habe Euch ja schon erzählt, dass Moosi jetzt immer mit mir in diese Folterkammer namens “Sportfabrik” geht. Was soll ich sagen - es ist genau das passiert, was ich erwartet habe: Der oberste Folterknecht (Helmut) hat die arme Moosi so schrecklich gequält, dass sie schon die ersten Gesundheitsschäden hat! Was tue ich jetzt bloß? Ich will der armen Moosi doch helfen, sie darf nicht krank werden. Ich brauche sie doch! Vielleicht hat ja auch ihr Gehirn schon ein bisschen gelitten. Wenigstens sieht es so aus.

Seitdem sie sich dort Woche für Woche verausgabt, sieht sie ganz mickrig und zusammengeschrumpft aus. Und wenn ich ihr helfen will, gesund und kräftig zu bleiben und sie darum bitte, wenigstens einmal pro Woche auf dem Sofa auszuruhen, dann krieg ich einen Klaps auf die Pfote. Das ist soooo gemein. Letzten Dienstag ist sie beim allerschlimmsten Schneegestöber ins Studio gegangen, zu Fuß! Jedesmal muss ich brav mitgehen und sogar am Wochenende noch raus in die Eiseskälte, zum Joggen. Es interessiert Moosi nicht, ob es schneit oder friert oder in Strömen giesst.  Ich hasse den Winter.

Heute morgen habe ich Moosi an der Talsperre angefleht, doch mit ihren Kräften etwas mehr hauszuhalten. Ich habe all meinen Charme zusammengenommen und sie mit meinen großen braunen Hundeaugen flehend angesehen. Und was hat sie gemacht, dieses undankbare Biest? Sie hat mich an der Staumauer an das Eisengeländer von der Treppe angebunden und ist ohne mich weitergelaufen.  Ich hab da in der Eiseskälte von Minus 3 Grad gewartet und gewartet, und Moosi kam  nicht. Das ist nun der Dank.

Endlich - Moosi ist fertig mit Joggen!

Wenigstens habe ich es geschafft, ein paar andere Menschen davon abzuhalten, in der Kälte herumzulaufen. Ich habe sie freundlich zum Faulenzen ermuntert, und sie sind wieder zurückgegangen zu ihren gut geheizten Autos. Das hat mir wieder Auftrieb gegeben. Ich habe gemerkt, dass es doch noch Leute gibt, die gehorchen, wenn ein Schweinehund Ihnen gute Ratschläge gibt. Nach einer Stunde kam Moosi endlich wieder und hat mich losgemacht. Sie hat mich nicht mal gelobt, dass ich so brav gewartet habe. Die kriegt schon noch ihr Fett!

Was Moosi nicht weiss: Ich habe mich mit ein paar von ihren Aiqum-Mädels verbündet. Jawoll! Die wollen nämlich, dass Moosi im März zu einem fröhlichen Abend mit Steaks und Bier in den “Alten Kaiser” kommt, und haben mich um Hilfe gebeten. Na, das lass ich mir doch nicht zweimal sagen! Ich habe mir also mal wieder mein Hypnosehandbuch rausgekramt und auch den “Bergischen Restaurantführer”, damit Moosi in Stimmung kommt.  Hoffentlich riecht die jetzt nicht Lunte, sonst gibt es wahrscheinlich nur noch Rohkost. Ächz!

Heute morgen hatte Moosi ihren Figurtest. Also, das Ergebnis verstehe ich einfach nicht! Da hat sie nur 500 Gramm abgenommen, nach einem wochenlangen Stillstand. Ich habe schon erleichtert aufgeatmet. Dann hat sie aber das Maßband genommen und siehe da - Taille 77 und Hüfte 94 cm. Wie kann das sein??? Das sind gleich viele Zentimeter in der Hüfte und nur 2 cm mehr in der Taille als im Sommer, mit 62,4 kg! Da stimmt doch was nicht! Ich glaube, ich muß mal meine Kumpels von der SHSH um Rat bitten, sonst wird Moosi immer dünner und ich sehe bald aus wie ein Windhund.

Eine Hoffnung habe ich aber noch: Nächste Woche ist Karneval, da ist die Versorgung mit leckeren Bierchen und heissem Glühwein gesichert.

Bin ich bei der Bundeswehr, oder was?

Langsam hab ich aber die Schnauze voll. Seit Wochen muss ich nun mit Moosi in diese blöde Sportfabrik, damit Helmut uns triezt. Und seit Wochen geht Moosi fast täglich zu Fuß zur Arbeit und wieder zurück. Nicht zu vergessen die üblichen Runden um die Talsperre am Samstag und am Sonntag.

