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Archiv der Kategorie Meinung - natürlich völlig subjektiv

Ich hasse Softcups

Jetzt bin ich schon seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr schwimmen gegangen. Genau seit der Zeit nicht mehr, als ich in kurzer Zeit fast 20 Kilo zugenommen hatte. Mittlerweile bin ich ja wieder wesentlich schlanker, aber der Grund, warum ich nicht schwimmen gehe, ist immer noch der gleiche.

Nein, ich schäme mich nicht, weil ich nicht mehr so schlank bin wie früher. Das habe ich nie getan und ich brauche es auch nicht, denn ich  habe schon wieder eine hübsche Figur, bis auf ein bisschen Speck in der Bauchgegend.

Das Problem ist die Badebekleidung. Aus dem Alter, um noch Bikinis zu tragen, bin ich nämlich heraus. Ich hätte schon immer lieber Badeanzüge getragen, aber ich habe eine ziemlich große Oberweite. So hatte ich bisher Bikinis gekauft, bei denen man Höschen und Oberteile einzeln kaufen kann, und auch immer etwas passendes gefunden. Aber ich finde, für einen Bikini sieht der Bauch nun nicht mehr schön genug aus.

Klar, der Busen ist einer meiner Pluspunkte, aber ich müsste obenherum  einen Badeanzug Größe 42 oder 44 tragen, je nachdem, wie er geschnitten ist. Unterhalb des Busens hätte ich dagegen Größe 38. Die einzigen Badeanzüge, die auch in 38 noch über die Oberweite passen, sind solche im Surfer-Style mit Unterbrustband, oder die Modelle, wo die Körbchen mit einem Ring zwischen den Brüsten gerafft werden.

Eigentlich dürfte es also kein Problem sein, einen Badeanzug für mich zu finden, wenn……

Ja, wenn es die verdammten Softcups nicht gäbe. Seitdem diese elenden Push-up-BHs angesagt sind, ist in jedem Badeanzug oder Bikini so ein Softcup drin. Das ist ein vorgefertigtes Körbchen, das oft auch noch leicht gepolstert ist. Mag ja sein, dass so ein Modell bei einer  Frau mit Minibusen oder bei einer, bei der alles hängt, besser aussieht als ein ungefüttertes Modell. Ich brauche die nutzlosen Dinger nicht, mein Busen kann die Körbchen auch allein ausfüllen, es muss dabei nicht unterstützt und geformt werden.

Bei mir sehen Softcups aus, als ob ich zwei Blumentöpfe übergestülpt hätte. Mit Körbchengröße E ist das ganz unvorteilhaft. Man trägt seinen Busen nach vorne ausladend vor sich her.  Wie einen Balkon. Wenn man geht, ist es, als ob eine Fregatte vorbeisegelt. Grauenhaft. Leider kann man die Cups auch nicht heraustrennen, ohne das Oberteil zu verderben. Ohne Softcups würden mir die Körbchen wahrscheinlich richtig passen.

Ärgerlicherweise sind selbst in den sportlichen Badeanzügen meistens welche eingearbeitet. Man findet gar keine Modelle mehr ohne. Und wenn, dann nur Teenie-Modelle. Jahrelang habe ich versucht, einen Badeanzug zu finden, aber selbst in der Hochpreis-Kategorie nichts gefunden.

Vor vier Wochen habe ich einen Wenz-Katalog mit Bademoden bekommen. Es sind mehrere schöne Modelle darin abgebildet, aber kein einziges ohne Softcups. Auch im Internet habe ich bei all den abgebildeten Badeanzügen keine ohne Softcups gefunden. So ein Ding trage ich auf keinen Fall. Ich erinnere mich noch mit Grauen an meine Anprobe von so einem Ding:

Vor zwei Jahren hatte ich nach langer Suche endlich einen Badeanzug in Gr. 38 mit E-Körbchen entdeckt und ihn anprobiert. Das Modell sah ganz gut aus. Schwarz, mit tiefem Rücken- und hohem Beinausschnitt. Also nicht so ein Omateil. Er passte um Bauch und Po wie angegossen und die Körbchen waren auch groß genug. Leider waren auch in diesem Anzug solche steif abstehenden Softcups und - das war das Härteste - Vorderteil mit Bauch-weg-Effekt, was die Vorderpartie flacher machen sollte. Als ich es angezogen hatte, bekam ich die Krise.

