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Archive für September 2010

Bye, bye, liebe Bayern!

Heute ging es, dieses Mal ohne Zwischenstopp in Nürnberg, wieder zurück. Ich war traurig, weil es nun vorbei ist mit dem leckeren Essen. Aber auch heute gab es noch eine kleine Freude:

Moosis Paps hatte Geburtstag und auf dem Weg nach Hause haben wir dort Halt gemacht, um zu feiern. Es gab Kaffee und Bergische Waffeln, leckeren Kuchen und abends noch ein gutes Abendessen. Mehr kann man doch selbst als Schweinehund nicht verlangen!

Wieder zu Hause zu sein, hat natürlich auch etwas Gutes: Ich kann nun endlich, endlich wieder meine Pfoten schonen und auf meinem Sofa kuscheln. Und über mein Problem nachdenken.

Ich grübele nämlich schon seit Tagen über eine Sache nach: Warum fahren wir nach Bayern und verausgaben uns da, bis uns die Zunge aus dem Hals hängt? Die Bayern selbst machen das doch auch nicht. Sie haben sogar ein Sprichwort für uns arme Geistesgestörte: “Ohne Fleiß kein Preiß”.

Dieser Tag war kein Zuckerlecken!

An unserem letzten Tag hatten wir richtig heißes Wetter. Moosi und Herrchen beschlossen, eine kleine Wanderung zur Hofer-Alm zu machen, um noch mal einen schönen Rundblick über die Gegend zu haben. Bei dem Wort “Alm” klingelten gleich meine Alarmglocken. So heißen doch die Kuh-Erholungsgebiete oben auf den Bergen, bei denen der Anmarsch so anstrengend und unbeqem ist! Kleine Wanderung. Von wegen!

Weil alle meine Träume von einem faulen Tag auf dem Balkon geplatzt waren, beschloss ich, Moosi und Herrchen mal so richtig zu quälen. Ich sträubte mich wie ein Maultier und ließ mich bis oben zur Alm nur gewaltsam fortzerren. Ich hab mich an der Leine so schwer gemacht, als ob ich mindestens eine Dänische Dogge wäre. Mann, haben die beiden gekeucht! Oben machten wir deshalb eine seeehr lange Pause. Moosi sagte, es sei wegen der schönen Aussicht, aber ich weiß es besser.

Zurück ging es aber nur noch bergab, und deshalb war ich auch wieder brav. Dann gab es endlich was zu essen. Nach einer viiiel zu kurzen Ruhepause auf dem Balkon wollten meine beiden Zweibeiner noch ein wenig am Jenbach entlang spazieren gehen. Ich hätte mir ja denken können, wie dieses “ein wenig” wieder endete: Wir landeten in Au, einem Ortsteil, der beinahe schon zu Bad Aibling gehört.

Moosi hatte Glück. Wenn wir nicht vor dem Rückmarsch in den Biergarten vom Gasthof Andrelang gegangen wären, hätte ich sie gekillt. Apropos gekillt…. gegenüber von unserem Biergarten lag die Metzgerei “Killer”. Wie der wohl schlachtet? Vielleicht mit einer Pumpgun mit Zielfernrohr? Wenn aus der Metzgerei irgendwann einmal ein Fleischgroßhandel werden sollte, nennt sie sich wahrscheinlich Fleischhandlung “Profikiller”.

Heute Abend haben wir noch lange Zeit im Garten vom Restaurant Bärenstubn gesessen und herrlich geschlemmt. Schade, dass der Urlaub so anstrengend war, aber durch das gute Essen bin sogar ich armer Schweinehund auf meine Kosten gekommen. Schade nur, dass Moosi überhaupt nicht zugenommen hat.

Rund um den Schliersee

Die Sonne weckte uns, und wir konnten heute auf dem Balkon frühstücken. Moosi und Herrchen hatten gelesen, dass eine Wanderung um den Schliersee sehr schön sein sollte, und das wollten sie machen. Diese Wanderung sollte auch “nur” drei Stunden dauern. Ich stimmte sofort ein Riesengeheul an. Wo bleibt da der Tierschutz?