Man sollte doch meinen, dass das genug Bewegung ist. Wir sind ja schließlich nicht bei der Bundeswehr. Aber Moosi scheint das nicht zu wissen. Wie sonst könnte sie auf die Idee kommen, auch noch am Wochenende lange Spaziergänge mit Herrchen zu machen? Mindestens zwei Stunden sind die beiden dann unterwegs, erst dann gibt es was zu essen. So kann sie ja nicht zunehmen. Sie hat schon zwei Zentimeter in der Taille und drei um die Hüfte verloren.

Der Marsch von heute mittag war besonders anstrengend, da fehlte nur der Tarnanzug und das Marschgepäck auf dem Rücken. Mitten durch die Botanik ging die Tour, über ganz schmale Fußpfade. Moosi und Herrchen hatten dabei richtig Spaß, sie haben gekichert, weil sie sich zweimal verlaufen hatten, wo der Pfad nicht richtig zu erkennen war. Als sie ein paar Tierschädel zwischen den Büschen fanden, fingen sie auch noch an, Witze zu reissen, dass ihre Knochen demnächst auch dort bleichen würden, wenn sie den Weg nicht bald wiederfänden. Ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass wir nicht mehr nach Hause finden, aber dann hatten wir unseren Weg doch wieder entdeckt. Da hab ich erleichtert aufgeatmet!

Weil ich ein gutes Hundchen war und so brav mitmarschiert bin, habe ich ein leckeres Mittagessen und zur Belohnung nachmittags noch ein Stück Käsekuchen bekommen. Wenn das immer so ist, kann ich ja noch mal darüber nachdenken, ob ich nächste Woche wieder mitgehe. Für so köstlichen Kuchen tue ich fast alles.

Das Ende der Weihnachtszeit

Wie schade - jetzt ist die schöne Weihnachtszeit schon wieder vorbei. Das geht immer sooo schnell. Ich bin richtig traurig, weil es in dieser Zeit in der Wohnung immer so gemütlich ist. Ich liebe das Kerzenlicht vom Adventskranz und den herrlichen Duft vom Weihnachtsbaum, den Glühwein, die Weihnachtsplätzchen und die Weihnachtslieder. Und natürlich auch das leckere Essen.

Moosi hat wirklich lecker gekocht an den Feiertagen, aber das Bäuchlein durfte ich mir trotzdem nicht vollschlagen. Moosi hat gesagt, wenn es schon ein Festmenü sein sollte, dann wenigstens ein fettarmes.  Wir haben also seeehr lecker gegessen, aber trotzdem hat Moosi fast gar kein neues Hüftgold bekommen. Dabei habe ich mir wirklich große Mühe gegeben.  Moosi hat  fast alle Kekse verschenkt, die sie gebacken hatte. Dabei wollte ich die doch alle alleine essen. Menno! Ein paar hat sie mir aber verwahrt, doch Moosi hat gesagt, die würden schön eingeteilt.

Was ich nach den Weihnachtstagen nicht so gemütlich fand, war die Schufterei. Moosi und ihre Schwägerin haben mehrere Tage lang die Wohnung vom Schwiegerpaps fertig ausgeräumt und sauber gemacht. Das war sehr anstrengend. Ich mußte helfen, die ganzen schweren Sachen vier Treppen runter und  den ganzen Weg rauf zur Strasse zu schleppen und ins Auto zu räumen. Und in der Wohnung war es sooo kalt, ohne Heizung. Aber wenigstens gab es Schnitzel und Pommes frites zum Trost.

Auch das Wochenende vor Silvester war sehr anstrengend für mich. Moosi und ihr Mann sind an den freien Tagen dauernd gewandert, weil ja angeblich so schönes Wetter war. 10 Grad unter Null ist doch nicht schön. Und die Sonntags-Wanderung war wirklich fürchterlich, sie ging über viereinhalb Stunden immer steil bergauf und bergab. Ich war fix und foxi, sage ich Euch! Dafür habe ich aber auch am Neujahrstag was besonders Gutes bekommen: Szegediner Gulasch mit rohen Klössen. Das ist wirklich sehr lecker.