Anstatt vorteilhaft sah ich damit potthäßlich aus. Einfach grauenhaft. Ich kam mir vor wie eine 90-Jährige. Durch den Bauch-Weg-Effekt wurde der Bauch plattgedrückt wie von einem Panzer. Das bisschen Speck, was am Bauch schon gar nicht mehr doll auffällt, wurde nach unten und zur Seite gedrückt und schaute dafür aus dem hohen Beinausschnitt heraus. Tatsächlich - Bauch weg! Toll!!

Das Oberteil war so steif, als hätte ich einen Schaumgummibusen aus dem Karnevalsbedarf vorgebunden. Die Träger saßen viel zu weit außen, so als ob sie für ganz speckige runde Schultern berechnet wären. Sie rutschten bei jeder Bewegung. Mit so einem Ding hätte ich nicht schwimmen gehen können.

Ich gab also die wochenlange Suche auf und bin nie mehr schwimmen gegangen. Mein größter Wunsch ist es nun, im Urlaub endlich wieder mit meinem Mann ins Schwimmbad zu gehen. Ich werde also in den nächsten Wochen meine verzweifelte Suche wieder von vorne beginnen.

Hoffentlich erscheint bald eine gute Fee und hängt mir ein paar sexy Badeanzüge ohne Softcups in den nächsten Dessousladen.

Shopping-Tour des Grauens

Manchmal frage ich mich, ob die Bekleidungsindustrie Tomaten auf den Augen hat, weil sie bestimmt ein Drittel der Frauen beim Planen der Kollektionen vergisst. Oder wie ist es sonst möglich, dass in allen Geschäften massenweise hübsche Kleidungsstücke in S oder XS hängen, aber nur ganz vereinzelt welche in M, L oder gar XL? Wenn etwas in großen Größen da ist, dann ist es meistens so ein Oma-Teil in gräßlichen Farben, hat einen Walla-Walla-Schnitt und ist aus billigstem Material.

Gibt es in Deutschland nur noch “Topmodels” und Victoria-Beckham-Doubles, oder hat die Lobby der Schönheits-Chirurgen und Diätpillen-Hersteller die Bekleidungsmafia  heimlich bestochen, damit wir uns verzweifelt in die Arme der ganzen Abspeck- und Absaugspezialisten stürzen? Ich jedenfalls finde es nicht normal, bei einer Kollektion von Blusen oder Shirts gleich am ersten Verkaufstag ungefähr zwanzig mal Größe XS und S zu finden, aber kein einziges Teil in einer größeren Größe. Oft leider nicht mal in M. Genauso ist es beim Schlussverkauf oder im Outlet. Da muss man auch gertenschlank sein, um was zu finden.

Das bedeutet doch wohl, dass alle diese niedlichen kleinen Teilchen keine Käuferin gefunden haben, während die vereinzelten großen Teile gleich gierig vom Kleiderständer gerissen wurden. Es bedeutet, dass es eine Menge Frauen gibt, die so ein Kleidungsstück in M, L oder XL brauchen, leider aber leer ausgehen, weil das einzige Stück in ihrer Größe schon weg ist. Und es bedeutet, dass es nicht so viele schlanke Frauen gibt.

Frau lernt also, blitzschnell zu sein, damit sie die erste am Kleiderständer ist und noch eine Chance hat, etwas Hübsches zu erwischen. Moppels können sich nämlich genau so schnell bewegen wie Dünne. Hat die Ärmste trotzdem mal wieder kein Glück, kauft sie vielleicht notgedrungen so einen bayrischen Bierzelt-Ersatz, in dem sie aussieht wie Callis Großtante. Oder sie zieht ein noch einigermaßen gut erhaltenes Teil vom Vorjahr, Vorvorjahr oder dem letzten Jahrtausend an, weil es immer noch besser aussieht als ein Satinhängerchen in Leberwurstrosa, Leichengrün oder Quietschorange.

Es gibt auch einige Frauen, die eigentlich zu dick für Größe S oder M sind, und sich trotzdem aus Verzweiflung in so ein enges Teil hineinquetschen. Dann tragen sie zwar die neueste Mode, sehen aber aus wie Tamara, die tanzende Fleischwurst.

Das habe ich erst gestern wieder festgestellt, als ich etwas fetziges für die Ü30-Party gesucht habe. Ich habe mir einen Wolf gesucht und bin stundenlang durch die Geschäfte getigert. Nur vereinzelt fand ich ein paar schöne Teile in Größe M oder L. Dabei konnte ich die anderen Frauen beobachten, die aus ihren Kabinen kamen und sich vor dem Spiegel drehten. Die meisten waren dicker als ich, nur eine einzige Frau war schlank. Und nur die letztere hatte keine Probleme, passende Kleidung zu erwischen.

