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Archive für Februar 2009

Das neue Aiqum-Jahr startet langsam durch

Das neue Jahr hat schon gut angefangen. Trotz verschleppter Vireninfektion, Cortison-Nachwehen und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen habe ich doch nicht schlapp gemacht. Ich denke, die viele frische Luft und das gesunde Essen zahlen sich jetzt aus. Ich habe darauf geachtet, jeden Tag zumindest einen kleinen, halbstündigen Spaziergang zu machen, und immer genug Obst und Gemüse zu essen.

Nachdem ich mich wieder besser fühlte, konnte ich das Training im Fitneßstudio und meine Jogging-Runden wieder beginnen. Ich habe mich gleich wieder viel fitter gefühlt, nicht mehr so schlapp und müde. Und jetzt bin ich so weit, dass ich wieder mit voller Kraft loslegen kann.

Auf der Waage hat sich leider nicht viel getan, seit dem Jahreswechsel habe ich nur ein einziges Pfund verloren. Aber die Zentimeter sehen viel besser aus, Taille 77 und Hüfte 94. Das ist gar nicht mal so übel, alle Sachen, die mir nach dem Cortison-Fiasko zu eng geworden waren, gehen wieder zu. Und das, obwohl ich noch über fünf Kilo schwerer bin als vor der Erkrankung. Das Geld für das Studio lohnt sich also tatsächlich. Am Besten sieht man die Verbesserung am Bauch, wo ich im letzten Jahr  die dicke Rolle einfach nicht wegbekommen habe. Sie ist schon mindestens um ein Drittel kleiner geworden.

Ich kann also dem Frühjahr wieder mit Vorfreude entgegen sehen und denke, dass ich in diesem Sommer nicht nur das Glück haben werde, wieder in einen menschenwürdigen Badeanzug zu passen, sondern dass ich vielleicht sogar ein Modell nehmen kann, das ein bisschen sexy aussieht.

Herz, was willst Du mehr?

Moosi ist gemein

Ich habe Euch ja schon erzählt, dass Moosi jetzt immer mit mir in diese Folterkammer namens “Sportfabrik” geht. Was soll ich sagen - es ist genau das passiert, was ich erwartet habe: Der oberste Folterknecht (Helmut) hat die arme Moosi so schrecklich gequält, dass sie schon die ersten Gesundheitsschäden hat! Was tue ich jetzt bloß? Ich will der armen Moosi doch helfen, sie darf nicht krank werden. Ich brauche sie doch! Vielleicht hat ja auch ihr Gehirn schon ein bisschen gelitten. Wenigstens sieht es so aus.

Seitdem sie sich dort Woche für Woche verausgabt, sieht sie ganz mickrig und zusammengeschrumpft aus. Und wenn ich ihr helfen will, gesund und kräftig zu bleiben und sie darum bitte, wenigstens einmal pro Woche auf dem Sofa auszuruhen, dann krieg ich einen Klaps auf die Pfote. Das ist soooo gemein. Letzten Dienstag ist sie beim allerschlimmsten Schneegestöber ins Studio gegangen, zu Fuß! Jedesmal muss ich brav mitgehen und sogar am Wochenende noch raus in die Eiseskälte, zum Joggen. Es interessiert Moosi nicht, ob es schneit oder friert oder in Strömen giesst.  Ich hasse den Winter.

Heute morgen habe ich Moosi an der Talsperre angefleht, doch mit ihren Kräften etwas mehr hauszuhalten. Ich habe all meinen Charme zusammengenommen und sie mit meinen großen braunen Hundeaugen flehend angesehen. Und was hat sie gemacht, dieses undankbare Biest? Sie hat mich an der Staumauer an das Eisengeländer von der Treppe angebunden und ist ohne mich weitergelaufen.  Ich hab da in der Eiseskälte von Minus 3 Grad gewartet und gewartet, und Moosi kam  nicht. Das ist nun der Dank.