Der Figurtest war nach dem guten Essen dieses Mal  wieder ein bisschen besser. 68,1 kg wiegt Moosi nach den Feiertagen. So liebe ich das.
Für das neue Jahr allerdings habe ich ein ungutes Gefühl: Moosi und Monstermami haben sich im Fitnessstudio fest angemeldet, sie wollen im kommenden Jahr etwas mehr Bewegung haben. Noch mehr Bewegung. Ich krieg die Krise! Ich musste letztes Mal schon wie verrückt mit denen rumstrampeln und Gewichte stemmen. Ich stemme viel lieber Kakaobecher. Frauchen sagt, das hätte ihr da richtig gut gefallen und sie würde sich ganz großartig fühlen. Hoffentlich kann ich die beiden überreden, das Trainieren lieber sein zu lassen, ich möchte da nicht wieder hin. Da muß man hart arbeiten, nur damit man anschließend dünn und klapperig aussieht. Bäh! Das sag ich dem Tierschutzverein.

Sado-Maso-Studio

Hiiilfe! Ich glaube, Moosi ist nicht das harmlose, freundliche Wesen, für das ich sie immer gehalten habe. Sie treibt sich neuerdings an sehr dubiosen Orten herum. Wenn das unser Herrchen wüsste!

Letzten Freitag hat sie mit mir und mit “Monstermami”, ihrer Schwägerin, einen Ausflug gemacht. Die beiden waren richtig gut gelaunt und haben gesagt, sie wollten sich mal etwas richtig Gutes gönnen. Na, da wollte ich natürlich auch dabei sein. Wenn es etwas Gutes gibt, darf ich natürlich nicht leer ausgehen.

Zuerst sind die beiden also in die Stadt gefahren. Dort ging es geradewegs zu den “Allee-Arkaden”. Ich hab mich schon auf einen leckeren Kakao mit Sahne gefreut, aber nix mit Kakao! Es gab auch nichts zu essen. Die beiden gingen die Treppe hoch zu einer Institution namens “Health City”und blieben an einer Theke stehen und fragten nach einem Termin zum Probetraining. Probetraining??? Was wollten die da bloß? Das da sah aus wie ein Kosmetikinstitut. Ob sie wohl eine Massage brauchen? So etwas habe ich gerne, das tut richtig gut.

Ein blondgelockter Adonis tat furchtbar wichtig und blätterte in seinem Büchlein nach einem Termin. Aber er hatte keinen frei, sondern vertröstete die beiden auf das Ende der übernächsten Woche. Moosi und Monstermami gingen wieder und waren ein bisschen  sauer, denn dort war es ganz leer und trotzdem hatte niemand Zeit für die beiden. Also gingen wir wieder zum Auto.

Danach sind wir  woanders hingefahren. Auf dem Gebäude stand “Sportfabrik Bremersmann”. Sicher brauchten die beidenMädels neue Turnschuhe und haben gedacht, es gibt dort welche. Wir gingen die Treppe rauf über einen Flur. An den Wänden waren ganz, ganz viele Fotos von Hunden und Katzen aus dem Tierheim. Ich dachte, wer für das Tierheim sammelt, ist bestimmt auch nett zu Schweinehunden.

Wir gingen durch eine Tür mit der Aufschrift “Rock-Café” und dort war ebenfalls eine Theke. Da war aber kein junger Mann, sondern eine sehr nette Frau, und die sagte Moosi und Monstermami, sie könnten gleich mitgehen und ein Probetraining machen. Die beiden zogen sich Sportsachen an und waren ganz fröhlich. Ich natürlich auch, ich mag es, wenn die beiden gute Laune haben. Und ich freute mich schon auf einen leckeren Cappuccino. Aber kaum waren wir die Wendeltreppe hochgegangen, da war meine gute Laune auch schon verflogen.

Ein ganz strenges, böses Herrchen, Helmut, erwartete die beiden. Er fragte sie nach gesundheitlichen Problemen, ihren Ernährungsgewohnheiten, der Entwicklung in den letzten Monaten und nach ihren Zielen für die nächsten Wochen. Dann empfahl er den beiden, wenig Fett, viel Vollkorn und reichlich Obst und Gemüse zu essen und noch mehr auf die Ernährung zu achten. Ich glaube, der ist genau so schlimm wie die bösen Leute bei Aiqum, die einem armen Schweinehund überhaupt nichts gönnen.