Es gab auch noch eine andere Sache, die mir aufgefallen ist. Eigentlich habe ich bei Oberteilen Größe 40/42, daher müsste ich zumindest in Größe L hineinpassen. Tue ich aber oft nicht mal annähernd. Manchmal sind die Sachen so knapp, dass ich wahrscheinlich auch mit XL nicht klargekommen wäre, wenn es das denn geben würde. Bei vielen Marken ist L nämlich das höchste der Gefühle.

Nach langer Suche fand ich dann doch noch ein schönes nachtblaues Shirt mit betonter Taille und tiefem Ausschnitt, aber ich war total genervt. Kleidung kaufen gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Es ist der blanke Horror!

Ich bin ja wirklich nicht dick, sondern nur etwas kurvig, aber trotzdem finde ich es wahnsinnig schwierig, schöne Kleidung zu finden. Wenn ich also immer wieder lese, wie Manager von Bekleidungsfirmen und Inhaber von Modegeschäften klagen, ihre Verkaufszahlen wären nicht so gut wie erwartet, dann kann ich nur sagen: Selbst schuld, Jungens!

Ihr könntet richtig fette Kohle machen, wenn ihr mal dran denken würdet, dass die weibliche Bevölkerung aus unterschiedlichen Frauen besteht. Nicht nur aus Models. Alle Frauen haben das Recht auf hübsche Kleidung, nicht nur die ganz schlanken. Auch Frauen mit rundlicheren Figuren verdienen Geld und möchten es gerne ausgeben. Und zwar für Sachen, in denen sie hübsch aussehen, und nicht für Textilschrott im Schlabberlook.

Jede Frau kann sexy aussehen, wenn sie etwas trägt, dass ihre Pluspunkte zur Geltung bringt. Flatterhemden mit Kittelschürzen-Muster oder Polyesterblusen mit Klatschrosen, billigem Flockprint oder einer albernen Glitzeraufschrift tun das ganz sicher nicht.

Also, liebe Bekleidungshersteller: Gebt euch mal ein bisschen Mühe, dann klingelt auch die Kasse! Das gilt auch für euch, verehrte Chefeinkäufer. Bestellt zur Abwechslung mal ein paar Teile in Größen, die gebraucht werden. Dann braucht ihr euch auch keine Sorgen um die Zukunft mehr zu machen.

Moosis Tierleben - die Laufente

Endlich ist es soweit - es geht mir besser und ich fange wieder an zu joggen. Und mein Mann läuft auch mit, dann ist es nicht so langweilig. Heute morgen haben wir nach einer sehr sehr langen Pause unsere erste Runde gedreht, dabei aber leider einen entscheidenden Fehler gemacht: wir waren nicht früh genug an der Talsperre. Und so machten wir Bekanntschaft mit einer besonderen Spezies der Vogelwelt: der Unbemannten Laufente.

Eigentlich  sind wir ja besonders tierlieb und freuen uns an allen Tieren, die wir auf unseren Wanderungen und beim Sport entdecken. So mögen wir auch sehr gerne die possierlichen Indischen Laufenten, die so drollig über den Rasen spazieren, wenn sie nach  Nacktschnecken suchen. Die Tierchen sind sehr hübsch anzusehen mit ihrem flaschenförmigen Körper und dem schönen braunen, cremefarbenen oder grauen Gefieder und sie können mit ihren langen Beinen ziemlich schnell laufen. Sie schnattern zwar gerne, aber nicht besonders laut. Sie fühlen sich überall wohl, wo sie ausreichend Wasser zum Schwimmen und frisches Gras finden.

Von diesem hübschen Tierchen gibt es im Bergischen Land aber noch zwei regionale Unterarten. Da ist als wichtigste  Spezies die Bergische Laufente. Sie hat ebenfalls ein dezent getöntes Gefieder und hält sich vorwiegend auf den Laufstrecken der Bergischen Wälder auf, wo sie nach und nach einen kräftigen, sportlich gestählten Körper bekommt und sich Energie für die alljährliche Reise in den Süden holt.

