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10.4.2011 von Lumpazi.
Endlich habe ich mal eine kleine Verschnaufpause. Moosi hat ihren obligatorischen Heuschnupfen. Sie ist allergisch gegen Hasel- und Birkenpollen. Eigentlich hatte sie schon seit Ende Februar leichte Schwierigkeiten, aber in den letzten Tagen ist es ganz extrem und sie schnieft wie verrückt. Moosi hat auch ganz rote Triefaugen. Deshalb hat sie nicht so besonders gute Laune. Ich schon, weil Moosi immer Schokolade futtert, wenn sie Frust hat.
Weil sie so schlecht Luft bekommt, kann sie nicht trainieren und ich brauche mich nun schon einige Tage nicht mehr zu schinden. Nur noch ein bisschen walken und zur Arbeit gehen, mehr nicht. Ich bin vielleicht froh! Ich liiiebe Heuschnupfen! Allerdings nur, wenn Moosi ihn hat. Sicher hat der liebe Gott diese Sache extra erfunden, damit wir armen Schweinehunde nicht an Überarbeitung oder Auszehrung sterben.
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27.3.2011 von Lumpazi.
Immer wenn ich denke, jetzt kenne ich Moosis gesamte Trickkiste, dann muss ich feststellen, dass ihr doch wieder was eingefallen ist, um mich zu schikanieren. So ein Satansweib! Das macht sie alles nur, weil sie kein Gewicht verliert. Dabei wird sie zusehends dünner, einige Jeans schlabbern schon richtig.
An die Wanderungen und die immer größeren Walkingrunden habe ich mich längst gewöhnt, ebenfalls an die Fußmärsche zur Arbeit, das Krafttraining und die Gymnastik. Auch die Laufrunden um die Talsperre habe ich zähneknirschend hingenommen und mich damit getröstet, dass das Frauchen wegen der vielen Bewegung mehr Appetit hat, und ich dann nicht immer so einen mageren Fraß bekomme.
Aber nun ist das Maß voll. Jetzt darf ich selbst Sonntags nicht mehr ausschlafen. Es nervt mich sowieso schon, dass ich in der Woche so früh aufstehen muss, damit Moosi vor der Arbeit noch Zeit für ihre Übungen hat. So was ist ungesund!
Seit Anfang März geht es auch Samstags früher aus den Federn, damit beim Laufen an der Talsperre noch nicht so viele Leute da sind. Moosi hasst es, wenn hunderte von Schnatterenten unterwegs sind. Und seit heute darf ich nicht mal mehr am Sonntag gemütlich in meinem Körbchen liegen und aufs Frühstück warten. Nein - im Gegenteil. Ich muss um halb fünf aufstehen.
Mrs. Sklaventreibers neue Schikane nennt sich “Sonnenaufgangs-Wanderung”. Sie sagt, das wäre eine wunderschöne Sache, weil man so früh am Morgen das Wild beobachten könne. Heute morgen in aller Herrgottsfrühe - das heißt um halb sechs - sind wir also losgezogen. Ohne richtiges Frühstück, es gab nur eine Banane und ein Glas Milch. Wir sind von hier über Reinshagen runter nach Müngsten gegangen, durch die Wupperberge bis Unterburg und dann wieder rauf nach Hause. Natürlich den steilsten Berg, war ja klar!
Moosi und Herrchen waren total gut drauf, weil sie eine Menge Viehzeugs gesehen haben. Rehe und Hasen, einen Bussard, einen Fischreiher und eine Menge Singvögel. Wenn sie Tiere sehen wollen, können sie das doch auch zu Hause haben. Im Garten gibt es auch Vögel, außerdem haben wir drei pelzige Katzenviecher, und natürlich meine Wenigkeit. Ist das etwa nichts?
Vier Stunden hat es gedauert, und dann waren wir endlich wieder zu Hause und ich durfte frühstücken. Ich bin völlig platt und kann mich bestimmt drei Tage nicht mehr bewegen. Seid mal ehrlich - so was ist doch nicht tierfreundlich, oder?
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31.1.2011 von Lumpazi.
Ich glaube, der Schock von vor zwei Wochen hatte Moosi nicht nur kurz die Laune verdorben. Nein - es ist alles viel schlimmer als ich dachte. Ich glaube, mein Frauchen ist total durchgeknallt. Wahnsinnig geworden, übergeschnappt und geistig weggetreten. Alles gleichzeitig!
Nach ihrem letzten Figurtest hatte Moosi mit Ernst ein langes Gespräch unter vier Augen geführt. Anschließend schob sie den Crosser ins Lesezimmer und holte die Gymnastikmatte und das Theraband aus dem Schrank. Ich sage Euch, mir wurde es Angst und Bange, besonders, als ich Ernst so schadenfroh grinsen sah.
Meine schlimmsten Befürchtungen wurden Wirklichkeit. Moosi hat ihr Krafttraining wieder aufgenommen. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag hat sie sich (und mich) mit ihrem Theraband geschunden. Anschliessend musste ich noch mit ihr zu Fuß zur Arbeit gehen. Dabei war ich müde wie ein Hund und konnte kaum noch kriechen. An diesen drei Wochentagen hat Moosi nur einen halben Arbeitstag und dafür mehr Zeit für Bewegung. Leider.