Wenigstens habe ich es geschafft, ein paar andere Menschen davon abzuhalten, in der Kälte herumzulaufen. Ich habe sie freundlich zum Faulenzen ermuntert, und sie sind wieder zurückgegangen zu ihren gut geheizten Autos. Das hat mir wieder Auftrieb gegeben. Ich habe gemerkt, dass es doch noch Leute gibt, die gehorchen, wenn ein Schweinehund Ihnen gute Ratschläge gibt. Nach einer Stunde kam Moosi endlich wieder und hat mich losgemacht. Sie hat mich nicht mal gelobt, dass ich so brav gewartet habe. Die kriegt schon noch ihr Fett!

Was Moosi nicht weiss: Ich habe mich mit ein paar von ihren Aiqum-Mädels verbündet. Jawoll! Die wollen nämlich, dass Moosi im März zu einem fröhlichen Abend mit Steaks und Bier in den “Alten Kaiser” kommt, und haben mich um Hilfe gebeten. Na, das lass ich mir doch nicht zweimal sagen! Ich habe mir also mal wieder mein Hypnosehandbuch rausgekramt und auch den “Bergischen Restaurantführer”, damit Moosi in Stimmung kommt.  Hoffentlich riecht die jetzt nicht Lunte, sonst gibt es wahrscheinlich nur noch Rohkost. Ächz!

Heute morgen hatte Moosi ihren Figurtest. Also, das Ergebnis verstehe ich einfach nicht! Da hat sie nur 500 Gramm abgenommen, nach einem wochenlangen Stillstand. Ich habe schon erleichtert aufgeatmet. Dann hat sie aber das Maßband genommen und siehe da - Taille 77 und Hüfte 94 cm. Wie kann das sein??? Das sind gleich viele Zentimeter in der Hüfte und nur 2 cm mehr in der Taille als im Sommer, mit 62,4 kg! Da stimmt doch was nicht! Ich glaube, ich muß mal meine Kumpels von der SHSH um Rat bitten, sonst wird Moosi immer dünner und ich sehe bald aus wie ein Windhund.

Eine Hoffnung habe ich aber noch: Nächste Woche ist Karneval, da ist die Versorgung mit leckeren Bierchen und heissem Glühwein gesichert.

Bin ich bei der Bundeswehr, oder was?

Langsam hab ich aber die Schnauze voll. Seit Wochen muss ich nun mit Moosi in diese blöde Sportfabrik, damit Helmut uns triezt. Und seit Wochen geht Moosi fast täglich zu Fuß zur Arbeit und wieder zurück. Nicht zu vergessen die üblichen Runden um die Talsperre am Samstag und am Sonntag.

Man sollte doch meinen, dass das genug Bewegung ist. Wir sind ja schließlich nicht bei der Bundeswehr. Aber Moosi scheint das nicht zu wissen. Wie sonst könnte sie auf die Idee kommen, auch noch am Wochenende lange Spaziergänge mit Herrchen zu machen? Mindestens zwei Stunden sind die beiden dann unterwegs, erst dann gibt es was zu essen. So kann sie ja nicht zunehmen. Sie hat schon zwei Zentimeter in der Taille und drei um die Hüfte verloren.

Der Marsch von heute mittag war besonders anstrengend, da fehlte nur der Tarnanzug und das Marschgepäck auf dem Rücken. Mitten durch die Botanik ging die Tour, über ganz schmale Fußpfade. Moosi und Herrchen hatten dabei richtig Spaß, sie haben gekichert, weil sie sich zweimal verlaufen hatten, wo der Pfad nicht richtig zu erkennen war. Als sie ein paar Tierschädel zwischen den Büschen fanden, fingen sie auch noch an, Witze zu reissen, dass ihre Knochen demnächst auch dort bleichen würden, wenn sie den Weg nicht bald wiederfänden. Ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass wir nicht mehr nach Hause finden, aber dann hatten wir unseren Weg doch wieder entdeckt. Da hab ich erleichtert aufgeatmet!

Weil ich ein gutes Hundchen war und so brav mitmarschiert bin, habe ich ein leckeres Mittagessen und zur Belohnung nachmittags noch ein Stück Käsekuchen bekommen. Wenn das immer so ist, kann ich ja noch mal darüber nachdenken, ob ich nächste Woche wieder mitgehe. Für so köstlichen Kuchen tue ich fast alles.

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