Rund um die Remscheider Talsperre gibt es größere Vorkommen dieses sympathischen Vogels. Die Bergische Laufente rennt gerne und ist ziemlich schnell und ausdauernd. Daher gewinnt sie oft Preise auf bekannten Entenschauen wie dem Röntgenlauf oder dem City-Run. Sie ist sehr wetterfest und auch bei dickstem Regen, Schneegestöber und Nebel kann man ihr begegnen. Ihr Geschnatter ist dezent und hält sich in Grenzen. Eine wahre Freude also für jeden Tierfreund.

Die zweite Art nennt man die Unbemannte Laufente. Woran erkennt man diesen Vogel? Die Unbemannte Laufente ist ausschließlich weiblichen Geschlechts und verfügt über zwei besonders hervorstechende Kennzeichen: das schöne Gefieder und die sehr laute, leider nicht besonders schöne Stimme.

Das Gefieder der Laufente ist prächtig und wunderschön gefärbt. Besonders die Federn am Kopf sind sehr dekorativ geordnet, und um Augen und Schnabel herum kann man besonders schöne Farbspiele beobachten. Über den Augen lässt sich häufig ein leuchtend buntes Band rund um den Kopf bewundern. Leider wird der wunderschöne Eindruck dieses Vogels durch das durchdringend laute, penetrante Geschnatter sehr getrübt.

Die Unbemannte Laufente hält einen langen Winterschlaf und wird durch das erste sonnige, wärmere Wetter ins Freie gelockt. Man trifft sie vorwiegend rund um die Remscheider Talsperre, wo sie sich mit wenig Energieaufwand vorwärts bewegt, damit sie ihre Kraft für die anstrengende Balz bewahren kann. An Regentagen, bei Nebel oder Frost bleibt sie im warmen Nest, damit ihr hübsches Gefieder nicht leidet.

Sobald die Unbemannte Laufente das Nest verläßt, beginnt sie zu balzen. Dabei ist sie auf die Männchen der Bergischen Laufente angewiesen. Bei der Balz treffen sich weibliche Enten in kleinen Grüppchen von sechs bis acht Tieren. Wenn sie ein passendes Männchen erspäht haben, machen sie durch lebhaftes, lautes Geschnatter und das Präsentieren des leuchtenden Gefieders auf sich aufmerksam.

Die Balz gestaltet sich meist schwierig, weil viele Männchen beim ersten Klang des Geschnatters  panisch flüchten. Trotzdem gelingt es hier und da einem Weibchen, sich mit einem geneigten Männchen zu paaren, wodurch die Spezies bisher nicht vom Aussterben bedroht ist.

Die Art gibt für den Tierfreund leider wenig Anlass zur Freude. Daher ist es ratsam, schon sehr früh am Morgen Joggen zu gehen, wenn sich die Unbemannten Laufenten noch im Nest befinden. Mein Mann und ich haben daher beschlossen, uns in Zukunft den Wecker etwas früher zu stellen, um diesen nervigen Tierchen nicht mehr zu begegnen.

Frauenzeitschriften, Teil II - Gute-Laune-Diät?

Nach dem nun selbst in meiner Fernsehzeitung kein Weg mehr an einer Wunderdiät gegen den Weihnachtsspeck vorbei geht, muss ich das doch wirklich einmal näher unter die Lupe  nehmen. Mit dem, was ich bei Aiqum gelernt habe, kann ich das jetzt viel besser beurteilen als vor dieser Zeit. Also, was taugt das Ganze?

Zuerst mal das, was direkt ins Auge springt: Die plakative Überschrift und die verlockenden Bilder. Wie nennt sich das? Die “Gute-Laune-Diät”. Aha! Das klingt ja recht freundlich und lässt einen abwechslungsreichen und leckeren Speiseplan vermuten. Die abgebildeten Mahlzeiten sehen aber auch wirklich lecker aus. Sabber! Also gibt es erst einmal einen Pluspunkt.

Als nächstes lese ich die paar Zeilen der Zusammenfassung unter der Überschrift. Was denn?! Die Dauer der Diät beträgt fünf!!! Tage und das soll bei der abspeckwilligen Leserin fünf Pfund an Gewicht schwinden lassen. Na - das klingt jetzt aber eher suspekt!

