Archive für Oktober 2008

Folter für Schweinehunde

Seit dem 15. Oktober habe ich nichts mehr zu lachen - Moosi macht bei einem Ausdauersport-Duell mit. Und ich muss natürlich immer dabei sein, damit ich zu Hause keinen Unsinn anstelle. Das ist nicht nett von Moosi. In der Zeit, wo sie sportelt, könnte ich doch so schön ein paar leckere Dinge in den Kühlschrank packen. Aber nix da - ich muss auch Sport machen!

Moosi hat gesagt, sie will über den Winter ihr Gewicht halten, und im Herbst fährt ihr Stoffwechsel immer runter. Und ich weiß immer noch nicht, was das ist, Moosi erklärt es mir nicht. Schweinehunde brauchen keinen Stoffwechsel, die haben ein schönes, glänzendes Fell!

Am vorletzten Wochenende hat eine von den Tierquälerinnen im Forum die Idee gehabt, jeden Tag etwas Zeit mit zusätzlichem Ausdauersport zu verbringen - als wenn die vier Tage Sport in der Woche, die Moosi schon macht, noch nicht genug wären. Und dann geht das auch noch um die Wette, damit auch ja recht viel gesportelt wird. Das tut Moosi auch ausgiebig, 490 Minuten hat sie schon zusammen. Dauernd quietscht dieser blöde Crosser, bei dem Krach kann man überhaupt nicht dösen. Grrrr… dabei wird auch der bravste Schweinehund zum Zerberus.

Nächste Woche will sie sich noch etwas steigern. Sie hat sich nämlich vorgenommen, bis zum Ende des Duells - das geht noch bis zum 15.November - für jede erreichte Minute einen Cent für unser Tierheim zu spenden, und da will sie sich jetzt noch mehr anstrengen, damit ordentlich was zusammen kommt. Ich muss mich schinden, damit die Tiere im Tierheim es gut haben. Ist das nicht paradox?

Damit nicht genug, hat sie auch noch angefangen, die Joggingrunden am Samstag und Sonntag zu verlängern. Nächstes Jahr will sie beim Röntgenlauf mitmachen und einen Halbmarathon laufen. Deshalb hat sie am letzten Wochenende ihr Pensum erhöht und an den beiden Tagen zusammen 18 km abgerissen, an diesem Wochenende waren es 23 km. Autsch, meine Pfötchen haben ganz dicke Blasen!

Heute war auch mal wieder Figurtest. Moosi scheint ihr Gewicht wirklich zu halten, heute waren es 64,7 kg. Dabei hatte ich so die Daumen gedrückt, daß sie wieder schön mollig und rund wird. Mit Hüfte und Taille scheint was nicht zu stimmen - sie sind jeweils einen Zentimeter schlanker als vor zwei Wochen. “Modellieren” nennt Moosi das.  Wie albern! Ein schönes, kuscheliges neues Speckröllchen in der Taille kriegen, das ist modellieren.

Hoffentlich kriegt Moosi auch Blasen an den Füßen, so wie ich, wenn sie jeden Tag so viel strampelt. Dann kann ich nämlich endlich wieder auf mein Sofa. Nur darf ich leider keinen Rotwein trinken, weil Moosi schon wieder bei “Abnehmen ohne Alkohol” mitmacht. Gestern ist sie mal schwach geworden und hat ein Bierchen getrunken, aber sonst gibt es leider gar nichts leckeres. Ich habe mir aber heimlich ein Fläschchen Sekt hinters Sofa gestellt, das nuckel ich morgen, wenn Moosi  nicht aufpasst. Prost!

Endlich wieder zwei große Runden

Nachdem der schlimmste Stress wegen des Jobwechsels nun vorbei ist und wir den größten Kummer über den Tod von Schwiegerpaps nun überwunden haben, habe ich langsam wieder Kraft, mein Training ordentlich durchzuziehen.

Heute morgen war es ziemlich trübe und herbstlich, nur 8 Grad.  Das ist, in Verbindung mit der feuchten, frischen Herbstluft, die ideale Lauftemperatur. Nachdem nun das Crosserduell bei Aiqum, bei dem ich seit Mittwoch mitmache, meine Kondition wieder gepusht hat, habe ich mir heute endlich mal wieder zwei grosse Runden um die Talsperre zugetraut.

Der Anstieg am Anfang ging dann heute auch relativ leicht. Oben auf dem oberen Weg angekommen, stellte ich fest, daß ich ganz allein auf weiter Flur war. Wunderbar! Es war so still, dass man die Herbstblätter fallen hören konnte. So habe ich die Waldesstille genossen und dem Gezwitscher der Vögel zugehört. So kann man beim Laufen mal richtig die Seele baumeln lassen.