Abends riss sie das Fenster auf und fing an, ihren Crosser zu quälen. Ich fror jämmerlich und war heilfroh, dass sie zuerst nur 10 Minuten schaffte. Jetzt hat sie sich aber schon auf 30 Minuten hochgearbeitet.
Ernst hat sie tüchtig angefeuert. Er hat sie auch ermutigt, wieder walken zu gehen und am Wochendene mit Herrchen zu wandern. Dabei war in der vergangenen Woche ganz schlechtes Wetter. Total verregnet. Ich hasse diesen idiotischen Ernst. Und frische Luft im Winter hasse ich auch!
Was war das Ende vom Lied? Heute beim Figurtest hatte Moosi 700 Gramm weniger auf der Waage und ein glückliches Leuchten im Gesicht. Sie sagt, die Sonne würde so schön scheinen, weil sie und Ernst sich so viel bewegt hätten. Die spinnt ja! Nun bin ich schlecht gelaunt und müde und kriege nicht mal einen Pott Kakao mit Sahne oder ein großes Stück Schokolade zum Trost. Das ist so gemein!
Es fehlt nur noch, das Moosi das Buch von Mario Tranti wieder aus dem Regal holt. Ich muss es unbedingt verschwinden lassen, bevor sie wieder daran denkt.
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16.1.2011 von Lumpazi.
Ääätsch, gewonnen! Ich hab es ja gleich gewußt, dass unser Ernst nur von außen was taugt. Er sieht ja recht gut aus mit seinen kräftigen Muckis, wenigstens für Menschen, aber das ist nur Fassade. Es ist aber nichts dahinter, vor allem kein Hirn, und deswegen ist Ernst nun nicht mehr Moosis Liebling.
Beim Figurtest heute Morgen hat Moosi einen lauten Schrei ausgestossen. Und was für einen! Es hörte sich an wie der Todesschrei von einem Elch. Mindestens.
Drei Kilo hat sie zugenommen innerhalb von zwei Wochen! Dabei war Moosi total streng und hat nur ganz ekelige Sachen wie Obst und Gemüse, Joghurt, Brot und Reis gegessen. Fast gar kein Fleisch, und das bisschen war auch noch total mager.
Mit der Ruhe auf dem Sofa war es in den letzten zwei Wochen auch vorbei, weil Moosi wegen diesem idiotischen Muskelprotz ein Riesen-Theater gemacht hat. Kaum taucht ein knuspriges Mannsbild auf, fangen die Menschenmädels an zu spinnen. War aber völlig umsonst, denn Ernst hat es trotz aller Mühe nicht geschafft, dass Moosi abnimmt. Im Gegenteil.
Ich armer Schweinehund musste brav das ganze Programm mitmachen, und Moosi ist trotzdem grummelig und ungenießbar. Sie könnte eigentlich mal etwas freundlich sein und mich loben, weil ich immer folgsam bei Fuss gegangen bin. Wirklich, das hätte ich verdient! Na ja, zugegeben - ich hab versucht, ihr was ins Ohr zu flüstern, über artgerechtes Essen und mein Lieblingssofa, aber Ernst hat mich gefesselt und geknebelt. Grmmmphffff…. Beinahe wäre ich vor Wut erstickt.
Nun ist Moosi sehr sauer auf ihren gut gebauten Personal Trainer, und sie hat mit ihm geschimpft. Sie hat Ernst angedroht, dass seine Tage hier gezählt sind, und sie hat eine Annonce aufgegeben: “Rubensfrau mit Anhang (Schweinehund) sucht knackigen, sportlichen Ernst für gemeinsame Freizeitgestaltung”. Ich sage euch, dieser eingebildete Schönling hat ziemlich sparsam geguckt. Und Moosi hat vor lauter Frust einen Piccolo geköpft. Jippiieh!
Ich habe natürlich jetzt allerbeste Laune, denn ich sehe wieder rund und wohlgeformt aus, so richtig zum Anbeißen. Gut, dass Moosi nicht weiss, wie dämlich unser Ernst wirklich ist. Ich habe ihm ein Buch gegeben, wo draufsteht: “Wie man Schweinehunde aushungert”. Pech für Ernst. Unter dem Umschlag ist ein anderes Buch: “Artgerechte Haltung und Pflege für Schweinehunde”. Und dieser Vollspacken hat es nicht gemerkt. Höhöhö…. Ich sehe schon, 2011 wird mein Jahr!
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11.12.2010 von Lumpazi.
Eigentlich ist ja erst am 22. Dezember Winteranfang, aber das Wetter ist schon richtig winterlich. Die Straßen sind glatt und schlecht geräumt, und wir müssen oft zu Fuß gehen, weil die Busse nicht mehr fahren. Jeden Tag müssen wir kräftig schaufeln, und das ist sehr anstrengend. Überall ist das Streusalz ausverkauft.
Seit dem 28.11. ist fast jeden Tag etwas Schnee dazugekommen, und jetzt ist alles so dick verschneit wie sonst nur in den Bergen. Moosi ist begeistert und sagt, das käme von einem Lied auf der Weihnachts-CD, dass sie regelmäßig abgespielt hat. Das Lied heißt “Let it snow”.
Ob das alles so stimmt, weiß ich natürlich nicht. Aber es wäre ja immerhin möglich. Ob Moosi wirklich zaubern kann? Sie ist mir neuerdings ein bisschen unheimlich.