So ein kurzer Zeitraum für 2,5 kg Abnahme lässt darauf schließen, dass hier in erster Linie Wasser und schwindendes Muskelgewebe den Gewichtsverlust verursachen. Man müsste 17.500 Fettkalorien abbauen, um das zu schaffen. Wie soll das gehen in so kurzer Zeit? Die einzige Methode, die ich kenne, wäre die Amputation eines Körperteiles. Für diese Aussage gibt es also einen Minuspunkt, und zwar,weil man den Diätwilligen suggeriert, dass sie dann die entsprechende Menge an Fett verlieren. Auf solche Versprechungen bin ich früher auch immer reingefallen und habe mich gewundert, dass ich so schnell abgenommen hatte, aber bereits am zweiten Tag mit normaler Kalorienzufuhr das Gewicht wieder drauf war. Jetzt weiß ich es besser und mache es richtig.

Als nächstes nehme ich mir also mal die Einzelheiten wie Konzept und Ernährungsplan für diese fünf Tage genauer vor. Möglicherweise ist das Ganze ja doch besser, als der erste Eindruck vermuten lässt. In einem Kasten rechts oben werden die Einzelheiten zu der Diät beschrieben. Was erwartet also den gespannten Moppel?

Der so genannte Experte dieser Zeitschrift, ein Ernährungswissenschaftler, behauptet, dass das Abnehmen mit dieser Diät so viel Spaß macht, weil hier Zutaten verwendet werden, die die Stimmung durch das Glückshormon Serotonin positiv beeinflussen sollen. Diese Zutaten sind Ananas, Tomaten, Tofu, Nudeln und Bananen. Außerdem soll durch Chili, Ingwer, Tofu, Tomaten, Kiwis, Papayas und Ananas auch noch die Fettverbrennung angekurbelt werden. Etwas Süßes zwischendurch soll zusätzlich die Laune der potentiellen Naschkatzen verbessern, die mit dieser Diät abspecken möchten.

Klingt auf den ersten Blick nicht schlecht, bis auf den Ingwer machen mir diese Lebensmittel Lust zum Nachkochen. Aber jetzt kommt die Kehrseite der Medaille: Laut Aussage des Ernährungswissenschaftlers dürfen wir alle diese Köstlichkeiten essen und kommen doch nur auf 1000 Kalorien pro Tag. Es sollen dazu mindestens 2 Liter Wasser getrunken werden. Täglich eine Stunde strammer Sport soll die Abmagerungskur abrunden.

O.K., reichliches Trinken und eine Stunde intensiver Sport sind ganz bestimmt sehr positiv für die Figur und den Stoffwechsel, und daher definitiv ein Pluspunkt Aber 1.000 Kalorien? Watt denn, watt denn? 1000 Kalorien für einen anstrengenden Arbeitstag, Hausarbeit und eine Stunde intensiven Kardiosport? Meine Meinung dazu: Ernährungswissenschaftler hin oder her, wer so ein Programm zusammenstellt, hat einen Knall. Das gibt von mir aber mächtig Minuspunkte!! Wer nur ein bisschen durchblickt, weiß, dass sich der ausgehungerte Körper seine Reserven ganz sicher nicht aus den Fettspeichern holt.

Grundsätzlich könnten Aiqum-geschulte Menschen die Diät natürlich aufstocken, indem sie ein paar zusätzliche gesunde Zwischenmahlzeiten einplanen und damit auf ihre Tageskalorienzahl kommen. Dann hätte man auch genug Energie für den Tag.

Aaaaber - wir sind hier nicht bei Aiqum und haben also nur unsere 1000 Kalorien. Nehmen wir uns also jetzt einmal die Mahlzeiten vor, und schauen an einem Beispieltag, wie sie sich zusammensetzen. Wird man davon denn wenigstens einigermaßen satt?

Die schlanke Frühstücks-Idee sieht vor, zwei Scheiben Kokos-Zwieback mit 40g Frischkäse 0,2 % Fett, 1 TL Kokos-Chips, 1 Kiwi und Zitronenmelisse zu belegen.  Das Ganze hat 200 Kalorien (7g E, 27g KH, 7g F). Der Fettgehalt beträgt über 30 %, trotz des fettarmen Käses. Und die Kohlenhydrate kommen von Zucker und Weißmehl. Nööö - davon wird man ganz bestimmt nicht satt! Die beiden Zwiebäcke haben zusammen schon 126 Kalorien und sind für den hohlen Zahn. Dafür kann ich 60 g Graubrot oder ein ganzes Roggenvollkornbrötchen essen. Das hält viel länger vor und ist mit den restlichen Zutaten bestimmt auch sehr lecker. Ich sehe dieses Frühstück nicht als empfehlenswerte Mahlzeit an und gebe einen Minuspunkt.