Helmut lobte die beiden, dass sie im letzten Jahr  schon gut abgenommen hätten und sagte ihnen, es wäre gut, wenn sie zuerst einmal richtig Fett verbrennen würden. Da wurde ich hellhörig. Ich will kein Fett verbrennen. Ich will höchstens welches essen, in Form von Butter auf dem Brötchen, oder als köstliche Mayonnaise auf einer knusprigen Portion Pommes. Nun zwang er uns zuerst, auf ein paar Fahrrädern wie wild herumzustrampeln. Dabei kamen wir aber keinen Meter voran, denn die Fahrräder haben gar keine richtigen Räder. Danach mussten wir auf ein anderes Gerät, das sich “Stepper” nennt, und das war noch viel schlimmer, wie stundenlanges Treppensteigen. Nur dass man auch da keinen Meter weiterkommt. Ich musste ordentlich hecheln, aber wenigstens bekam ich anschliessend was zu trinken.
Eigentlich hatte ich gedacht, wir würden nun nach Hause gehen und uns erholen, aber ich wurde enttäuscht. Als nächstes mussten wir auf ein Laufband. Das ist fast wie ein Lauf um die Talsperre, aber gar nicht gut für Schweinehunde. Draussen kann ich wenigstens an den Bäumen mein Beinchen heben und andere Schweinehunde beschnuppern. Ich glaube, wenn ich das auf dem Laufband mache, kriege ich von Helmut eins mit der Hundeleine übergezogen.

Nach einer Viertelstunde taten mir meine Pfoten richtig weh, und Moosi sagte, gleich dürfte ich mich auf die Rudermaschine setzen. Ich freute mich schon, denn ich habe ja im Urlaub auch so gemütlich im Boot gesessen, als Moosi mich gerudert hat. Aber ich wurde ganz schrecklich enttäuscht. Ich durfte nicht geruhsam meine armen Pfoten im Wasser kühlen, sondern musste meine ganzen Muskeln anstrengen, damit das Rad vorne in der Maschine ordentlich Wind machte. Das ist Schinderei!

Endlich durfte ich noch eine Portion Wasser schlabbern, ich hatte auch sooo grossen Durst. Helmut sagte, nun hätten die beiden genug Fett verbrannt und ich atmete auf. Endlich ausruhen! Doch ich hatte mich zu früh gefreut. Auf die vielen merkwürdigen, blanken Maschinen im Raum hatte ich leider nicht geachtet und mir keine Gedanken gemacht, wozu die wohl gut sind. Jetzt weiß ich es. Die sind dazu da, um Schweinehunde zu foltern.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie ich in der nächsten dreiviertel Stunde gequält worden bin. Alle meine Muskeln musste ich anstrengen, bis der ganze Körper schmerzte. Ich musste an Seilen ziehen, Stangen zusammendrücken und sogar Hanteln bewegen. Dann musste ich die Muskeln von meinem armen Bäuchlein anspannen und so schwere Gewichte stemmen wie ein Hafenarbeiter auf einer Hamburger Werft. Jetzt weiß ich auch, was der Spruch am Eingang bedeutet. Da steht nämlich “Du arbeitest für Dich!”

Als ich dachte, ich würde gleich meine arme Hundeseele aushauchen, sind wir endlich gegangen. Ich war überzeugt, dass Monstermami und Moosi es auch gar nicht erwarten konnten, endlich von hier wegzukommen. Sie hatten ja auch so schwer geschuftet wie ich. Doch die beiden waren total begeistert, wie gut Ihnen das getan hätte. Und sie lobten diesen bösen Sklaventreiber Helmut, wie gut er sich um die beiden gekümmert hätte. Gekümmert - Pah! Getriezt hat er sie. Und was haben die beiden gemacht? Sie haben sich darüber gefreut und wollen ab jetzt regelmäßig hingehen. Versteh einer die Menschen.

Auf jeden Fall bin ich sicher, dass das ein Sado-Maso-Studio sein muss, auch wenn die da keine Ledersachen anhaben. Sowas hätte ich von Moosi niiie gedacht.  Pfui!!

Folter für Schweinehunde

Seit dem 15. Oktober habe ich nichts mehr zu lachen - Moosi macht bei einem Ausdauersport-Duell mit. Und ich muss natürlich immer dabei sein, damit ich zu Hause keinen Unsinn anstelle. Das ist nicht nett von Moosi. In der Zeit, wo sie sportelt, könnte ich doch so schön ein paar leckere Dinge in den Kühlschrank packen. Aber nix da - ich muss auch Sport machen!

Moosi hat gesagt, sie will über den Winter ihr Gewicht halten, und im Herbst fährt ihr Stoffwechsel immer runter. Und ich weiß immer noch nicht, was das ist, Moosi erklärt es mir nicht. Schweinehunde brauchen keinen Stoffwechsel, die haben ein schönes, glänzendes Fell!