Am Nikolaustag hat sie sich mit den Aiqum-Mädels auf dem Barmer Weihnachtsmarkt getroffen, und an dem Tag sollte es klar und niederschlagsfrei sein. Deshalb grinste ich nur, als Moosi “Let it snow” aufgelegt hat.
Es schneite auch wirklich nicht, als Monstermami und sie am Bahnhof Barmen angekommen waren. Diese Aiqum-Mädels sind wirklich total nett, ich freue mich immer, wenn wir sie treffen. Sie sind auch sehr tierfreundlich, und verwöhnen mich immer mit ganz leckeren Sachen. Ich durfte Glühwein und Kakao mit Sahne trinken, und dann bekam ich auch noch Weihnachtsplätzchen geschenkt. Ist das nicht nett?
Aber während wir sorglos in der Glühweinbude standen, fing es draußen an zu schneien. Deshalb machten sich Moosi und Monstermami dann auch rechtzeitig auf den Rückweg, um den Zug nach Remscheid zu erwischen. Es war ein ganz schrecklicher Schneesturm, und als wir am Bahnhof ankamen, sahen wir gerade noch die Rücklichter des Zuges verschwinden. Elender Wetterbericht! Und auf Monstermamis Smartphone wurde über Wuppertal klarer Himmel angezeigt. Nicht mal dem GPS kann man trauen.
Ich hatte schreckliche Angst, der nächste Zug könnte schon nicht mehr fahren, denn die Schienen fingen an zu vereisen, aber wir hatten Glück. 20 Minuten später kam der nächste Zug und wir kamen glücklich wieder in Remscheid an. Mann, was war ich froh! Die Strecke in die andere Richtung war schon gesperrt, und so war unser Zug wohl der letzte, der an diesem Abend noch fuhr.
Moosi ist aber auch sooo leichtsinnig. Wie kann sie so ein gefährliches Lied spielen, wenn sie abends ausgehen will?
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27.11.2010 von Lumpazi.
Es ist doch schade, dass die schönen Zeiten immer so kurz andauern. Ich hatte mich so gefreut, dass ich mich ausruhen konnte, und dabei Schokolade und Bonbons naschen durfte. Aber leider war Moosi nur noch eine einzige weitere Woche krank geschrieben.
Mit dem Süßkram war es schon vorher vorbei: Nach zwei Tagen hatte Moosi genug davon und bekam Appetit auf Kartoffelstampf mit Gurkensalat, Pellkartoffeln mit Quark und Hühnersuppe. Das sind nicht gerade Sachen, die ich gerne mag.
Moosi hat nun neue Medikamente bekommen, die sie bis jetzt aber noch nicht so gut verträgt. Trotzdem müssen die gut sein, denn Moosi legt endlich mal wieder an Gewicht zu. Das steht auch auf dem Beipackzettel bei den Nebenwirkungen. Ich freue mich darüber, aber Moosi ist ganz sauer.
Im Moment hat sie aber wenig Zeit, um sich zu ärgern: Morgen ist der erste Advent, und Moosi ist damit beschäftigt, die Wohnung und den Windfang vor der Haustüre zu dekorieren. Ich helfe ihr dabei: Ich trinke ein Glas Glühwein mit Herrchen und trage die Verantwortung.
Leider macht Moosi in diesem Jahr keine Anstalten, irgendwelche Kekse zu backen, und sie hat auch keine Plätzchen gekauft. Wenn Moosi mich weiter so sträflich vernachlässigt, beschwere ich mich beim Tierschutzverein. Aber morgen gehen wir auf den Lüttringhauser Weihnachtsmarkt, und da werde ich schon dafür sorgen, dass ich nicht zu kurz komme. Darauf könnt ihr euch verlassen.
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13.11.2010 von Lumpazi.
Arme Moosi. Sie ist krank und muss das Bett hüten. Eigentlich hat sie sich schon seit drei Wochen mit einer bösen Erkältung herumgeschleppt. Erst hatte sie Urlaubsvertretung gemacht und dann waren die Kollegen der Reihe nach alle krank. Und jetzt hat es Moosi auch erwischt, und sie ist krank geschrieben.
Sie hat eine Nebenhöhlen-Entzündung, eine Mittelohrentzündung und eine starke Mandelentzündung. Die Bronchien sind verschleimt und die Stimme ist weg. Letzteres ist gut für mich, denn jetzt kann Moosi keine Widerworte geben, wenn ich um Süßkram bettele.
Die Ärztin hat ihr ein starkes Antibiotikum verschrieben, dass Moosi zehn Tage lang nehmen soll. Moosis Blutdruck und der Herzrhythmus waren auch nicht gut, und die Ärztin hat gesagt, dass Moosi genauer untersucht werden muss, sobald die Erkältung vorbei ist. Wahrscheinlich bekommt sie andere Medikamente für Herz und Blutdruck.
Das Gute an Moosis Krankheit ist, dass ich nun gemütlich mit in ihrem Bett liegen kann. Sie hat ja schließlich in diesem Jahr schon zweimal Urlaub gehabt, und dies ist jetzt eben mein Urlaub. Schweinehunde brauchen auch mal Ferien.
Am 10. November war Martinstag, und Moosi hatte rechtzeitig Schokolade und Bonbons für die Martinssänger gekauft. Herrchen brauchte aber nicht so viel davon zu verteilen, und so helfe ich Moosi, die Reste zu verputzen. Hmmm…. lecker! Darauf habe ich lange gewartet.