Nun zum ersten Mittagessen: Mariniertes Rindersteak mit Chili-Rosenkohl, klingt eigentlich sehr gut. Was nehmen wir dafür? Ein 125g Rinderhüftsteak mit 150g Rosenkohl und - man höre und staune - üppige 30g!! Basmatireis. Dazu kommen diverse Sachen zum Würzen: Ingwer, Chili, Teriyakisauce, Limettensaft, Honig, Pfeffer und etwas Koriander. Die Gewürze sind prima, Steak und Gemüse auch. Aber der Reis! Wer soll von 30g Basmatireis satt werden? Pinocchio? Da kann man sich den Reis doch gleich von vornherein schenken. Ich würde auch hier wieder die gesundere Variante bevorzugen und Vollkornreis wählen. Der ist viel gesunder und hält länger satt. Diese Minimenge soll ja angeblich die Glückshormone wecken, wie uns der Kasten eben erzählt hat. Da sehe ich lieber im Fitnessstudio  auf einen knackigen Männerkörper, da sieht das mit den Glückshormonen viiiel besser aus. Diese Mahlzeit hat 380 Kalorien (37g E, 38g KH, 9g F) . Sie ist zwar recht fettarm und bestimmt sehr schmackhaft, wird aber ganz sicher nicht lange satt halten. Ich tendiere beim Glücksgefühl also zum Männerpo und gebe für das Essen einen Minuspunkt.

Nun weiter zum Abendessen: Wow, es gibt Birnen-Preiselbeer-Pfannkuchen. Mjammmm!! Das klingt ja besonders köstlich! Dazu werden Eigelb, Butter, Buttermilch, Mehl, Backpulver, Zucker und Salz zu einem Pfannkuchenteig verrührt. Dann werden daraus 3 winzigkleine, mit je einer Birnenspalte und 1/2 Teel. Preiselbeeren aus dem Glas belegte Pfannkuchen gebacken. Das ist zwar ganz sicher deliziös, aber die Menge ist so zwergenhaft, dass man sie besser auf einem Puppengeschirr serviert. Tja, wieder mal nichts, um satt zu werden, es sei denn, man heißt Victoria Beckham.

Die  Mahlzeit hat 270 Kalorien (6g E, 11g F und 36g KH). Wer bedenkt, dass die Kohlenhydrate hier wieder mal vorwiegend aus Weißmehl und Zucker kommen, wird sicher mit mir einer Meinung sein, dass auch das kein gutes Beispiel für gesunde Ernährung ist. Das frische Obst erschöpft sich in der Riesenmenge von ca. 1/4 Birne, der Rest sind Preiselbeeren aus dem Glas. Wie jeder weiß, ist das eine richtige Zuckerbombe. So eine Mahlzeit mag als “Leckerchen zwischendurch” durchgehen, aber nicht als gesundes Abendbrot. Ein ganz besonders cleverer Tipp empfiehlt, die restliche dreiviertel Birne als Zwischenmahlzeit zu essen. Klasse Idee! Eine ganze Frucht wäre auch wirklich Völlerei. Was gibt das also? Na klar - MINUSPUNKT!

Die Zusammensetzung der Speisen sieht an den anderen vier Tagen ähnlich aus: Mittags gibt es eine Portion Fleisch oder Geflügel, am letzten Tag gibt es Fisch. Abends Suppe, Salat oder Papaya und Ananas mit Parmaschinken. Kohlenhydrate kommen nur ein einziges Mal in Form von Vollkorn vor, und zwar gibt es 30g Vollkornreis. An den restlichen Tagen darf man entweder 50g Nudeln, 40g Reisnudeln, 40 g Baguettebrot, 25g Basmatireis oder einen Bagel essen. Einmal gibt es Hülsenfrüchte (50g rote Linsen). Kartoffeln sind nicht vorgesehen. Boah - hoffentlich habe ich noch genug Minuspunkte im Schublädchen.

Die empfohlenen Zwischenmahlzeiten sind so weit ganz in Ordnung: Eine kleine Banane, ein Apfel, 3 TL. Erdnüsse, 200ml Buttermilch, 100 g fettarmer Fruchtquark, 2 Stückchen Schokolade, etc.