Manchmal denke ich, die beiden haben einen Dachschaden. Da fahren sie in Urlaub, um sich zu erholen, und rennen wie blöde in der Gegend herum. Was ist denn daran erholsam?

Glücklicherweise haben sie sich bei der Ankunft erst einmal auf eine Bank gesetzt und etwas getrunken. Ich habe mich ins Gras gelegt und so getan, als ob ich fest schliefe. Es nützte aber nichts, ich wurde so lange gerüttelt und gezwickt, bis ich wieder aufgestanden bin.

Die Wanderung war dann aber doch nicht ganz  so lang, die Zeiten waren wohl eher für Gehbehinderte passend. Oder war es wieder mal ein Druckfehler? Könnte ja sein. Die Leute in Oberbayern scheinen Probleme mit Zahlen zu haben.

Es war ziemlich heiss, aber am Wasser war es angenehm, und wir machten auch öfter eine Pause, um die Sonne richtig zu genießen. Das Einzige, was störte, waren die Mücken. Verflixte Biester, wie die stechen! Am Schluß gab es in einem schönen Biergarten eine kühle Apfelschorle.

Nachmittags durfte ich endlich mal auf dem Balkon faulenzen und einen Kakao trinken. Ich dachte schon, ich käme niemals zu meinem Recht. Dafür wurde es am Abend aber so richtig anstrengend.

Zum Abendessen ging es nämlich ins Hotelrestaurant Gundelsberg. Zu Fuß! Mit einem Riesenumweg, weil die Landschaft und das Wetter ja in Bad Feilnbach so schön sind.Das Hotel liegt hoch  oben an einem Berghang und man bekommt kein bisschen Luft mehr, wenn man endlich oben ist. Menno! Warum sind wir nicht am Strand von Alicante? Das Essen war zwar sehr lecker, und die Aussicht von der Terrasse sehenswert, aber ich konnte es trotzdem nicht richtig genießen. Zurück mußte ich ja auch schon wieder laufen.

Ich würde mir doch wünschen, dass sich Moosi und Herrchen an ihrem letzten Urlaubstag endlich mal ausruhen würden. Sonst komme ja ich total auf den Hund!

König Ludwig hatte auch einen Schweinehund

Da das Wetter nach dem ausgiebigen Regen von gestern Nacht auch heute morgen noch ziemlich grau und unfreundlich war, beschlossen meine beiden Verpflegungssklaven, heute wieder eine Tour mit dem Auto machen.

Diesmal wollten sie zum Chiemsee fahren. Moosi war bei Ihrer Schulabschlußfahrt 1974 schon einmal dort und wollte noch einmal hin, weil sie damals nicht so viel Zeit hatten, alles zu sehen. Mit einem Boot wollten sie dort auf die Herreninsel und auf die Fraueninsel fahren, darauf spazieren gehen und alles besichtigen.

Auf den Inseln hat der König Ludwig II eine Menge Bäume anpflanzen lassen. Wer mag das sein, der König Ludwig? Den kenne ich nicht. Ich kenne bloß Prinz Charles, der genau so schöne Schlappohren hat wie ich. Aber wenn der König Ludwig gleich zwei Inseln voller Bäume hat pflanzen lassen, muss er sehr nett sein.Wahrscheinlich hat er das gemacht, damit auch wir Hunde genau wie die Menschen getrennt Gassi gehen können. Die Zweibeiner machen ja auch getrennt Pipi - für Damen und Herren.