Am vorletzten Wochenende hat eine von den Tierquälerinnen im Forum die Idee gehabt, jeden Tag etwas Zeit mit zusätzlichem Ausdauersport zu verbringen - als wenn die vier Tage Sport in der Woche, die Moosi schon macht, noch nicht genug wären. Und dann geht das auch noch um die Wette, damit auch ja recht viel gesportelt wird. Das tut Moosi auch ausgiebig, 490 Minuten hat sie schon zusammen. Dauernd quietscht dieser blöde Crosser, bei dem Krach kann man überhaupt nicht dösen. Grrrr… dabei wird auch der bravste Schweinehund zum Zerberus.

Nächste Woche will sie sich noch etwas steigern. Sie hat sich nämlich vorgenommen, bis zum Ende des Duells - das geht noch bis zum 15.November - für jede erreichte Minute einen Cent für unser Tierheim zu spenden, und da will sie sich jetzt noch mehr anstrengen, damit ordentlich was zusammen kommt. Ich muss mich schinden, damit die Tiere im Tierheim es gut haben. Ist das nicht paradox?

Damit nicht genug, hat sie auch noch angefangen, die Joggingrunden am Samstag und Sonntag zu verlängern. Nächstes Jahr will sie beim Röntgenlauf mitmachen und einen Halbmarathon laufen. Deshalb hat sie am letzten Wochenende ihr Pensum erhöht und an den beiden Tagen zusammen 18 km abgerissen, an diesem Wochenende waren es 23 km. Autsch, meine Pfötchen haben ganz dicke Blasen!

Heute war auch mal wieder Figurtest. Moosi scheint ihr Gewicht wirklich zu halten, heute waren es 64,7 kg. Dabei hatte ich so die Daumen gedrückt, daß sie wieder schön mollig und rund wird. Mit Hüfte und Taille scheint was nicht zu stimmen - sie sind jeweils einen Zentimeter schlanker als vor zwei Wochen. “Modellieren” nennt Moosi das.  Wie albern! Ein schönes, kuscheliges neues Speckröllchen in der Taille kriegen, das ist modellieren.

Hoffentlich kriegt Moosi auch Blasen an den Füßen, so wie ich, wenn sie jeden Tag so viel strampelt. Dann kann ich nämlich endlich wieder auf mein Sofa. Nur darf ich leider keinen Rotwein trinken, weil Moosi schon wieder bei “Abnehmen ohne Alkohol” mitmacht. Gestern ist sie mal schwach geworden und hat ein Bierchen getrunken, aber sonst gibt es leider gar nichts leckeres. Ich habe mir aber heimlich ein Fläschchen Sekt hinters Sofa gestellt, das nuckel ich morgen, wenn Moosi  nicht aufpasst. Prost!

Moosi ist im Tierschutzverein

Am Freitag war Moosi mit mir auf der Bank und hat für den Tierschutzverein gespendet. Das Tierheim hier  ist nämlich sehr knapp bei Kasse und die Stadt hat kein Geld, um es zu erhalten. Ich wußte es doch - Moosi hat ein Herz für Tiere. Und ich als Schweinehund profitiere natürlich davon.

Es ist aber auch wirklich nötig, daß Moosi was für mich tut. Wie soll ich sonst bis zum Dezember meinen Winterspeck wieder anfressen? Auch wenn ich ein dickes Fell habe, ist es mir bestimmt in der kalten Jahreszeit nicht mehr warm genug ohne meine Fettschicht. Und ich möchte doch nicht frieren. Da habe ich jetzt wirklich sehr viel Glück, daß Moosi nicht mehr so viel Zeit hat, sinnlos herumzuhampeln oder ungesundes Essen zu kochen.

Die ist jetzt echt im Streß, wegen der Urlaubsvertretung, der Wechselschicht und der liegen gebliebenen Hausarbeit. Da hat sie gar keine Zeit mehr, am Computer zu sitzen und mit all den blöden Leuten zu quatschen, die Ihr die Butter auf dem Brot und die Schokolade nicht gönnen. Sie hat schon wochenlang so gut wie keinen Sport mehr gemacht. Ihre Kraft reicht abends nur noch für ein Abendbrot und ein Ruhestündchen auf dem Sofa, dann geht sie schlafen. Gut für mich! Jetzt müßte sie bloß noch auf die endlosen Spaziergänge und die Fußmärsche vor und nach der Arbeit verzichten, dann wär ich wirklich happy.

