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Archiv der Kategorie Gassi

Warum darf ich nie ausschlafen?

Immer wenn ich denke, jetzt kenne ich Moosis gesamte Trickkiste, dann muss ich feststellen, dass ihr doch wieder was eingefallen ist, um mich zu schikanieren. So ein Satansweib! Das macht sie alles nur, weil sie kein Gewicht verliert. Dabei wird sie zusehends dünner, einige Jeans schlabbern schon richtig.

An die Wanderungen und die immer größeren Walkingrunden habe ich mich längst gewöhnt, ebenfalls an die Fußmärsche zur Arbeit, das Krafttraining und die Gymnastik. Auch die Laufrunden um die Talsperre habe ich zähneknirschend hingenommen und mich damit getröstet, dass das Frauchen wegen der vielen Bewegung mehr Appetit hat, und ich dann nicht immer so einen mageren Fraß bekomme.

Aber  nun ist das Maß voll. Jetzt darf ich selbst Sonntags nicht mehr ausschlafen. Es nervt mich sowieso schon, dass ich in der Woche so früh aufstehen muss, damit Moosi vor der Arbeit noch Zeit für ihre Übungen hat. So was ist ungesund!

Seit Anfang März geht es auch Samstags früher aus den Federn, damit beim Laufen an der Talsperre noch nicht so viele Leute da sind. Moosi hasst es, wenn hunderte von Schnatterenten unterwegs sind. Und seit heute darf ich nicht mal mehr am Sonntag gemütlich in meinem Körbchen liegen und aufs Frühstück warten. Nein - im Gegenteil. Ich muss um halb fünf aufstehen.

Mrs. Sklaventreibers neue Schikane nennt sich “Sonnenaufgangs-Wanderung”. Sie sagt, das wäre eine wunderschöne Sache, weil man so früh am Morgen das Wild beobachten könne. Heute morgen in aller Herrgottsfrühe - das heißt um halb sechs - sind wir also losgezogen. Ohne richtiges Frühstück, es gab nur eine Banane und ein Glas Milch. Wir sind von hier über Reinshagen runter nach Müngsten gegangen, durch die Wupperberge bis Unterburg und dann wieder rauf nach Hause. Natürlich den steilsten Berg, war ja klar!

Moosi und Herrchen waren total gut drauf, weil sie eine Menge Viehzeugs gesehen haben. Rehe und Hasen, einen Bussard, einen Fischreiher und eine Menge Singvögel. Wenn sie Tiere sehen wollen, können sie das doch auch zu Hause haben. Im Garten gibt es auch Vögel, außerdem haben wir drei pelzige Katzenviecher, und natürlich meine Wenigkeit. Ist das etwa nichts?

Vier Stunden hat es gedauert, und dann waren wir endlich wieder zu Hause und ich durfte frühstücken. Ich bin völlig platt und kann mich bestimmt drei Tage nicht mehr bewegen. Seid mal ehrlich - so was ist doch nicht tierfreundlich, oder?

Ein Kompromiss mit Moosi

Seitdem Ernst wieder bei uns wohnt, ist Moosi immer unausstehlicher geworden. Ständig werde ich mit sportlichen Aktivitäten genervt und bekomme ein Futter, von dem nicht mal ein Meerschweinchen satt werden könnte. Aber letzte Woche hat es mir gereicht - ich bin auf die Barrikaden gegangen.

Als Moosi am letzten Samstag schon wieder toten Fisch mit Pellkartoffeln gekocht hat und es am Tag darauf Maisküchlein zum Mittagessen gab, ist mir der Kragen geplatzt, und ich habe sie mal so richtig in die Wade gebissen. Sie hat vor Schmerz laut aufgeschrien und ich habe sie ganz ganz böse angeknurrt - so richtig gefährlich. Bestimmt hat sie gedacht, ich wäre zum Kampfhund mutiert.

Dann habe ich ihr gesagt, was für eine Tierquälerin sie ist. Besser gesagt, habe ich sie mal so richtig angeschnauzt. Jetzt weiß sie, was ich von ihrer Behandlung und ganz besonders von dem Schlangenfraß halte, den sie mir immer vorsetzt. Zuletzt habe ich ihr mit dem Tierschutzverein gedroht. Da bekam sie ein schlechtes Gewissen, und so haben wir einen Kompromiss geschlossen.

Jetzt bekomme ich wieder genug leckeres Essen, und Moosi macht jeden Tag noch etwas mehr Sport. Und Ernst hat eine Woche Urlaub, der hat nämlich auch gemeutert, weil er so viel Streß mit Moosis Motivation hat.

