Archive für Juli 2008

Ich hasse Schulferien

Diese blöde Urlaubsvertretung macht mich noch einmal fix und alle. Mein Körper weiß schon gar nicht mehr, was eigentlich los ist. Ich habe kein Gefühl mehr dafür, wann ich einschlafen soll, oder wann es Zeit ist, aufzuwachen. Auch das Empfinden für Hunger oder Sättigung ist nicht mehr da, ich habe permanent das Gefühl, daß es mich vor jedem Essen ekelt, und zwischendurch habe ich Freßanfälle. Dann muß ich mich echt zurückhalten, damit ich mir nicht sinnlos tonnenweise Fastfood reinstopfe.

Bis jetzt kann ich mich aber immer noch bremsen und versuche, an meine Energiebilanz zu denken, obwohl ich mit dem Sport aussetzen mußte. So konnte ich den Schaden bis jetzt begrenzen und habe auch noch nicht zugenommen. Darüber bin ich sehr erleichtert.

Es fällt mir aber zunehmend schwerer, vernünftig zu essen, und ich sehne mich sehr nach dem Ende der Vertretungszeit. Dann wird es sicher wieder einige Wochen dauern, bis mein Körper seine Balance wiederfindet. Seelisch bin ich auch nicht sehr gut drauf, weil ich bei meiner Arbeit so unter Druck gesetzt werde. Aber ich werde durchhalten und nicht wieder so viele Kilos anfressen wie in den letzten Jahren. Ganz bestimmt.

Ob sich jetzt was tut?

Der Vertretungsstreß hat Moosi voll im Griff, da muß ich sie natürlich ganz doll bei der Arbeit unterstützen, wie es sich für einen gut erzogenen Schweinehund gehört. Sie soll ja nicht ganz vom Fleisch fallen, ich brauch sie doch.

Moosi hatte natürlich keine Zeit für eine normale Pause, sie mußte immer schnell während der Arbeit ein paar Bissen futtern. Und außerhalb der Pausenzeiten hat die Kantine natürlich nicht sehr viel Auswahl Aber es gab immerhin so leckere Sachen wie Schnitzel mit Kartoffelsalat und Frikadellenbrötchen und Bockwürstchen mit Nudelsalat. Moosi wollte eigentlich nichts davon essen, weil sie meint, das wäre nicht gesund. Aber dann hat ihr Magen so geknurrt und ich konnte sie doch davon überzeugen. Gott sei Dank. Was wäre sonst aus ihr geworden? Leider hat sie hier und da auch mal einen Salatteller ergattert, das fand ich nun wieder gar nicht lecker. Das Hasenfutter muß sie sich wirklich abgewöhnen.

Eigentlich hätte sie lieber Essen von zu Hause mitgenommen, aber ich habe ihre große Arbeitstasche angeknabbert, so daß die Seitennaht aufgerissen ist, und auch der Tragegriff ist angerissen. Es paßte glücklicherweise nur ein Butterbrot und ein Apfel in die kleine Tasche, eine Plastiktüte in der anderen Hand wollte sie nicht noch zusätzlich schleppen, weil es so oft geregnet hat, und so hat sie endlich mal vernünftig gegessen.

Abends konnte sie dann nicht einschlafen und hatte auch wieder Hunger und keine Zeit zum Kochen. Deshalb hat sie da auch viel köstlichere Sachen gegessen als sonst. Das war eine schöne Zeit für mich, fast wie Urlaub. Moosi sollte viel öfter Vertretung machen, dann fühl ich mich viel besser und bin wieder viel stärker.

Für Sport hatte sie auch nur ganz wenig Zeit, so können meine Pfoten sich auch endlich mal wieder erholen. Ich bin richtig froh, daß sie noch ein paar Wochen Vertretung machen muß. So sollte es immer sein: Maloche für Moosi - Urlaub für Lumpazi. Na, hoffentlich liest sie das jetzt nicht *kicher*.

Etwas enttäuscht bin ich aber über das Ergebnis auf der Waage: Sie wiegt nur noch 62,4 kg. Wie kann das sein?

Auf in den Kampf!

Seitdem ich meine neuen Medikamente bekomme, geht es langsam wieder etwas aufwärts mit dem Wohlbefinden. Ich habe auch die Erlaubnis meines Arztes bekommen, wieder ein wenig zu walken oder langsam zu joggen. Deshalb habe ich mein Training wieder aufgenommen. Nur das Krafttraining schaffe ich noch nicht so richtig, ich mußte die Übungen gegen einfachere austauschen. Dafür gehe ich öfter mal ein wenig spazieren.