Moosi hat jetzt endlich wieder richtig Appetit und ißt vernünftig.  Ich bekomme leckere Wurstschnitten, Zigeunerschnitzel mit Pommes, Pizza und Nutellastullen. Auch Schokolade und Kekse hat sie mir spendiert, wenn ich auch der Meinung bin, es könnte ruhig etwas mehr davon sein. Sie ist zu sparsam mit den guten Sachen! Leider hat sie auch noch nicht weiter zugenommen, sie wiegt 63,7 kg. Das sind sogar 200 Gramm weniger als letzte Woche, da muß Moosi wirklich noch dran arbeiten. Ich hoffe, das Gewicht wird mit der Zeit etwas besser. Ich liebe die süßen kleinen Speckröllchen in ihrer Taille über alles, die sind so kuschelig. Und da will ich auf keinen Fall drauf verzichten.

Morgen hat Moosi Geburtstag, und ab dem 16. September hat sie auch einen tollen neuen Job. Das muß gefeiert werden. Deshalb wird Moosis Mann mit ihr richtig lecker essen gehen. Und ich darf auch mit! Hoffentlich ißt sie was ganz gutes mit viiiiel Sahnesoße und denkt an ein köstliches Dessert zum Abschluß.

Ich habe also jetzt endlich wieder ein schönes Leben:  Gutes Futter,  liebevolle Zuwendung und ein gemütliches Sofa. Das Wandern gewöhne ich Moosi bestimmt auch noch ab. Es lebe der Tierschutzverein!

Wir fahren in Urlaub!

So, hier ist mal wieder Lumpazi, Euer Lieblingsschweinehund. Ich weiß - eigentlich bin ich noch gar nicht wieder dran, weil Moosi erst morgen in einer Woche Figurtest hätte. Aaaaber den kann sie nicht machen, weil sie mit ihrem Mann in Urlaub fährt. Und ich darf auch mitfahren.

Ich freu mich ganz riesig auf den Urlaub, da kann ich noch mal so richtig Kraft tanken. Und ich hab mich auf die Reise auch schon gut vorbereitet. Ich habe einige Bücher im Gepäck, damit ich was zum Lesen habe, wenn ich faul im Liegestuhl rumhänge:

  • Einen Restaurantführer von Niederösterreich mit allen guten Restaurants, in denen man gut und reichlich gefüttert wird.
  • Ein Infoblatt, in dem alle Weinschenken, Strandcafés, Biergärten, Konditoreien, Eisdielen, Cocktailbars und Imbißstuben eingezeichnet sind.
  • Einen Heurigenkalender, damit Moosi immer weiß, wo sie abends ihren Rotwein, ihre Hauerjause und ihr Schafsgupferl mit Kernöl herbekommt.
  • Ein Do-it-Yourself-Hypnosekursus, damit ich Moosi immer eintrichtern kann, wie ich mir meinen Urlaub vorstelle.

Den Prospekt über Fahrradvermietungen, die Wanderkarte und den Kultur- und Museumsführer habe ich vorsorglich versteckt. Und eine Waage gibts da bestimmt auch nicht, das ist gut für mich *kicher*

So, ich sag dann schon mal auf Wiedersehen, in zwei Wochen erzähl ich Euch, wie mir der Urlaub gefallen hat (und wieviele Kilos Moosi mehr auf den Rippen hat).

Tschüssiiii!

Ich hab da ein paar Fragen…

Moin Moin,

hier ist noch mal Euer Lumpazi. Bitte helft mir, ich konnte nicht schlafen, weil ich ein paar Fragen habe. Und Moosi wollte sie mir nicht beantworten. Also frag ich Euch:

Gibt es ein Gesetz, daß Menschen verbietet, ihre Haustiere bei 7 Grad Celsius und strömendem Regen mit zum Joggen zu nehmen? Und muß das arme Tier sich nach dieser Tortur wirklich mit heißem Rooibuschtee zufrieden geben?

Können Schweinehunde auch Mitglied bei Aiqum werden, um auf gesunde Weise dicker zu werden?

Wenn ja, würdet Ihr als Ausdauertraining eher Rundumdieuhrfernsehing mit Bier und Chips oder Sonnenbading mit extragroßen Cocktails und Eisbechern wählen?

Und was für ein Krafttraining soll ich nehmen: Sofadauerlieging, Kakaomitsahnestemming oder vielleicht doch besser Imbißbudenleerfressing?

Für ein paar sachkundige Antworten wäre ich echt dankbar.

Euer Lumpazi.

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