Nun sind wir alle zufrieden. Ich bin wieder satt und kriege leckeres Essen, muss allerdings dafür auch ziemlich viel laufen. Ernst genießt ein Wochenende weit weg von uns, und Moosi freut sich, dass sie wieder etwas abgenommen hat. Na also - geht doch!

Mir tun die Pfoten weh

Kann mir mal jemand sagen, warum Moosi ihre Walking-Runden andauernd noch ein bisschen verlängern muss? Immer wenn ich denke, sie ist gleich zu Ende und ich darf mich ausruhen, dann hängt sie noch ein Stückchen dran. Das ist richtig gemein.

Das allerschrecklichste ist, dass Moosi heute auch noch wieder angefangen hat, um die Talsperre zu joggen. Erst hatte ich noch etwas Hoffnung, weil Moosi gesagt hat, dass sie sich noch sehr schlapp fühlen würde und sicher die Runde nicht schaffen würde. Aber leider war Ernst mit dabei und hat sie angefeuert. Und so hat sie sich mächtig angestrengt und die Runde durchgehalten, und ich musste immer nebenher. 2,9 km lang - eine halbe Stunde Qual. Und dann sagte Moosi noch, demnächst müsse das aber schneller gehen, und dass eine Runde viel zu wenig sei. Hilfe! Was soll ich denn bloß tun? Das muß ich ungedingt verhindern.

Jetzt habe ich Blasen an den Pfoten und sie sind ganz wund. Muskelkater in den Beinen habe ich auch. Das tut richtig weh und ich kann nur noch hinken und gar nicht mehr richtig laufen. Autsch! Ich glaube, ich muß zum Tierarzt.

Ein Glück, dass es wenigstens in der letzten Zeit öfter mal Sonnenschein gibt und ich nicht auch noch im Regen herumlaufen muss. Wenn ich dabei auch noch ein nasses Fell hätte, hätte ich wahrscheinlich schon eine Lungenentzündung.

Mit dem Essen  der letzten zwei Wochen konnte ich mich auch nicht wirklich anfreunden. Es ist viel zu wenig und überhaupt nicht lecker. Ich mag kein Obst und auch keinen Salat. Und Vollkornbrot mit Putenwurst oder Corned Beef ohne Butter drunter finde ich auch nicht sehr verlockend. Ganz zu schweigen von diesen ekligen Pellkartoffeln. Moosi scheint eine wahre Vorliebe dafür zu haben, sie isst sie total gerne. Bäh! Anstatt Fleisch gibt es dauernd toten Fisch. Der macht überhaupt nicht richtig satt.

Logisch, dass mein Aussehen sehr unter der miesen Behandlung gelitten hat. Wie soll ich mein Gewicht halten, wenn Moosi mich so schikaniert? Sie selbst hat auch abgenommen, und freut sich darüber. Wie kann man nur!

Einen kleinen Lichtblick gab es aber doch in der letzten Woche: Moosi hatte Freunde zum Fondue eingeladen, und da habe ich mir so richtig den Bauch vollgeschlagen mit vier verschiedenen Fleischsorten, leckeren Saucen und eingelegtem Gemüse. So konnte ich wenigstens das Schlimmste verhindern.

Moosi ist eine Frischluft-Fanatikerin

Ich glaube, der Schock von vor zwei Wochen hatte Moosi nicht nur kurz die Laune verdorben. Nein - es ist alles viel schlimmer als ich dachte. Ich glaube, mein Frauchen ist total durchgeknallt. Wahnsinnig geworden, übergeschnappt und geistig weggetreten. Alles gleichzeitig!

Nach ihrem letzten Figurtest hatte Moosi mit Ernst ein langes Gespräch unter vier Augen geführt. Anschließend schob sie den Crosser ins Lesezimmer und holte die Gymnastikmatte und das Theraband aus dem Schrank. Ich sage Euch, mir wurde es Angst und Bange, besonders, als ich Ernst so schadenfroh grinsen sah.

Meine schlimmsten Befürchtungen wurden Wirklichkeit. Moosi hat ihr Krafttraining wieder aufgenommen. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag hat sie sich (und mich) mit ihrem Theraband geschunden. Anschliessend musste ich noch mit ihr zu Fuß zur Arbeit gehen. Dabei war ich müde wie ein Hund und konnte kaum noch kriechen. An diesen drei Wochentagen hat Moosi nur einen halben Arbeitstag und dafür mehr Zeit für Bewegung. Leider.