Aber die Vertretung, die ich jetzt über viele Wochen machen muß, bekommt mir gar nicht gut. Mein ganzer Biorhythmus kommt dann aus dem Gleichgewicht und ich habe Probleme mit meinen Mahlzeiten. Morgens bin ich unausgeschlafen und habe gar keinen Hunger. Wenn ich Hunger habe, finde ich keine Zeit, um Pause zu machen. Auf der Rückfahrt im Zug schlafe ich beinahe ein, wenn ich meine Überstunden abgerissen habe. Und zu Hause habe ich dann Heißhunger-Attacken. Nachts tue ich trotz Schlafmittel kein Auge zu. Das ist gar nicht so einfach!

Ich versuche, möglichst viel zu trinken und viel Obst zu essen, damit nicht mehr so viel Platz im Magen für die fettigen Schnellgerichte ist. So esse ich zwar abends ungesund, aber wenigstens nicht so viel.

Deshalb habe ich die Hoffnung, die Vertretung mit nicht mehr als zwei bis drei Kilo Zunahme zu schaffen. Das wäre dann nur noch die Hälfte von dem, was ich in den Vorjahren nachher drauf hatte. Und ich weiß ja nun auch, wie man die Pfunde schnell wieder los wird.
Wenn nur dieser blöde Köter nicht immer so schmeicheln würde. Der ist sehr penetrant und extrem gerissen. Meinen Ernst hat er auch in Urlaub geschickt, den sehe ich wohl erst nach den Schulferien wieder. Dabei habe ich keine Zeit, mich um die Kalorienvorgaben zu kümmern, Eintragungen zu machen oder Essen abzuwiegen. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wieviel ich für Krisensituationen wie diese bei Aiqum gelernt habe. Also auf in den Kampf!

Ich brauche Erholung

Auf Moosi aufzupassen ist wirklich ein anstrengender Job für einen kleinen schwachen Schweinehund wie mich. Ständig muß ich darauf achten, daß sie was leckeres ißt, sie macht nicht mal eine ordentliche Mittagspause. Immer nur zwanzig Minuten. Sie schuftet viel zu viel, jetzt lernt sie auch noch Samstags für ihre neue Arbeit! Und ich komme in letzter Zeit wirklich viiiel zu kurz. Salatteller mag ich überhaupt nicht gern, und Nektarinen, Äpfel und Käsebrötchen finde ich auch nicht so besonders prickelnd. Fleisch esse ich viel lieber! Was das immer für eine Arbeit ist, Moosi zu einem Schnitzel mit Pommes oder Hähnchen Süßsauer zu überreden! Bei einer solchen Anstrengung brauch ich langsam selbst eine Stärkung, mindestens eine große Portion Currywurst und Pommes-Schranke! Ich hab aber jetzt einen tollen Trick entdeckt: Wenn Moosi abends einschlafen will, dann schnarche ich immer ganz laut, damit sie kein Auge zumacht. Und dann ißt sie immer einen Schokoriegel. Hmmm…. manchmal sind es sogar zwei! Bin ich nicht richtig schlau?

Wenn nur Moosi bloß nicht der Meinung wäre, sie müsse das leckere Essen wieder abstrampeln. Jetzt hat sie das Joggen wieder angefangen, zwar nicht so ausgiebig und schnell wie vorher, aber mir reicht es. Meine Pfoten sind ganz abgewetzt, ich will auch Laufschuhe haben! Und Moosis Arzt hat doch kein Herz für Tiere, er hat das leichte Joggen ausdrücklich erlaubt. Menno! Und die Tabletten haben auch bis jetzt nicht gewirkt. Moosi hat schon wieder ein paar Gramm weniger auf der Waage, es sind nur noch 62,9 kg. Aber wenigstens fehlen keine Zentimeter an Bauch und Taille. Da darf ab jetzt nichts mehr weg, sonst werde ich aber richtig sauer. Wuff!

Ich bin jetzt übrigens der örtlichen Pfadfindergruppe, dem Fähnlein Schweineschmalz, als Mitglied beigetreten. Jetzt tue ich jeden Tag eine gute Tat. Die für heute hatte ich heute morgen schon ganz früh gemacht: ich habe den Ernst zum Surfen nach Florida geschickt, damit er sich mal richtig erholt und seinen muskulösen Body etwas nachbräunen kann. Jetzt hab ich hier endlich meine Ruhe. Moosi war aber gar nicht begeistert, sie will auf keinen Fall auf Ernst verzichten. Jetzt hängt hier der Haussegen schief und dabei wollte ich doch nur lieb sein. Was soll ich denn jetzt bloß morgen als gute Tat nehmen, wenn Moosi sowieso nie zufrieden ist? Bitte macht mir schnell ein paar gute Vorschläge und krault mich auch etwas hinter den Ohren. Ich bin sooo liebebedürftig. Laßt mich jetzt nicht allein! Ich warte solange in meinem kuscheligen Ohrensessel. Bis bald,

Euer Lumpazi

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