Als wir in Prien ankamen, parkten wir mitten in der Stadt. Der Hafen für die Ausflugsboote war aber eine halbe Stunde Fußweg weit draußen, und es war kalt und windig und es nieselte. Deshalb grummelte ich böse vor mich hin. Grrr…

Als wir angekommen waren, kauften Herrchen und Frauchen gleich zwei Tageskarten für die Ausflugsboote. Für Schweinehunde kostet es nichts, die dürfen umsonst mitfahren. Wir gingen zum Anlegesteg, wo schon so ein Ausflugsbott wartete, und dann ging es auch schon los. Zuerst in Richtung Herreninsel. Endlich kam auch die Sonne raus. Das war prima! Ich bekam gleich etwas zu trinken, und aus dem Rucksack gab es etwas zu essen.

Die Herreninsel sah ziemlich groß aus und es waren tatsächlich eine Menge Bäume darauf. Aber sie ist nicht zum Gassigehen für Rüden da, sondern damit die Menschen sie besichtigen können.

Nach der Ankunft gingen wir gleich in Richtung Schloß. Das war gar nicht anstrengend, deshalb meuterte ich auch nicht, als sie Eintrittskarten kauften. Mann, dieses Schloß hat vielleicht prächtige Räume. Alles voller Marmor und Gold, und erst diese riesigen Kronleuchter! Ich möchte das nicht sauber halten. Aber der König Ludwig, dem das alles hier gehört hat, ist schon lange tot, da sieht er es also nicht, wenn mal nicht staubgewischt wird. Das darf ich aber nur hier in Preußen sagen, die Bayern wären bestimmt sehr böse darüber. Sie hatten ihren “Kini” sehr gern. Ich glaube, Moosi und Herrchen hätten ihn auch gern gehabt.

Dieser König Ludwig hatte ganz bestimmt auch einen Schweinehund. Warum sonst hatte er so ein riesiges bequemes Bett und so weiche Polstersessel? Sogar im Arbeitszimmer gibt es bequeme Sessel zum Ausruhen, und es gibt auch ein riiiesiges Esszimmer. Darin ist im Boden sogar ein Aufzug, mit dem das Essen von der Küche im Kellergeschoss mitsamt dem gedeckten Tisch nach oben gefahren wurde. Der König brauchte nur noch Platz zu nehmen.

Im Keller neben der Küche war auch sein Badezimmer. Die Badewanne darin ist beinahe so groß wie ein Swimming-Pool. In den konnte er ganz bequem einsteigen und sein Bad genießen. Ihr seht - es ist ganz klar, dass es in diesem Palast auch einen königlichen Schweinehund gab.

Ein so prächtiges Schloss ist sehr teuer, und weil der Kini noch mehr so wunderschöne Schlösser hatte, ist ihm das Geld ausgegangen. Deshalb stehen zwei Drittel der Räume leer. Sogar die Wände sind nur aus rohem Backstein. Von draußen sieht man das aber nicht.

Vor dem Schloß sind ganz herrliche Springbrunnen und Marmorfiguren. Moosi kicherte, als sie eine halbnackte Frau aus Marmor an einem Brunnen sah. Auf ihrer Abschlussfahrt hatten die Jungs ihrer Klasse immer die Hände unter den Busen der Marmorfrau gelegt und “Büstenhalter” gespielt. Im Museumsladen kaufte Moosi noch ein Buch über den Kini. Das war wirklich ein sehr gut aussehender Mann, der König Ludwig.

Nach dem Besuch im Schloss ging es ausnahmsweise mal wieder zu einer Gartenausstellung, und anschließend noch zu einer Gemäldeausstellung. Nun wurde ich aber doch langsam müde. Hätte Moosi mir nicht ein Würstchen mit Pommes spendiert, hätte ich schlapp gemacht.

Als nächstes schipperten wir mit einem anderen Boot zur Fraueninsel. Auf dieser Insel sind nicht ganz so viele Bäume, aber dafür ein paar besonders große. Ein Kloster und mehrere Wohn- und Gasthäuser gibt es dort auch. Hier durchwanderten wir die ganze Insel und schauten uns auch den Klosterladen an. Moosi kaufte - natürlich - ein Gartenbuch. Eins über Heilkräuter. Jetzt war ich aber völlig k.o. und quengelte ordentlich los. Deshalb fuhren wir mit dem nächstenBoot endlich nach Prien zurück.