Leider macht Moosi meinen Genuss immer wieder kaputt: Wegen ihrer Erkältung trinkt sie dauernd irgendwelchen ekelhaften Tee. Und sie hat nur ganz wenig Appetit, mein Magen knurrt andauernd. Gut, dass ich genug Schokolade habe, sonst magere ich womöglich noch ab.
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15.10.2010 von Lumpazi.
Nach dem Urlaub hatte ich gehofft, ich könne meine Pfoten schonen. Leider wurde aber daraus nichts, denn Moosi vermisste das Wandern. Also fuhr sie nicht mit dem Bus zur Arbeit, sondern ging zu Fuß. Moosi hat auch Angst, sie könnte Speck ansetzen, und tatsächlich hat sie seit dem letzten Test ein Pfund mehr drauf.
Nach Feierabend nahm sie zwar den Bus, aber dafür fing sie zu Hause an, mächtig im Garten zu rödeln. Die einmal blühenden Rosen mussten zurückgeschnitten und anschließend neu angebunden werden. Das ist eine Arbeit, die man selbst seinem ärgsten Feind nicht gönnt.
Wer sich wie ich schon einmal an solch einem meterhohen Rosenmonster die Knochen zerschunden hat, kann sich vorstellen, warum ich diese Stacheldinger so sehr hasse. Ein einziger Rosenbogen bedeutet stundenlange Arbeit. Und wir haben ja nur vier Stück davon. Nach dem Schneiden müssen die ganzen Zweige noch klein gemacht werden, damit sie besser in die Biotonne passen. Natürlich haben wir auch noch eine Menge anderer Rosen, aber die sind Gottseidank erst im Frühjahr wieder dran.
Wenn ihr denkt, dass wäre schon die ganze Gartenarbeit gewesen, seid ihr schwer auf dem Holzweg. Die Sommerstauden hatten nämlich alle ausgeblüht und Moosi fand es im Garten nicht mehr bunt genug. Deshalb wurden einige neue Kissenastern gekauft. Das bedeutete, der Spaten wurde vorgeholt, um schön tiefe Pflanzlöcher zu graben.
Der Rasen musste gemäht und die Hecke geschnitten werden. Danach wurden die letzten Brombeeren geerntet und die alten Zweige der Himbeeren entfernt, damit die neuen Zweige fürs nächste Jahr hochgebunden werden konnten. Oh Mann, immer wenn man denkt, man kann sich endlich mal gemütlich auf die Bank setzen, ist wieder irgend ein Grünzeug nachgewachsen und muss gestutzt oder angebunden werden.
Und dann die Teichpflanzen - igitt. Wenn sie zu groß werden, muss man sie teilen und sie dafür aus dem Wasser nehmen. Der Modder, der da dran hängt, müffelt entsetzlich. Fast wie tote Katze! Ich verzieh mich immer ins Haus, wenn Frauchen das macht. Gestern hat das aber nix gebracht - die Stubentiger hatten gerade das Katzenklo benutzt und drinnen auch die Luft verpestet.
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1.10.2010 von Lumpazi.
Moosi ist voll im Stress. Gerade hatte sie sich ein bisschen erholt, ist schon wieder Urlaubsvertretung angesagt. Und natürlich gibt es auch schon wieder jemanden, der krank ist. Deshalb macht Moosi viele Überstunden und hat nicht mehr so viel Zeit für sich. Jetzt ist sie immer sehr ungeduldig mit mir, wenn ich mich zu Hause ausruhen möchte.
Kaum habe ich mich auf das Sofa gelegt, werde ich aufgescheucht, weil Moosi Staub saugen will. Oder putzen oder fegen oder sonst irgendwas. Zum Dösen ist überhaupt keine Zeit mehr. Ständig schaut Moosi auf die Uhr. Das ist der Nachteil, wenn der Halbtagsjob nachmittags gemacht wird. Man muss sich fürchterlich sputen, sonst kommt man zu spät zur Arbeit.
Nach dem Urlaub hatte sich eine Menge Schmutzwäsche angesammelt, die Fenster waren nicht mehr sauber, und auch die drei Fellnasen hatten eine Menge Dreck gemacht. Überall sind Katzenhaare. Wie schaffen die Viecher das bloß, in einer einzigen Woche so viel dreckig zu machen?
Moosi ist aber nicht traurig über die viele Hausarbeit. Sie sagt, das verbrennt massenweise Kalorien. Ich bekam zuerst Panik, dass ich nun wieder ganz klapperdürr werde, aber ich hätte mich gar nicht zu sorgen brauchen.
Wenn Moosi Streß hat, isst sie fast immer Schokolade. Und sie hat wegen der Überstunden auch nicht sehr viel Zeit für Sport. Jetzt muss ich bloß die drei Muskeltiere in Schach halten. Wenn sie nicht so viel Dreck machen, braucht Moosi auch nicht so viel zu putzen und ich habe wieder Zeit zum Dösen.
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11.9.2010 von Lumpazi.
An unserem letzten Tag hatten wir richtig heißes Wetter. Moosi und Herrchen beschlossen, eine kleine Wanderung zur Hofer-Alm zu machen, um noch mal einen schönen Rundblick über die Gegend zu haben. Bei dem Wort “Alm” klingelten gleich meine Alarmglocken. So heißen doch die Kuh-Erholungsgebiete oben auf den Bergen, bei denen der Anmarsch so anstrengend und unbeqem ist! Kleine Wanderung. Von wegen!