Abends riss sie das Fenster auf und fing an, ihren Crosser zu quälen. Ich fror jämmerlich und war heilfroh, dass sie zuerst nur 10 Minuten schaffte. Jetzt hat sie sich aber schon auf 30 Minuten hochgearbeitet.

Ernst hat sie tüchtig angefeuert. Er hat sie auch ermutigt, wieder walken zu gehen und am Wochendene mit Herrchen zu wandern. Dabei war in der vergangenen Woche ganz schlechtes Wetter. Total verregnet. Ich hasse diesen idiotischen Ernst. Und frische Luft im Winter hasse ich auch!

Was war das Ende vom Lied?  Heute beim Figurtest hatte Moosi 700 Gramm weniger auf der Waage und ein glückliches Leuchten im Gesicht. Sie sagt, die Sonne würde so schön scheinen, weil sie und Ernst sich so viel bewegt hätten. Die spinnt ja! Nun bin ich schlecht gelaunt  und müde und kriege nicht mal einen Pott Kakao mit Sahne oder ein großes Stück Schokolade zum Trost. Das ist so gemein!

Es fehlt nur noch, das Moosi das Buch von Mario Tranti wieder aus dem Regal holt. Ich muss es unbedingt verschwinden lassen, bevor sie wieder daran denkt.

Rund um den Schliersee

Die Sonne weckte uns, und wir konnten heute auf dem Balkon frühstücken. Moosi und Herrchen hatten gelesen, dass eine Wanderung um den Schliersee sehr schön sein sollte, und das wollten sie machen. Diese Wanderung sollte auch “nur” drei Stunden dauern. Ich stimmte sofort ein Riesengeheul an. Wo bleibt da der Tierschutz?

Manchmal denke ich, die beiden haben einen Dachschaden. Da fahren sie in Urlaub, um sich zu erholen, und rennen wie blöde in der Gegend herum. Was ist denn daran erholsam?

Glücklicherweise haben sie sich bei der Ankunft erst einmal auf eine Bank gesetzt und etwas getrunken. Ich habe mich ins Gras gelegt und so getan, als ob ich fest schliefe. Es nützte aber nichts, ich wurde so lange gerüttelt und gezwickt, bis ich wieder aufgestanden bin.

Die Wanderung war dann aber doch nicht ganz  so lang, die Zeiten waren wohl eher für Gehbehinderte passend. Oder war es wieder mal ein Druckfehler? Könnte ja sein. Die Leute in Oberbayern scheinen Probleme mit Zahlen zu haben.

Es war ziemlich heiss, aber am Wasser war es angenehm, und wir machten auch öfter eine Pause, um die Sonne richtig zu genießen. Das Einzige, was störte, waren die Mücken. Verflixte Biester, wie die stechen! Am Schluß gab es in einem schönen Biergarten eine kühle Apfelschorle.

Nachmittags durfte ich endlich mal auf dem Balkon faulenzen und einen Kakao trinken. Ich dachte schon, ich käme niemals zu meinem Recht. Dafür wurde es am Abend aber so richtig anstrengend.

Zum Abendessen ging es nämlich ins Hotelrestaurant Gundelsberg. Zu Fuß! Mit einem Riesenumweg, weil die Landschaft und das Wetter ja in Bad Feilnbach so schön sind.Das Hotel liegt hoch  oben an einem Berghang und man bekommt kein bisschen Luft mehr, wenn man endlich oben ist. Menno! Warum sind wir nicht am Strand von Alicante? Das Essen war zwar sehr lecker, und die Aussicht von der Terrasse sehenswert, aber ich konnte es trotzdem nicht richtig genießen. Zurück mußte ich ja auch schon wieder laufen.

Ich würde mir doch wünschen, dass sich Moosi und Herrchen an ihrem letzten Urlaubstag endlich mal ausruhen würden. Sonst komme ja ich total auf den Hund!

König Ludwig hatte auch einen Schweinehund

Da das Wetter nach dem ausgiebigen Regen von gestern Nacht auch heute morgen noch ziemlich grau und unfreundlich war, beschlossen meine beiden Verpflegungssklaven, heute wieder eine Tour mit dem Auto machen.

Diesmal wollten sie zum Chiemsee fahren. Moosi war bei Ihrer Schulabschlußfahrt 1974 schon einmal dort und wollte noch einmal hin, weil sie damals nicht so viel Zeit hatten, alles zu sehen. Mit einem Boot wollten sie dort auf die Herreninsel und auf die Fraueninsel fahren, darauf spazieren gehen und alles besichtigen.