Unterwegs war es plötzlich vorbei mit dem Sonnenschein, und es gab richtig fiese Windböen und einen kräftigen Regenguß. Moosi und Herrchen hatten gut Lachen, die hatten ja Regenjacken an. Aber ich! Ich wurde pitschnaß und fror ganz jämmerlich. Bestimmt bekomme ich jetzt eine Erkältung.

Ich hatte leider ganz vergessen, dass der Rückweg auch wieder eine halbe Stunde dauerte. Steif gefroren kroch ich ins Auto zurück und es dauerte die ganze Rückfahrt, bis mir wieder warm war. Morgen will ich aber nicht wieder so nass werden.

Glücklicherweise schien auf dem Weg nach Hause aber schon wieder die Sonne, und so konnten wir unser Abendbrot beim Pfeifenthaler im Biergarten einnehmen. Hoffentlich ist morgen wieder so schönes Wetter.

Moos und Filz sind gar nicht kuschelig

Nach einer unruhigen Nacht, in der ich vor lauter Muskelkater und Eulengeschrei kaum ein Auge zugetan habe, dämmerte ein nebliger Morgen. Puh, gräßlich ungemütlich! Moosi und Herrchen wollten eigentlich eine Wanderung auf die umliegenden Hänge machen, aber glücklicherweise war dicker Nebel. Nix mit Aussicht!

Ich atmete auf, als sie beschlossen, eine Wanderung ins Moos zu machen. Genauer: zum Naturlehrpfad Sterntaler Filzen. Moos klingt gut. Und Filz noch besser. Das ist alles weich und bequem und kuschelig und Schweinehunde können darauf ein schönes Mittagsschläfchen machen.

Wir packten die Rucksäcke und zogen los. Das Wetter war aber nicht besonders toll, es war immer noch sehr neblig und zwischendurch fing es zweimal an zu nieseln. Wir wanderten über flache Wege durch kleine Ortschaften und an Feldern und Wiesen entlang. Überall standen Obstbäume. Die Gegend hier ist berühmt für ihr leckeres Obst, und im Herbst gibt es den bekannten Bad Feilnbacher Apfelmarkt. Langsam lichtete sich der Nebel und hier und da war sogar mal die Sonne zu sehen. Ein Waldrand kam in Sicht.

Nach ungefähr zwei Stunden schaute Moosi auf ihre Karte und meinte, wir müssten nun gleich im Moos angelangt sein. Wir gingen einen Weg zwischen vielen Birken entlang und es wurde immer sumpfiger. Überall schwirrten blutrünstige Mücken und Bremsen herum. Hilfe, Tierquälerei!

Moosi schaute zwischendurch nach Markierungen aus und wir folgten ihnen dann. Der Weg war ganz voll Modder und überall waren große, tiefe Pfützen und Gräben mit ganz braunem Wasser. Ausser Birken, Weiden und Kiefern gab es hier nur Sumpfgras und Heidekraut. Und eine Menge Schlamm. Von Moos weit und breit keine Spur.

Meine Pfoten versanken unterwegs immer wieder tief im Sumpf, und ich hatte Angst, ich würde drin stecken bleiben. Wo war denn nun endlich dieses blöde Moos? Ich wollte mich ausruhen!

Als wir endlich eine Pause machten, schielte ich heimlich auf die Wegbeschreibung von Moosis Wanderkarte, und was sah ich da? Eine ausgiebige Abhandlung über unseren Weg und eine Erklärung, was die Sterntaler Filze sind: ein ehemaliges Abbaugebiet von Torfmoor, denn Filze heißen die Torfmoore in der Umgebung von Rosenheim. Moos ist dort ebenfalls ein Ausdruck für Moor.