Weil alle meine Träume von einem faulen Tag auf dem Balkon geplatzt waren, beschloss ich, Moosi und Herrchen mal so richtig zu quälen. Ich sträubte mich wie ein Maultier und ließ mich bis oben zur Alm nur gewaltsam fortzerren. Ich hab mich an der Leine so schwer gemacht, als ob ich mindestens eine Dänische Dogge wäre. Mann, haben die beiden gekeucht! Oben machten wir deshalb eine seeehr lange Pause. Moosi sagte, es sei wegen der schönen Aussicht, aber ich weiß es besser.
Zurück ging es aber nur noch bergab, und deshalb war ich auch wieder brav. Dann gab es endlich was zu essen. Nach einer viiiel zu kurzen Ruhepause auf dem Balkon wollten meine beiden Zweibeiner noch ein wenig am Jenbach entlang spazieren gehen. Ich hätte mir ja denken können, wie dieses “ein wenig” wieder endete: Wir landeten in Au, einem Ortsteil, der beinahe schon zu Bad Aibling gehört.
Moosi hatte Glück. Wenn wir nicht vor dem Rückmarsch in den Biergarten vom Gasthof Andrelang gegangen wären, hätte ich sie gekillt. Apropos gekillt…. gegenüber von unserem Biergarten lag die Metzgerei “Killer”. Wie der wohl schlachtet? Vielleicht mit einer Pumpgun mit Zielfernrohr? Wenn aus der Metzgerei irgendwann einmal ein Fleischgroßhandel werden sollte, nennt sie sich wahrscheinlich Fleischhandlung “Profikiller”.
Heute Abend haben wir noch lange Zeit im Garten vom Restaurant Bärenstubn gesessen und herrlich geschlemmt. Schade, dass der Urlaub so anstrengend war, aber durch das gute Essen bin sogar ich armer Schweinehund auf meine Kosten gekommen. Schade nur, dass Moosi überhaupt nicht zugenommen hat.
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9.9.2010 von Lumpazi.
Da das Wetter nach dem ausgiebigen Regen von gestern Nacht auch heute morgen noch ziemlich grau und unfreundlich war, beschlossen meine beiden Verpflegungssklaven, heute wieder eine Tour mit dem Auto machen.
Diesmal wollten sie zum Chiemsee fahren. Moosi war bei Ihrer Schulabschlußfahrt 1974 schon einmal dort und wollte noch einmal hin, weil sie damals nicht so viel Zeit hatten, alles zu sehen. Mit einem Boot wollten sie dort auf die Herreninsel und auf die Fraueninsel fahren, darauf spazieren gehen und alles besichtigen.
Auf den Inseln hat der König Ludwig II eine Menge Bäume anpflanzen lassen. Wer mag das sein, der König Ludwig? Den kenne ich nicht. Ich kenne bloß Prinz Charles, der genau so schöne Schlappohren hat wie ich. Aber wenn der König Ludwig gleich zwei Inseln voller Bäume hat pflanzen lassen, muss er sehr nett sein.Wahrscheinlich hat er das gemacht, damit auch wir Hunde genau wie die Menschen getrennt Gassi gehen können. Die Zweibeiner machen ja auch getrennt Pipi - für Damen und Herren.
Als wir in Prien ankamen, parkten wir mitten in der Stadt. Der Hafen für die Ausflugsboote war aber eine halbe Stunde Fußweg weit draußen, und es war kalt und windig und es nieselte. Deshalb grummelte ich böse vor mich hin. Grrr…
Als wir angekommen waren, kauften Herrchen und Frauchen gleich zwei Tageskarten für die Ausflugsboote. Für Schweinehunde kostet es nichts, die dürfen umsonst mitfahren. Wir gingen zum Anlegesteg, wo schon so ein Ausflugsbott wartete, und dann ging es auch schon los. Zuerst in Richtung Herreninsel. Endlich kam auch die Sonne raus. Das war prima! Ich bekam gleich etwas zu trinken, und aus dem Rucksack gab es etwas zu essen.
Die Herreninsel sah ziemlich groß aus und es waren tatsächlich eine Menge Bäume darauf. Aber sie ist nicht zum Gassigehen für Rüden da, sondern damit die Menschen sie besichtigen können.
Nach der Ankunft gingen wir gleich in Richtung Schloß. Das war gar nicht anstrengend, deshalb meuterte ich auch nicht, als sie Eintrittskarten kauften. Mann, dieses Schloß hat vielleicht prächtige Räume. Alles voller Marmor und Gold, und erst diese riesigen Kronleuchter! Ich möchte das nicht sauber halten. Aber der König Ludwig, dem das alles hier gehört hat, ist schon lange tot, da sieht er es also nicht, wenn mal nicht staubgewischt wird. Das darf ich aber nur hier in Preußen sagen, die Bayern wären bestimmt sehr böse darüber. Sie hatten ihren “Kini” sehr gern. Ich glaube, Moosi und Herrchen hätten ihn auch gern gehabt.
Dieser König Ludwig hatte ganz bestimmt auch einen Schweinehund. Warum sonst hatte er so ein riesiges bequemes Bett und so weiche Polstersessel? Sogar im Arbeitszimmer gibt es bequeme Sessel zum Ausruhen, und es gibt auch ein riiiesiges Esszimmer. Darin ist im Boden sogar ein Aufzug, mit dem das Essen von der Küche im Kellergeschoss mitsamt dem gedeckten Tisch nach oben gefahren wurde. Der König brauchte nur noch Platz zu nehmen.