Fazit: Die Mahlzeiten sind ganz bestimmt delikat, aber ich würde mit so wenig Essen nicht über den Tag kommen. Da würde meine Laune schon am ersten Tag vor lauter Magenknurren und Frust in den Keller gehen. Am Ende der Zeit hätte ich dann solchen Kohldampf und wäre so stinksauer, dass man mich besser gar nicht mehr anspricht. Ganz zu schweigen von den Heißhunger-Attacken, die ich anschließend bekommen würde. Wahrscheinlich würde ich irgendwo hinter einer Hecke lauern und dem nächsten ahnungslosen Jugendlichen den halb angebissenen Cheeseburger aus der Hand reißen. Gute-Laune-Diät? Schon allein das Wort Diät in Verbindung mit der Zahl 1000 (Kalorien) schließt für mich jegliche gute Laune aus. Das ist die Ernährung des Grauens! Je mehr ich davon esse, desto fetter wird das Grauen. Gott sei Dank, dass ich abnehme, ohne mir so etwas anzutun.

Frauenzeitschriften und ihr Lieblingsthema

Heute war ich im Zeitungsladen, weil es mich mal wieder nach diversen Gartenzeitungen gelüstete. Da konnte ich gar nicht anders, als einen Blick auf die ganzen Frauenzeitschriften zu werfen, die gleich daneben im Regal standen.

Irgendwie läuft es einem kalt über den Rücken, wenn man in jeder davon die allerneueste ultimative “6-Pfund-in-sieben-Tagen-Diät” auf der Titelseite prangen sieht. Ganz Presse-Deutschland diätet gemeinsam den Weihnachtsspeck weg. Da wird einem richtig übel. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich bei Aiqum bin und weiß, wie man es richtig macht.

Natürlich ist es nicht verkehrt, vielleicht das eine oder andere Rezept aus so einem Diätplan nachzukochen, wenn es was Leckeres ist. Manche Rezepte sind erstaunlich gut. Aber die Gesamtmenge bei diesen Plänen ist für den hohlen Zahn. Da mag ich lieber so essen, wie es mein Plan vorsieht und habe ausreichend Kalorien  für den Tag. Und immer das, worauf ich Appetit habe.

Was mich an diesen ganzen Diäten nervt, ist nicht nur, dass man davon nicht satt wird, sondern auch der ewig gleiche Jahresrhythmus: Anfang Januar gibt es zwei Wochen lang eine Diät, um den Weihnachtsspeck zu verlieren. Und weil dabei viel Obst und Gemüse gegessen wird, soll das angeblich aus dem Winterschlaf aufwecken.

Gleich danach ist Karneval und es wird ordentlich gesoffen Alkohol konsumiert. Dazu gibt es Faschingskrapfen, Chips, Salzstangen & Co. Unsere bunten Gazetten überschlagen sich mit Partytipps und Rezepten für die tollen Tage. Lauter leckere Partysalate, Häppchen und Cocktails für die Super-Karnevalsfete werden uns präsentiert, und natürlich müssen wir sie nachkochen.

Sobald der Aschermittwoch hinter uns liegt, beginnt die Fastenzeit. Genau richtig für den Deutschen Blätterwald, um die nächste Diätrunde einzuläuten. Und den Stoffwechsel durch Saftkuren und Schüsseln voller Rohkost wieder ans Arbeiten zu bringen. Zumindest solange, bis die ganze Muskulatur weggehungert ist. Hurra - die Verkaufszahlen für die nächsten zwei bis drei Wochen sind gerettet!

Nachdem das Deutsche Volk mal wieder massenweise Pfunde verloren hat, steht auch schon das nächste Fest vor der Tür. Es ist Östern in den Klöstern. Und womit feiert man dieses herrliche Fest? Richtig - mit einem schönen, reichhaltigen Ostermenü und einer Menge Kuchen und Schokolade. Die Kochanleitungen für all diese Schlemmereien finden Sie (selbstverständlich) im beiliegenden Sonderheft. Zusammen mit Rezepten rund ums Osterei. Passend begleitet von schnuckeligen Bastelanleitungen.

Damit sind die Auflagen für Ostern und für die Wochen danach auch gleich wieder im grünen Bereich. Denn was braucht der Leser jetzt ganz, ganz, ganz dringend? Richtig - eine Frühjahrsdiät. Also her mit Spargelkur, Erdbeerdiät und wasweissich. Und schon ist der Stoffwechsel aber so was von angekurbelt.

Sobald die brave deutsche Leserin diese magere Zeit tapfer überstanden hat und merkt, dass der Stoffwechsel doch nicht so bullert, wie sie dachte, ist auch schon das Pfingstfest da. Und der Tanz in den Mai. Und etliche weitere Feiertage.