Auf den Inseln hat der König Ludwig II eine Menge Bäume anpflanzen lassen. Wer mag das sein, der König Ludwig? Den kenne ich nicht. Ich kenne bloß Prinz Charles, der genau so schöne Schlappohren hat wie ich. Aber wenn der König Ludwig gleich zwei Inseln voller Bäume hat pflanzen lassen, muss er sehr nett sein.Wahrscheinlich hat er das gemacht, damit auch wir Hunde genau wie die Menschen getrennt Gassi gehen können. Die Zweibeiner machen ja auch getrennt Pipi - für Damen und Herren.

Als wir in Prien ankamen, parkten wir mitten in der Stadt. Der Hafen für die Ausflugsboote war aber eine halbe Stunde Fußweg weit draußen, und es war kalt und windig und es nieselte. Deshalb grummelte ich böse vor mich hin. Grrr…

Als wir angekommen waren, kauften Herrchen und Frauchen gleich zwei Tageskarten für die Ausflugsboote. Für Schweinehunde kostet es nichts, die dürfen umsonst mitfahren. Wir gingen zum Anlegesteg, wo schon so ein Ausflugsbott wartete, und dann ging es auch schon los. Zuerst in Richtung Herreninsel. Endlich kam auch die Sonne raus. Das war prima! Ich bekam gleich etwas zu trinken, und aus dem Rucksack gab es etwas zu essen.

Die Herreninsel sah ziemlich groß aus und es waren tatsächlich eine Menge Bäume darauf. Aber sie ist nicht zum Gassigehen für Rüden da, sondern damit die Menschen sie besichtigen können.

Nach der Ankunft gingen wir gleich in Richtung Schloß. Das war gar nicht anstrengend, deshalb meuterte ich auch nicht, als sie Eintrittskarten kauften. Mann, dieses Schloß hat vielleicht prächtige Räume. Alles voller Marmor und Gold, und erst diese riesigen Kronleuchter! Ich möchte das nicht sauber halten. Aber der König Ludwig, dem das alles hier gehört hat, ist schon lange tot, da sieht er es also nicht, wenn mal nicht staubgewischt wird. Das darf ich aber nur hier in Preußen sagen, die Bayern wären bestimmt sehr böse darüber. Sie hatten ihren “Kini” sehr gern. Ich glaube, Moosi und Herrchen hätten ihn auch gern gehabt.

Dieser König Ludwig hatte ganz bestimmt auch einen Schweinehund. Warum sonst hatte er so ein riesiges bequemes Bett und so weiche Polstersessel? Sogar im Arbeitszimmer gibt es bequeme Sessel zum Ausruhen, und es gibt auch ein riiiesiges Esszimmer. Darin ist im Boden sogar ein Aufzug, mit dem das Essen von der Küche im Kellergeschoss mitsamt dem gedeckten Tisch nach oben gefahren wurde. Der König brauchte nur noch Platz zu nehmen.

Im Keller neben der Küche war auch sein Badezimmer. Die Badewanne darin ist beinahe so groß wie ein Swimming-Pool. In den konnte er ganz bequem einsteigen und sein Bad genießen. Ihr seht - es ist ganz klar, dass es in diesem Palast auch einen königlichen Schweinehund gab.

Ein so prächtiges Schloss ist sehr teuer, und weil der Kini noch mehr so wunderschöne Schlösser hatte, ist ihm das Geld ausgegangen. Deshalb stehen zwei Drittel der Räume leer. Sogar die Wände sind nur aus rohem Backstein. Von draußen sieht man das aber nicht.

Vor dem Schloß sind ganz herrliche Springbrunnen und Marmorfiguren. Moosi kicherte, als sie eine halbnackte Frau aus Marmor an einem Brunnen sah. Auf ihrer Abschlussfahrt hatten die Jungs ihrer Klasse immer die Hände unter den Busen der Marmorfrau gelegt und “Büstenhalter” gespielt. Im Museumsladen kaufte Moosi noch ein Buch über den Kini. Das war wirklich ein sehr gut aussehender Mann, der König Ludwig.

Nach dem Besuch im Schloss ging es ausnahmsweise mal wieder zu einer Gartenausstellung, und anschließend noch zu einer Gemäldeausstellung. Nun wurde ich aber doch langsam müde. Hätte Moosi mir nicht ein Würstchen mit Pommes spendiert, hätte ich schlapp gemacht.