Im Keller neben der Küche war auch sein Badezimmer. Die Badewanne darin ist beinahe so groß wie ein Swimming-Pool. In den konnte er ganz bequem einsteigen und sein Bad genießen. Ihr seht - es ist ganz klar, dass es in diesem Palast auch einen königlichen Schweinehund gab.
Ein so prächtiges Schloss ist sehr teuer, und weil der Kini noch mehr so wunderschöne Schlösser hatte, ist ihm das Geld ausgegangen. Deshalb stehen zwei Drittel der Räume leer. Sogar die Wände sind nur aus rohem Backstein. Von draußen sieht man das aber nicht.
Vor dem Schloß sind ganz herrliche Springbrunnen und Marmorfiguren. Moosi kicherte, als sie eine halbnackte Frau aus Marmor an einem Brunnen sah. Auf ihrer Abschlussfahrt hatten die Jungs ihrer Klasse immer die Hände unter den Busen der Marmorfrau gelegt und “Büstenhalter” gespielt. Im Museumsladen kaufte Moosi noch ein Buch über den Kini. Das war wirklich ein sehr gut aussehender Mann, der König Ludwig.
Nach dem Besuch im Schloss ging es ausnahmsweise mal wieder zu einer Gartenausstellung, und anschließend noch zu einer Gemäldeausstellung. Nun wurde ich aber doch langsam müde. Hätte Moosi mir nicht ein Würstchen mit Pommes spendiert, hätte ich schlapp gemacht.
Als nächstes schipperten wir mit einem anderen Boot zur Fraueninsel. Auf dieser Insel sind nicht ganz so viele Bäume, aber dafür ein paar besonders große. Ein Kloster und mehrere Wohn- und Gasthäuser gibt es dort auch. Hier durchwanderten wir die ganze Insel und schauten uns auch den Klosterladen an. Moosi kaufte - natürlich - ein Gartenbuch. Eins über Heilkräuter. Jetzt war ich aber völlig k.o. und quengelte ordentlich los. Deshalb fuhren wir mit dem nächstenBoot endlich nach Prien zurück.
Unterwegs war es plötzlich vorbei mit dem Sonnenschein, und es gab richtig fiese Windböen und einen kräftigen Regenguß. Moosi und Herrchen hatten gut Lachen, die hatten ja Regenjacken an. Aber ich! Ich wurde pitschnaß und fror ganz jämmerlich. Bestimmt bekomme ich jetzt eine Erkältung.
Ich hatte leider ganz vergessen, dass der Rückweg auch wieder eine halbe Stunde dauerte. Steif gefroren kroch ich ins Auto zurück und es dauerte die ganze Rückfahrt, bis mir wieder warm war. Morgen will ich aber nicht wieder so nass werden.
Glücklicherweise schien auf dem Weg nach Hause aber schon wieder die Sonne, und so konnten wir unser Abendbrot beim Pfeifenthaler im Biergarten einnehmen. Hoffentlich ist morgen wieder so schönes Wetter.
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7.9.2010 von Lumpazi.
Ich hatte Glück. Der Morgen begann sehr trübe und nass, deshalb beschlossen meine Dosenöffner, mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren. Das kenne ich! Dienstags liege ich nämlich immer auf dem Sofa und gucke “Rosenheim-Cops”. Da gibt es das Gasthaus Rosenbräu, und in dem gibt es immer ganz leckeres Essen.
Voll freudiger Erwartung hüpfte ich ins Auto. Aber - wie immer, wenn ich mich auf was freue - gab es eins auf den Deckel. Die Rosenheim-Cops gibt es gar nicht wirklich, und das Rosenbräu leider auch nicht. Das ist alles gar nicht echt, sondern nur fürs Fernsehen so gemacht!
Mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren, bedeutet leider auch nicht automatisch, dass Schweinehunde sich ausruhen dürfen. Im Gegenteil - ich wurde von Straße zu Straße gezerrt und musste mir endlose Reihen von Häusern ansehen, unzählige Geschäfte und auch einige Parks. Plötzlich tauchte das Polizeirevier von den Rosenheim-Cops auf, aber auch das ist nicht echt. Das Gebäude ist schon echt, aber in Wirklichkeit ist es das Rathaus und keine Polizeistation. Alles nur Schein!
Wir gingen und gingen und gingen. Ich wurde müder und müder. Zwischendurch machten wir nur zwei Mal Pause. Einmal gab es eine Weisswurst an einer Würstlbude, und einmal aßen wir in einem Straßencafé am Mittertor ein Stück Zwetschgendatschi mit Sahne. Aber es gab kein leckeres Essen in einem schönen Gasthof, auf das ich mich doch so gefreut hatte. Ich war sooo enttäuscht!
Dann aber kam das schrecklichste: In Rosenheim fand auch noch die Landesgartenschau 2010 statt, und die musste ich auch noch über mich ergehen lassen. Stunde um Stunde verging. Ohne Gnade wurde ich durch die Ausstellung gezogen. Jedes Pflänzchen wurde einzeln begutachtet. Jeder Knochen tat mir weh, nicht nur die Pfoten, und unerbittlich wurde ich hinter Herrchen und Frauchen hergezerrt. Ich glaube, Moosi hat eine ganz schlimme Krankheit: Hortomanie!