Die spinnen, die Oberbayern! So verlockende Bezeichnungen für so eine olle braune Matsche! Ich fühlte mich ganz schön verschaukelt. Statt einen gemütlichen Mittagsschlaf auf weichem Grünzeug und einer kuscheligen Filzdecke zu machen, durfte ich durch tiefen Schlamm und Modder stapfen. Ich bin doch nicht bei der Bundeswehr!

Mann, war ich froh, als wir nach einer dreiviertel Stunde wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Endlich ging es zurück zu unserem Bauernhof. Ganz schlammig kamen wir zu Hause an und mussten uns erst mal richtig säubern.Auf dem Weg zum Hauseingang kamen wir am Schweinestall vorbei. Die Schweine schauten uns ganz vorwurfsvoll an. Die haben sich sicher gewundert, wie schmutzig wir waren. Was die wohl für ein Schimpfwort benutzen, wenn jemand so dreckig ist?

Weil für den Abend Starkregen angesagt war, fuhren wir mit dem Auto zu einem gemütlichen Landgasthaus, dem Aumanwirt. Wir saßen draußen auf einer Bank vor dem Eingang und plötzlich fing es an zu gießen. Es schüttete wie aus Eimern, aber wir hatten es schön trocken unter der breiten Dachkante und konnten uns über ein wunderbares Essen und ein schönes Stück Altbayerische Torte hermachen. Diese Torte ist eine besondere Spezialität. Ich wünschte, Moosi würde das Rezept kennen und mir mal so eine Torte backen.

Mit kugelrundem Bäuchlein bin ich nach Hause gekommen und werde mich gleich auf dem Sofa zusammenrollen. Hoffentlich werde ich morgen nicht wieder so veräppelt.

Es ist alles nur Schein!

Ich hatte Glück. Der Morgen begann sehr trübe und nass, deshalb beschlossen meine Dosenöffner, mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren. Das kenne ich! Dienstags liege ich nämlich immer auf dem Sofa und gucke “Rosenheim-Cops”. Da gibt es das Gasthaus Rosenbräu, und in dem gibt es immer ganz  leckeres Essen.

Voll freudiger Erwartung hüpfte ich ins Auto. Aber - wie immer, wenn ich mich auf was freue -  gab es eins auf den Deckel. Die Rosenheim-Cops gibt es gar nicht wirklich, und das Rosenbräu leider auch nicht. Das ist alles gar nicht echt, sondern nur fürs Fernsehen so gemacht!

Mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren, bedeutet leider auch nicht automatisch, dass Schweinehunde sich ausruhen dürfen. Im Gegenteil - ich wurde von Straße zu Straße gezerrt und musste mir endlose Reihen von Häusern ansehen, unzählige Geschäfte und auch einige Parks. Plötzlich tauchte das Polizeirevier von den Rosenheim-Cops auf, aber auch das ist nicht echt. Das Gebäude ist schon echt, aber in Wirklichkeit ist es das Rathaus und keine Polizeistation. Alles nur Schein!

Wir gingen und gingen und gingen. Ich wurde müder und müder. Zwischendurch machten wir nur zwei Mal Pause. Einmal gab es eine Weisswurst an einer Würstlbude, und einmal aßen wir in einem Straßencafé am Mittertor ein Stück Zwetschgendatschi mit Sahne. Aber es gab kein leckeres Essen in einem schönen Gasthof, auf das ich mich doch so gefreut hatte. Ich war sooo enttäuscht!

Dann aber kam das schrecklichste: In Rosenheim fand auch noch die Landesgartenschau 2010 statt, und die musste ich auch noch über mich ergehen lassen. Stunde um Stunde verging. Ohne Gnade wurde ich durch die Ausstellung gezogen. Jedes Pflänzchen wurde einzeln begutachtet. Jeder Knochen tat mir weh, nicht nur die Pfoten, und unerbittlich wurde ich hinter Herrchen und Frauchen hergezerrt. Ich glaube, Moosi hat eine ganz schlimme Krankheit: Hortomanie!