Diese schöne Frühlingszeit muss man richtig genießen. Wie könnte man das besser als bei einem gemeinsamen guten Essen? Und bei etlichen Gläsern Wein oder ein paar Krügen Weißbier im nächsten Biergarten? Herrlich, so faul in der Sonne zu sitzen. Ein dicker Eisbecher darf natürlich auch nicht fehlen. Für die Leserinnen, die nicht so oft ausgehen, haben die schönen bunten Zeitschriften ausreichend kalorienreiche Anregungen auf ihren Seiten, damit sie auch was vom Leben haben.
Es naht der Urlaub und damit die Zeit, in der die weiblichen Wesen ihre Bikinis und Badeanzüge vom letzten Sommer aus den Schubladen wühlen. Rupf - zerr - reiss… Oh - was ist das? Letzten Sommer hat der doch noch gepasst. Ist der etwa eingelaufen? Das Material ist aber auch nicht mehr so gut wie damals in den Neunzigern. Das taugt ja gar nichts. Was tun?

Richtig - eine Diät muss her. Und zwar die Bikini-Diät. Besonders fortschrittliche Journale bieten frau noch einen kleinen Sonderbonus: Die Super-Bauch-weg-Gymnastik. Angekündigt mit der verlockenden Schlagzeile:”Garantiert bauchfrei in drei Wochen!” Leider wird nie gesagt, in welchen. Und was frau ohne Bauch anfangen soll.

Hurra, jetzt hat die Quälerei ein Ende. Der Urlaub ist da. Sommerferien - ab nach Malle oder die DomRep. Weil der Bikini vom letzten Jahr ohnehin nicht mehr modern war, hat man einen neuen im Gepäck. Ein bisschen größer als der letzte, aber dafür sitzt er richtig. Und wenn man unter Wasser ist, fallen die Speckpolster, die unten und oben herausschauen, nicht weiter auf. Dieses neckische Kleidungsstück reist nun mit seiner Besitzerin fröhlich in den All-Inclusive-Urlaub.

In so einer tollen Luxus-Ferienanlage wird man von morgens bis abends verwöhnt. Man nimmt alles mit, was man kriegen kann, schließlich hat man dafür ja bezahlt. Zwar kann man sich abends kaum noch vorwärtsrollen, weil der Magen so voll ist, aber egal. Zu verschenken hat keiner was. Schnell ist die schöne Zeit vorbei. Komisch, der Stoff von diesem Bikini war auch wieder nicht gut, das Teil kneift.  Also wird es Zeit für die nächste Diät: Weg mit dem Urlaubsspeck.

Drei Wochen später: Die Diät ist vorbei und der Sommer auch. Jetzt wird das Wetter langsam kühler und man freut sich auf einen heißen Kakao auf dem Sofa. Die Zeitschriften locken uns mit leckeren Rezepten für Aufläufe, Gratins, Nudelgerichte und Co. Dazu Pflaumenkuchen, Apfeltorte und was das Herz sonst noch begehrt. Ein paar Streicheleinheiten für die Seele. Es ist nun auch die Zeit der Volksfeste und Erntedankfeiern, bei denen man es sich so richtig gut gehen lässt. Fazit: die nächste Diät muss dringend her.

Was machen wir als nächstes: Genau - die Kartoffeldiät! Und gleich anschließend, weils so schön war und wir die Kartoffeln sowas von leid sind, auch noch die Suppendiät. Jetzt haben wir die Chance, noch mal so richtig abzuspecken, bevor der Advent kommt.

Gesagt - getan. Und schon ist sie da, die Zeit der Christkindlmärkte, Adventskaffeekränzchen, Weihnachtsfeiern, Familientreffen und Plätzchenbackorgien. Alles lockt und duftet und die bunten Blätter sind voll mit leckeren Rezepten für das schönste Fest des Jahres. Der Backofen läuft auf Hochtouren und in den Bechern dampft der Glühwein. Schaaade - so schnell ist diese schöne Zeit vorbei. Diesmal kneifen die Kleider nicht, wir haben ja neue zu Weihnachten bekommen.

Nahtlos geht die Weihnachtszeit in den Jahreswechsel über. Jetzt ist Party angesagt. Silvesterpunsch, Partybuffet, Mitternachtssuppe, Krapfen und eine Menge Alkohol warten auf freudige Konsumenten. Und schon ist wieder ein Jahr vorbei und alles geht von vorne los. Und wenn sie nicht gestorben sind, diäten sie noch heute.

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