Als nächstes schipperten wir mit einem anderen Boot zur Fraueninsel. Auf dieser Insel sind nicht ganz so viele Bäume, aber dafür ein paar besonders große. Ein Kloster und mehrere Wohn- und Gasthäuser gibt es dort auch. Hier durchwanderten wir die ganze Insel und schauten uns auch den Klosterladen an. Moosi kaufte - natürlich - ein Gartenbuch. Eins über Heilkräuter. Jetzt war ich aber völlig k.o. und quengelte ordentlich los. Deshalb fuhren wir mit dem nächstenBoot endlich nach Prien zurück.

Unterwegs war es plötzlich vorbei mit dem Sonnenschein, und es gab richtig fiese Windböen und einen kräftigen Regenguß. Moosi und Herrchen hatten gut Lachen, die hatten ja Regenjacken an. Aber ich! Ich wurde pitschnaß und fror ganz jämmerlich. Bestimmt bekomme ich jetzt eine Erkältung.

Ich hatte leider ganz vergessen, dass der Rückweg auch wieder eine halbe Stunde dauerte. Steif gefroren kroch ich ins Auto zurück und es dauerte die ganze Rückfahrt, bis mir wieder warm war. Morgen will ich aber nicht wieder so nass werden.

Glücklicherweise schien auf dem Weg nach Hause aber schon wieder die Sonne, und so konnten wir unser Abendbrot beim Pfeifenthaler im Biergarten einnehmen. Hoffentlich ist morgen wieder so schönes Wetter.

Moosi ist nicht fit für Bayern

Am Mittwoch haben Moosi und ich nun unseren fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Als Geburtstagsgeschenk hat sie eine Woche Urlaub mit Herrchen in Bayern bekommen, an einem Ort ihrer Wahl. Und ich darf mit.

Als Urlaubsort hat sie Bad Feilnbach in Oberbayern ausgesucht. Das gehört zum Kreis Rosenheim und liegt im Wendelsteingebiet. Ich habe herausbekommen, dass es ein Moorheilbad ist, und deshalb freue ich mich auf den Urlaub. Wo Moor ist, gibt es keine Berge, auf die man steigen muss. Jippieh! Bayern ohne Berge ist bestimmt toll, und das Essen ist in Bayern immer großartig. Also habe ich auch ein Geburtstagsgeschenk.

Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass Moosi da wieder wandern will. Das ist nicht gerade nach meinem Geschmack. Ich strenge mich nun mal nicht gerne an und sitze lieber in der Sonne und spüre die Wärme auf meinem gut gefüllten Bäuchlein. Aaaahh - so etwas ist einfach herrlich. Glücklicherweise ist Moosi zur Zeit überhaupt nicht fit, so dass ich mir wohl nicht allzu große Sorgen machen muss. Sie hat wirklich Mühe beim Gehen und schnauft wie eine Lokomotive.

Leider geht Moosi schon seit Tagen wieder zu Fuß zur Arbeit. Sie will wieder in Übung kommen, damit sie nicht bei der ersten Wanderung schon das Handtuch werfen muss. Ich habe ihr aber ständig ins Ohr geflüstert, dass sie sich dringend stärken muss. Sonst kann sie ja die anstrengenden Wanderungen nicht durchhalten. Deshalb plant sie für morgen zur Geburtstagsnachfeier ein leckeres Essen mit Grillfleisch, Salaten, Nachtisch und leckerem Rotwein. Hmmm - ich kann Euch gar nicht sagen, wie ich mich darauf freue.

Auch an unserem Geburtstag habe ich sie ermutigt, sich etwas Gutes zu gönnen. Sie war mit Herrchen im “Bergischen Löwen” in Wermelskirchen, und wir haben uns dort einige Tapas als Vorspeise, eine leckere Kartoffelcremesuppe, ein Steak mit frischen Gemüsen und Country-Potatoes sowie ein unglaublich köstliches Orangen-Lavendel-Parfait mit frischen Früchten zu Gemüte geführt. Dazu noch etliche Gläschen Rotwein. Man wird schließlich nicht alle Tage fünfzig.

Moosi traut sich nun gar nicht mehr auf die Waage und ist an allen anderen Tagen total streng mit der Essenszuteilung. Dabei würde ich so gerne sehen, dass der Zeiger wieder hinter der achtzig ausschlägt, oder wenigstens hinter der siebzig. Ich freu mich schon, wenn Moosi da endlich wieder draufsteigt. Was mich allerdings sehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass sie sich für den Urlaub immer noch keine neuen, weiteren Sachen gekauft hat. Das ist ein ganz, ganz schlechtes Zeichen.