Wenn ihr jetzt glaubt, dass ich danach endlich Ruhe hatte, habt ihr euch getäuscht. Als wir zurück waren und Moosi uns ein leckeres Abendessen gemacht hatte, mussten die beiden Zweibeiner mit mir unbedingt noch einen kleinen Abendspaziergang machen. Die sind echt krank im Kopf. Wisst ihr, warum sie den machen wollten? Ihr glaubt es nicht - um sich von dem Stadtbummel in Rosenheim zu erholen!!

Der Druckfehlerteufel schlägt zu

Am Morgen schien die Sonne und es gab ein wundervolles Frühstück mit Eiern, Milch, Käse, frischen Brötchen, Butter und Honig von unserem Bauernhof. Danach wurde ich aber recht unsanft aus meinem Schweinehunde-Paradies gerissen. Der erste Weg führte Moosi und Herrchen ins Fremdenverkehrsamt, um eine Wanderkarte zu kaufen.

Oh, no! Ich hatte mich schon so gefreut, dass Moosi gar keinen Reiseführer für dieses Gebiet bekommen hatte, und jetzt das! Wenigstens hat Mario Tranti über diese Gegend kein Buch geschrieben.

Moosi beschloss, mit Herrchen zuerst einmal eine Wanderung über den Malerwinkel in die nächsten Ortsteile zu machen. Na, das war angeblich eine leichte Wanderung von 1,5 Stunden, also gerade noch machbar für ein müdes und ruhebedürftiges Haustier wie mich. Wir stapften also den Berg hoch und genossen die schöne Aussicht auf den Ort.

Leider waren wir nach 1,5 Stunden auch nicht mal annähernd wieder zu Hause. Im Gegenteil - wir waren gerade erst in dem Ortsteil angekommen, der am weitesten von unserer Ferienwohnung weg war. Das bedeutete noch einen Rückweg von weiteren 1,5 Stunden. Heul!! So eine Gemeinheit! Wir hatten uns aber nicht verlaufen, sondern es war ein Druckfehler in der Zeitangabe. Heutzutage kann man wirklich niemandem mehr trauen. Nicht mal der Kurverwaltung von Bad Feilnbach.

Ich hinkte und humpelte, aber Moosi und Herrchen beachteten mich gar nicht. Sie entdeckten unterwegs verschiedene uralte Verkehrsschilder. Sie lachten darüber und suchten nach noch mehr Schildern. Deswegen achtete Herrchen nicht auf den Rucksack und ich habe schnell ein paar Madeleines daraus geklaut. Das kommt davon!

Nachmittags wollten die beiden schon wieder losziehen. Hilfe! Ich jaulte und jammerte, und sie bekamen Mitleid. Um die Gegend kennen zu lernen, wollten sie mit mir eine Fahrt zum Schliersee und zum Tegernsee  machen. Gottseidank, sie wollten nicht wandern!

Das Wetter wurde noch sonniger als am Vormittag, und ich ließ mir die Strahlen schön auf den Pelz scheinen. Wir machten an jedem der beiden Seen ein Stündchen Pause. Es gab Apfelschorle und Weißbier, und meine Pfoten erholten sich endlich wieder. Oberbayern ist wirklich sehr schön, aber am Tegernsee geht es zu wie auf einem Kirmesplatz. Sooo viele Touristen. Schrecklich. Wenn es dort wenigstens das passende Essen gegeben hätte: Popcorn, gebrannte Mandeln, Fischbrötchen und Reibekuchen. Das wäre endlich mal was für mich gewesen!

Zum Abendbrot haben wir in im Gasthof Bärenstubn Rehfilet gegessen und leckere Nusstorte zum Nachtisch verspeist. Mann, war die gut! Weniger gut war allerdings der Wetterbericht für die nächsten Tage. Der klang sehr deprimierend. Viel Regen und ganz kaltes Wetter. Hoffentlich muss ich morgen nicht schon wieder wandern.