Wenn ihr jetzt glaubt, dass ich danach endlich Ruhe hatte, habt ihr euch getäuscht. Als wir zurück waren und Moosi uns ein leckeres Abendessen gemacht hatte, mussten die beiden Zweibeiner mit mir unbedingt noch einen kleinen Abendspaziergang machen. Die sind echt krank im Kopf. Wisst ihr, warum sie den machen wollten? Ihr glaubt es nicht - um sich von dem Stadtbummel in Rosenheim zu erholen!!
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7.8.2010 von Lumpazi.
Man glaubt es ja kaum, wenn man mich sieht, aber demnächst werde ich fünfzig Jahre alt. Das muß man sich mal vorstellen. Fünfzig Jahre! Dabei sehe ich immer noch aus wie ein ganz junges Schweinehündchen. Mann, habe ich mich gut gehalten.
Was Lebensjahre anbetrifft, haben wir Schweinehunde unseren Vettern, den ganz stinknormalen Hunden, nämlich einiges voraus. Wir werden viel, viel älter. Wohl, weil wir immer gezwungen sind, uns gegen unsere Herrchen und Frauchen durchzusetzen. Das Besondere an unserem Alter ist die Tatsache, dass wir immer genau so alt sind wie unsere Besitzer. Ist das nicht eigenartig?
Tja, daher wird Moosi also auch fünfzig Jahre alt. Nur, dass sie lange nicht so gut aussieht wie meinereiner. Moosi sieht eben so alt aus wie sie ist, und nicht wie ein junges Mädchen. Das macht aber nichts. Wer morgens zerknittert aufwacht, hat den ganzen Tag lang eine Menge Entfaltungsmöglichkeiten. Darüber kann Moosi doch froh sein.
Am 18. August ist es also so weit. Der große Tag ist da. Da habe ich zumindest mit einem großen Festgelage mit allen erdenklichen Genüssen gerechnet. Und was ist? Nix ist. Moosi will nämlich keine große Feier. Sie will nur mit Herrchen einen gemütlichen Abend verbringen und am Wochenende dann ein gemeinsames Essen mit Spielenachmittag mit der Familie machen. Und was ist mit mir? Habe ich da gar kein Mitspracherecht?
Ich habe gehofft, dass sie sich wenigstens ein paar Schachteln Pralinen zum Geburtstag gewünscht hat, die isst sie doch so gerne. Aber selbst das hat sie nicht getan. Sie hat sich eine Woche Urlaub in Bayern gewünscht. Oh Gott - bloß das nicht schon wieder! Ich hasse die Berge!
Aber ich habe ja auch einen Wunsch frei. Ich wünsche mir, dass alle geplanten Aktivitäten jeweils mit einem leckeren Essen verbunden sind. Schließlich wird man ja nur einmal fünfzig. Und so alt werde ich, auch wenn Herrchen immer sagt: “So alt wird doch kein Schwein!”
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24.7.2010 von Lumpazi.
Es gibt Zeiten, da wäre ich gerne etwas anderes geworden als ein Schweinehund. Eine Katze z.B. Ich brauche mir nur anzusehen, was für ein gemütliches Leben unsere drei Muskeltiere haben. Ach, haben die es gut. Ich dagegen bin immer im Dienst und muss mich so sehr anstrengen. Moosi macht nämlich immer ganz andere Sachen, als ich gerne gehabt hätte.
Im Moment bin ich ihr deswegen nicht wirklich böse, denn es geht ihr leider seit einiger Zeit nicht sehr gut. Aber ich finde es sehr schwierig, Moosi davon zu überzeugen, dass sie sich mal was Gutes gönnen soll, damit es ihr bald wieder besser geht. Sie will einfach nicht auf mich hören, dieses sture Maultier.
Seit einigen Wochen hat Moosi Herzprobleme und es ist ihr oft schwindlig. Dazu hat sie auch Sehstörungen. Das bedeutet, sie kann zu Hause nicht Fernsehen, Lesen oder am PC sitzen, damit sie ihre Augen nicht überanstrengt. So schont sie ihre Augen für den Arbeitsplatz.
Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wie dieser Text wohl in Moosis PC reingekommen ist. Das war ganz einfach. Der Text wurde zuerst auf einem Blatt Papier notiert, und Herrchen hat ihn dann abgetippt. So habe ich doch weiter Tagebuch schreiben können, und Moosi auch, und ihr könnt nun alle lesen, warum ich mich über den ausgefallenen Sport in der letzten Zeit überhaupt nicht freuen kann.
Daß ich nicht am PC tippen darf, ist nämlich nicht das Einzige, was mich frustriert. Moosi hat ausserdem auch Probleme, mit mir Gassi zu gehen. Beim kleinsten bisschen Steigung schnappt sie nach Luft, und alle zwanzig Meter muss sie stehen bleiben. Daher macht sie nur ganz kurze Spaziergänge mit mir. Nach einem Viertelstündchen Fußweg geradeaus ist sie so fertig, dass sie sich aufs Sofa werfen möchte. Dabei ist das doch eigentlich meine Sache!
Meistens habe ich es ja ganz gerne, ein paar Tage faul herumsumpfen zu können, aber zwischendurch wünsche ich mir doch ein bisschen frische Luft. Und natürlich fehlen mir auch ein paar schöne Bäume, an denen ich mein Beinchen heben kann.