Na ja, im Urlaub wird sich Moosi dann ja bestimmt ausruhen und sich zum Essen immer etwas Gutes gönnen, damit sie nicht mehr so schlapp und müde ist. Ich rede ihr schon die ganze Zeit gut zu, damit sie bald wieder stark und kräftig ist. Ich bin nämlich ein sehr pflichtbewußter Schweinehund.

Ich freue mich besonders, dass wir den Urlaub in einer Ferienwohnung auf einem Bio-Bauernhof verbringen werden. Hmmm - ich freu mich schon auf ganz frische Frühstückseier, Butter, Milch und frischen Honig vom Bauernlädchen. Ein paar  Flaschen Rotwein habe ich vorsichtshalber schon hier besorgt, damit es abends etwas leckeres gibt. Drückt mir bitte feste die Daumen, dass Moosi bald wieder schön rund und wohlgeformt ist. Neue Kleider kann sie ja schließlich auch in Rosenheim kaufen.

Auf dem Bauernh,of gibt es gan ganz viele Tiere. Katzen, Schafe, Ziegen, Hühner, Puten, Kühe, Pferde, Schweine und auch Hunde. Aber von Schweinehunden steht leider nichts im Prospekt. Dabei hätte ich so gerne ein bisschen Verstärkung.

Abendessen auf Burg Teck

Damit Herrchen auf dem Weg in den Allgäu nicht so eine lange Fahrt hat, hatten Moosi und er beschlossen, in Dettingen/Teck eine Übernachtung im Gasthof Rössle einzulegen. Darüber war ich auch sehr froh, denn ich sitze nicht gerne so lange im Auto. Da drin gibt es nämlich nie was Leckeres zu futtern. Höchstens mal eine Stulle und einen Apfel.

Wir kamen auch rechtzeitig in Dettingen an, um noch gemütlich unser Abendbrot im Rössle einzunehmen. So war es nämlich geplant, und ich hatte mich schon sehr darauf gefreut. Moosi hatte nämlich immer von den leckeren hausgemachten geschmälzten Maultaschen geschwärmt, die sie im letzten Jahr dort gegessen hatte.

Tja, ich hatte mich mal wieder zu früh gefreut, das Restaurant war ausgerechnet an diesem Tag geschlossen. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie enttäuscht ich war. Ich schöpfte wieder Hoffnung, als Moosi vorschlug, doch auf der Burg Teck einen leckeren Zwiebelrostbraten zu futtern. Lecker! Das ist auch ein Festessen für Schweinehunde.

Wir setzten uns also ins Auto und fuhren los. Ich sah schon von weitem die schöne Burg oben auf dem Teckberg stehen. Wir fuhren eine schmale Straße hinauf. Plötzlich, auf halbem Weg, hielten wir auf einem Parkplatz an. Was war das? Hatten die es sich anders überlegt? Des Rätsels Lösung: Man darf nicht bis zur Burg hochfahren, sondern muss einen Teil des Weges wandern. Die Burg Teck ist nämlich ein Wanderheim. Ich hätte Moosi ermorden können und überlegte schon, welche Mordwaffe die beste wäre. Vom Parkplatz “Bölle” ging es dann anderthalb Kilometer ganz steil den Berg herauf. Mir hing die Zunge aus dem Hals und ich hatte einen Bärenhunger. Zur Belohnung gab es Zwiebelrostbraten und Rotwein. Da war ich wieder besänftigt.

Leider kam zum Schluß noch eine Überraschung von Moosi: Zurück wanderten wir zu dem anderen Parkplatz. Der heißt “Hörnle” und liegt doppelt so weit von der Burg weg. Und von da dann wieder zum ersten Parkplatz zu unserem Auto. Als wir dort ankamen, war es fast ganz dunkel und wir fuhren nach Dettingen zurück. Und dort haben Herrchen und Moosi dann noch einen Stadtrundgang gemacht. Damit das Essen nicht so schwer im Magen liegt, hat sie gesagt. Ich glaube, ich muss Moosi doch noch ermorden.

Stockente mit Schweinehund “on the rocks”

Ich bin ja mit den besten Vorsätzen ins Jahr 2010 gegangen und wollte Moosi ein bisschen unterstützen, weil sie nach Weihnachten so deprimiert war. Aber heute habe ich mich erst mal von diesen Vorsätzen verabschiedet. Warum?
Nun, als ich heute morgen in Moosis Trainingsplan gelinst habe, sah ich doch da wahrhaftig “Nordic Walking, 60 Minuten” drinstehen. Wer hat das denn bestellt? Also ich ganz sicher nicht, das könnt Ihr Euch denken. Das hat bestimmt dieser schlimme Thomas von Aiqum da rein geschrieben, damit Moosi auf dumme Gedanken kommt.