Die zweite Runde war dann etwas schwieriger im Anstieg, ich war doch schon leicht in Schweiß geraten, aber ich schaffte das dann auch noch ganz gut. Auf dieser Runde setzte dann plötzlich das Geläut der Kirchenglocken ein. Schön, dieser sonntägliche Frieden.

Mit dem Ende des Glockenklangs war es aber dann vorbei mit der Ruhe: Die Teilnehmer der diversen Lauf- und Walkingtreffen waren nicht zu überhören. Dass manche Leute ununterbrochen durcheinander schnattern müssen, das tun ja nicht mal die Enten. :-)

Ich habe die beiden Runden (9km) in 55 Minuten geschafft, das sind zwar keine besonders tollen Werte, nach einer längeren Pause finde ich es aber auch nicht schlecht. Am Ende, nach dem Dehnen, habe ich mich dann mit geruhsamen 10 Minuten auf der Staumauer belohnt, denn die Sonne ist dann doch noch rausgekommen. Ich habe mir Zeit genommen, die Enten zu beobachten und den schönen Blick über das Wasser zu genießen. Wenn ich doch öfter Zeit für einen Morgenlauf hätte!

Jetzt sieht Moosi wieder hübscher aus

Ja, liebe Hundefreunde, bald habe ich meine geliebte, wohlgerundete Moosi wieder und dann kann ich an den kalten Winterabenden wieder meinen Kopf gemütlich an ihr Bäuchlein anlehnen und kuscheln. In der vergangenen Woche war sie auf der Messe, und weil sie dort nicht vom Stand weg konnte, konnte sie auch kein übel schmeckendes, mageres Essen kaufen. Aber der Magen hat ihr geknurrt, und so hat sie endlich mal etwas hundefreundliches zu sich genommen: leckere Kekse mit Schokolade und Creme! Gaaanz viiiele! Hmmm, haben die gut geschmeckt. Ich versteh gar nicht, dass Moosi die nicht lecker findet.

Zum Trinken gab es Cola und Fanta, aber nicht die schottische Version, wo die zu geizig waren, da auch Zucker mit rein zu tun. Nein, Moosi hat richtige Fanta und Cola getrunken. Leider nicht besonders viel, weil sie findet, dass so viel Zucker nicht gut tut. Zwischendurch hat sie dann schwarzen Kaffee getrunken, der war voll fies. Wie kann man so etwas nur freiwillig runterschlucken, das schmeckt ja wie Parkbaum ganz unten.

Nach drei Tagen sah Moosi aus, als ob sie eine Schönheitsbehandlung hinter sich hätte: Ihr Bäuchlein wieder schön rundlich und ihre Taille nicht mehr so klapperig dünn. Und schöne Beine hat sie jetzt auch, die haben unten wieder richtig Umfang und sehen nicht mehr so aus, als ob sie einem Fischreiher gehören würden. Moosi sieht wieder richtig hübsch aus.

Leider weiß sie das alles gar nicht richtig zu schätzen. als nach den drei Tagen ihre Jeans klemmte, hat sie gegrummelt. Und sie war sauer, dass auch der hässliche enge Rock nicht mehr zu ging.  Soll sie doch froh sein, wenn sie diese ollenLumpen nicht mehr anzuziehen braucht. Wo sie doch so schöne weite, luftige Sachen im Schrank hat!

Als sie gestern auf die Waage gestiegen ist, hat sie nicht gegrummelt. Nein. Sie hat ein ganz unanständiges Wort gesagt, dass mit Sch….. anfängt. Und das alles nur, weil sie dreieinhalb Kilo mehr auf der Waage hatte als am letzten Dienstag. Ich verstehe Moosi nicht, warum freut sie sich denn gar nicht?

Da ist sie doch wahrhaftig schon am heiligen Sonntagmorgen schon im dicksten Nebel um die Talsperre gehechelt, damit der Stoffwechsel wieder in Gang kommen sollte, und ich musste natürlich nebenher laufen. Puuuh! Was ist das überhaupt, so ein Stoffwechsel? Ich dachte immer, das ist, wenn man andere Kleider anzieht.

Heute früh hatte sie auch ihren Figurtest und hat sich tierisch gefreut, weil sie nur noch etwas über ein Kilo mehr drauf hatte. 64,9 Kilo wog sie heute morgen, und ich habe mich richtig darüber geärgert. Ich finde nicht, dass das ein Grund zum Jubeln ist. Das ist eindeutig ein Schritt näher zum Abgrund. Die Menschen sind wirklich seltsame Wesen!

Ich hoffe, Ihr habt ein ganz klein wenig Mitgefühl mit mir armem Hündchen und feuert Moosi ein bisschen an, damit ich es in der Adventszeit wieder warm und kuschelig habe und mein Frauchen wieder so schön aussieht wie im letzten Jahr.

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