Ich habe im Moment wirkich nichts zu lachen zu Hause. Weil Moosi Angst hat, nun wieder so dick wie früher zu werden, ist sie sehr sehr streng mit Leckereien. Sie kümmert sich überhaupt nicht darum, was mir schmeckt und ich muss mir lauter so ekelige Dinge wie Sauerkraut, Bohnensalat, Obst, Gemüse und Pellkartoffeln mit Quark reinwürgen. Wo bleibt da die artgerechte Haltung?
Ich gebe aber trotz des schlechten Futters mein Bestes, mich um mein Frauchen zu kümmern. Schließlich bin ich ein braver und pflichtbewußter Schweinehund. So habe ich es tatsächlich geschafft, dass Moosi wieder 68 Kilo wiegt. Dafür habe ich doch wirklich eine Belohnung verdient, findet Ihr nicht? Und was bekomme ich? Genau. Nichts!
Nun ja, es gibt auch etwas positives zu vermelden: Das Buch von Mario Tranti bleibt jetzt endlich mal im Regal!
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10.7.2010 von Lumpazi.
Ich möchte mal wissen, wer Moosi diese Vorliebe für alles, was mit Garten zu tun hat, vererbt hat. Von ihrer Mutter hat sie es nicht. Die weiß nicht mal, dass beim Pflanzen das Grüne nach oben muss. Und auch nicht von ihrem Vater. Der kann nämlich Möhren und Unkraut nicht unterscheiden. Aber wer es auch war - er hätte einen schlimmen Tod verdient!
Immer, wenn sie irgendwo in Urlaub ist, muss Moosi unbedingt auf eine Gartenschau oder in einen Botanischen Garten gehen. Das ist dann immer eine richtige Tortur für meine Füße. Ich habe wirklich aufgeatmet, dass es im Allgäu keine Gartenschau gab und ich mal einen Urlaub ohne Gartenbesichtigung hatte.
Lange hatte ich allerdings keine Freude, denn es gibt ja leider auch noch die Wochenenden, an denen Moosi ihrer Hortomanie frönen kann. Zwar gibt es zur Zeit keine Gartenschau in unmittelbarer Nähe, aber das macht ja nichts. Denn wir haben ja noch den Westfalenpark in Dortmund. Hurra! In den dürfen nicht nur Westfalen rein, sondern auch Rheinländer, so wie Moosi. In diesem Park gibt es nicht nur kilometerweite Wege und eine Menge Rasen, Stauden und Teiche, sondern auch tausende von Rosen, weil dort das Deutsche Rosarium mit ca. 2.600 Rosensorten ist. Ihr ahnt es schon - diese Rosen wollte Moosi sich alle ansehen.
Wir machten uns also Samstags in aller Herrgottsfrühe auf den Weg, um pünktlich zur Öffnung des Parks da zu sein. Blöderweise hatte der Wettergott mal wieder gar kein Mitleid mit einem armen Schweinehund, sondern ließ die Sonne so richtig mit Schmackes herunterknallen. 36 Grad im Schatten, wirklich eine tolle Temperatur, um herumzulaufen.
Für Nachmittags waren Gewitter angesagt, aber Moosi ließ sich Zeit. Den gesamten Rosenweg sind wir Station für Station abgegangen. Jede einzelne Rosensorte wurde begutachtet, jedes Schild gelesen und mit Herrchen darüber gefachsimpelt, ob diese Sorte gut für dieses oder jenes Beet wäre. Dauernd steckte Moosi die Nase in eine der Rosenblüten und schnupperte daran. Wenn Ihr das gesehen hättet!
Als wir endlich eine Pause machten, konnte ich nur noch hechelnd unter einen schattigen Sonnenschirm wanken. Dann durfte ich endlich meinen Durst löschen. Ich glaube, Moosi hatte von der Hitze einen Sonnenstich, denn anschliessend wollte sie auch noch die Prachtstauden und Päonien besichtigen. Zum Schluss wollte sie dann noch den Florian besuchen, und ich fragte mich, wo der sein sollte. Ganz neugierig war ich auf den. Ich habe doch noch nie einen Heiligen gesehen.
Sankt Florian ist nämlich der Schutzheilige der Gärtner, und außerdem auch noch der der Feuerwehrleute. Da hat er bestimmt in diesem Park viel zu tun. So viel Gebüsch vor Feuer und so viele Pflanzen vor der Hitze zu schützen, ist bestimmt keine Kleinigkeit. Ich frage mich, ob er auch Schweinehunde vor Gärtnern schützt. Darüber kann ich beim googeln nichts finden.
Dann sah ich aber, dass der besagte Florian gar kein Heiliger ist, sondern ein Fernsehturm, der “Florian” genannt wird und mitten im Westfalenpark steht. Auf diesen Florian sind wir mit dem Aufzug raufgefahren und haben oben die schöne Aussicht genossen. Dann gab es noch einmal eine leckere Erfrischung, und danach sollte es endlich nach Hause gehen. Fünfeinhalb Stunden Qual endlich überstanden. Das war ein erhebender Augenblick.
Beinahe hätte Moosi alles verdorben, weil sie gerne die Treppe heruntergehen wollte, anstatt den Aufzug zu nehmen. Ich habe sie aber so flehend angesehen, dass sie Mitleid bekam, und so musste ich sie doch nicht ins Bein beissen. Da hat Moosi aber noch mal Glück gehabt!
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