Was mache ich also? Ich säusele Moosi ganz lieb ins Ohr, wie warm und gemütlich es in unserer Wohnung ist, dass es am PC mit einem guten starken Kaffee viel schöner ist als draußen in dem dicken Nebel, Nieselregen und Matsch. Hmmmmm…. und Moosi lauscht ganz gebannt,  macht sich einen Kaffee und setzt sich hin. Und dann? Ja - und dann…

sieht Moosi, wie fleißig die Mädels im Wochen-Energiebilanz-Wettkampf sind. Und da steht sie doch tatsächlich auf, kippt sich den letzten Kaffee runter, schmeißt sich in die Trainingsklamotten und geht mit ihren Stöcken raus ins Freie, zum Löcher pieken. Mann, ist die bescheuert!

Igitt! Es nieselte, und man konnte nur ein paar Meter weit sehen. Und unsere Strecke im Wald war ganz glibberig, die obere Schicht Schnee war angetaut, und darunter war eine dicke Eisplatte. Ich kam mir vor wie in Grönland. Sozusagen “on the rocks”. Das war ein Elend, man konnte gar nicht richtig laufen. Und überall hatten Hunde ihre Häufchen hinterlassen. Alle paar Meter war so eine Stinkbombe. Ein Schweinehund würde so was niemals tun! Wir heißen zwar Schweinehund, aber wir sind nicht solche Ferkel.

Mann, war ich froh, als wir wieder zurück waren. Ich habe es mir gleich mit einem leckeren Abendbrot gemütlich gemacht. Hoffentlich ist am Donnerstag schöneres Wetter, denn dann spielt Moosi schon wieder “Stockente”.

Stirb langsam - Nordic Walking mit Moosi

Au weh - hätte ich doch niemals gesagt, ich wolle mich bessern. Ich bin aber auch manchmal wirklich zu eifrig. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass ich mich danach sehnte, dass Moosi mal wieder in Wallung kommt, und schon hat sie mich so strapaziert, dass ich sie gerne beim nächsten Gassi gehen an die erstbeste Eiche fesseln würde. Oder besser noch an eine dicke Blutbuche, das klingt so schön brutal.

Ich habe ja gedacht, nachdem sie so lange gar nichts gemacht hat, würde sie es schön ruhig angehen lassen und ich könne mich ganz langsam wieder an sportliche Betätigung gewöhnen. Schließlich hat sie ja schon geschnauft, wenn sie die Treppe hoch gegangen ist. Aber nix da.  Sie hat mich schon in der ersten Woche so rumgescheucht wie ein Spieß seine Rekruten. Wie macht die das? Ich glaube, die ist gedopt. Das ist echt nicht normal.

Bereits am ersten Samstag hatte sie nichts besseres zu tun, als mit Herrchen nach Burg an der Wupper und wieder zurück zu wandern. Das sind dreieinhalb Stunden Fußweg, und meine Pfoten sind doch noch gar nicht an solche Strecken gewöhnt. Nach einer Stunde taten sie ganz doll weh. Ich habe gejammert, aber Moosi, die olle Hexe, hat sich nicht darum gekümmert. Da habe ich ihr ein Beinchen gestellt, und sie ist ausgerutscht. Leider ist sie dabei auf den Hinterkopf geknallt und hat eine halbe Stunde lang nur lauter dummes Zeugs geredet. Danach machte sie wieder einen normalen Eindruck. Naja, so normal, wie ein Mensch eben sein kann.

Ich glaube aber schon, dass sie einen leichten Hirnschaden zurückbehalten hat. Sie hat nämlich die ganzen restlichen Tage wie eine Verrückte trainiert. Bis zu 2 Stunden Nordic Walking, und was für grauenhafte Strecken. Immer bergauf und bergab durch den Schnee. An den anderen Tagen trainierte sie mit diesem grässlichen rosa Gummiband oder machte Krafttraining in Helmuts Folterkammer. Bäh! Dazu ständig noch diese schrecklichen Fußmärsche. Ihr ahnt nicht, wie ich leiden muss. 12.286 Kalorien hatte sie bis gestern schon weggesportelt. Ihre Energiebilanz für die letzten zwei Wochen liegt unter 40%. Ich sehe mich schon beinahe wieder dahinsiechen.

So richtig lecker gegessen hat sie in den 2 Wochen auch nicht. Lauter angeblich gesundes, mageres Essen, was ich kaum heruntergekriegt habe. Aber ich musste wenigstens nicht hungern. Trotzdem sehne ich mich sehr nach richtigem Essen mit mächtig viel Fett.

Wenn sie anständig gegessen hätte, dann hätte sie sicher auch nicht so viel abgenommen. Sie ist jetzt runter auf 73,3kg, hat also schon 2,7 kg verloren. Ihre Taille ist um 4 cm und die Hüfte um einen Zentimeter schmaler geworden. Das sieht nicht sehr hübsch aus. Hoffentlich geht das nun nicht so weiter.

Eigentlich müsste ich sauer sein, aber seit ihrem Neustart sieht sie endlich wieder glücklich aus, und deshalb bin ich meinem Frauchen auch nicht böse. Seit gestern ist sie sogar noch fröhlicher, weil sie einen Teilzeitjob gefunden hat. Zwar nur bis Ende Juni, aber wenigstens lacht sie nun wieder.

Ihr seht, ich gebe mir sehr, sehr viel Mühe mit Moosi, obwohl das eigentlich eines Schweinehundes nicht würdig ist. Hoffentlich weiß sie das auch zu schätzen. Jetzt sitze ich mit wunden Pfötchen auf meinem Sofa und muss mich auch noch von diesem gemeinen Muskelkater piesacken lassen. Autsch, ist das gemein! Und draussen schneit es schon wieder, da ist gleich wieder Schneeschippen angesagt. Seufz!

Der Muskelkater quält mich mal wieder

Frohe Ostern!

Endlich ist der Frühling da, draußen wird es grün, die Sonne scheint mir auf den Pelz und die Gartenmöbel werden rausgeräumt. Die Eisdielen haben wieder geöffnet, die Grillsaison ist eingeläutet und überall finden Märkte statt, auf denen es leckere Speisen zu kaufen gibt. Genau das, was ein Schweinehund braucht.

Vor allem die letzten paar Tage waren richtig schön, denn es ist Osterzeit und Moosi hatte am Karfreitag Lachs und Spargel mit Sauce Hollandaise gekocht.  Das schmeckte wirklich wunderbar. Samstag gab es selbstgemachte “Fischburger” mit Kräuterrahm und gestern hatte sie für die Familie Lummerschnitzel mit Paprikasahne, Bratkartoffeln und Salat gemacht. Dazu gab es nachmittags eine leckere “Bergische Kaffeetafel”. Moosi hatte extra die “Dröppelminna” mit Kaffee auf den Tisch gestellt, damit es auch stilecht zuging.

Heute mittag waren wir zum Abschluß der Ostertage noch in der “Neuen Mühle” und Moosi und Herrchen haben sich eine leckere “Kartoffelhochzeit” und ein Weizenbier gegönnt. Das waren ein paar richtig schöne Tage, fast wie ein kleiner Urlaub.

Ich habe natürlich frohlockt und war überzeugt, dass Moosi ihren Figurtest versauen würde, den sie gestern machen musste. Aber sie hat mich mal wieder ausgetrickst, dieses kleine Biest. Wegen der Schlemmerei hat sie am Frühstück und am Abendessen gespart, damit die Tageskalorien noch passen. Grummel! Das hat natürlich alles versaut und Moosi ist seit dem letzten Test 400 Gramm leichter geworden.

Wir hatten während der Ostertage auch eine Menge Bewegung. Am Karfreitag waren wir über drei Stunden unterwegs, mir taten hinterher ganz schön die Pfoten weh. Es war aber eine sehr schöne Wanderung, von Dabringhausen bis zum Altenberger Dom und wieder zurück.  Wir haben Rehe und Kaninchen beobachtet und viele schöne Waldblumen gesehen.

Am Samstag hat Moosi im Garten das Kräuterbeet umgegraben und neu eingerichtet und auch noch eine Menge Unkraut gezupft. Gestern sind wir dann wieder drei Stunden von der Gerstau bis zur Ronsdorfer Talsperre gewandert und heute haben wir einen Fußmarsch von Wermelskirchen bis zur Neuen Mühle gemacht. Nach dem Essen sind wir dann auf einem anderen Weg zurück gegangen. Ich hatte mein Bäuchlein so voller Essen, dass mir das Laufen richtig schwer gefallen ist.

Clemenshammer bei Gerstau

Am Nachmittag war ich auf einmal furchtbar müde und habe mein Bäuchlein auf der Gartenliege gesonnt. Schade, jetzt sind die Feiertage schon wieder vorbei und ich muss ein ganzes Jahr warten, bis endlich wieder Ostern ist. Seufz!

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