Urlaub auf dem Bauernhof

Tatsächlich, man kann  in Bayern auch Urlaub machen, ohne in den Bergen herumzukraxeln. Das hätte ich nicht gedacht. Moosi war zwar ein wenig enttäuscht, dass sie nicht fit genug für Urlaub im Oberallgäu ist, aber für Bad Feilnbach reicht ihre Kondition. Das ist ein Moorheilbad, und wo Moore sind, da gibt es viel Flachland. Da sind die Wege nicht so anstrengend. Leider gibt es auch einige Berge, aber die meisten sind nicht besonders hoch. Der Wendelstein ist zwar  ein richtig hoher Berg, aber man kann mit der Seilbahn oder der Zahnradbahn hinauffahren. Genau das Richtige für Schweinehunde.

Bei der Ankunft war ich sehr angenehm überrascht. Eine herrlich bequeme Ferienwohnung mit großen Fenstersn und einem schönen Balkon auf der Sonnenseite mit Blick auf die Berge. Ein sehr kuscheliges Sofa, eine Empore mit gemütlichen Matratzen und sogar ein Himmelbett! Hach, wie schön. Berge angucken und dabei gemütlich sitzen. So lieb ich das. Das Wetter war auch wunderbar, allerdings war die Wettervorhersage für den Rest der Woche gar nicht so schön. Wie gut, dass wir ausreichend Rotwein zum Aufwärmen mit hatten.

Wir machten gleich einen Kennenlern-Spaziergang, denn es war gerade erst Mittag. Das war auch gar nicht anstrengend und führte uns einmal rund ums Dorf. Eigentlich ein bisschen weit für mich, die zweieinhalb Stunden Fußweg, aber seeehr sehr aufschlußreich.

Erfreut stellte ich fest, dass es in Bad Feilnbach jede Menge gemütlicher Gasthäuser gibt. Was da alles auf der Speisekarte stand - Waaaahnsinn! So leckere Sachen wie Schweinsbraten mit Knödeln, Haxe, Hirschgulasch u.s.w. Sabber! Und alles gar nicht teuer. Also, wenn das kein Paradies für Schweinehunde ist, heiße ich Oskar.

Abends durfte ich auch gleich ein bisschen von diesem Paradies genießen: Wir haben nämlich in einem wunderschönen Biergarten einen Krustenbraten mit Knödeln gegessen und einen guten Wein getrunken. Das war im Gasthof Pfeifenthaler. Ich habe mich dort sauwohl gefühlt. Allerdings haben die dort eine dreiste weiße Katze, und das fand ich weniger gut. Ich hasse diese Fellnasen!

Besuch bei Tierfreunden

Jetzt ist es endlich so weit - wir sind auf der Reise nach Bad Feilnbach. Weil Nürnberg an unserem Weg liegt und hier eine sehr liebe Gartenfreundin von Moosi wohnt, haben wir in dieser Stadt heute einen Zwischenstopp gemacht und diese Freundin und ihren Mann besucht.

Was haben die für einen wunderschönen Garten. Moosi war ganz entzückt davon. Sie hat auch ein sehr schönes Rosen-Hochstämmchen mitgebracht - die Duftrose Comtessa - damit der Garten noch mehr hübsche Blumen hat. Aber er ist jetzt schon so schön , dass schon mehrere Male Bilder davon in einer bekannten Gartenzeitschrift abgebildet waren. Moosis Freundin nennt ihn ihren “kleinen Park”.

Was mich allerdings an diesem “kleinen Park” stört, ist die Tatsache, dass sich dort so viele Katzen  herumtreiben. Warum sind überall diese Viecher? Davon haben wir zu Hause schon genug. Warum hält sich niemand ein paar hübsche, freundliche Schweinehunde?

Na, ja, egal. Jedenfalls haben Moosis Freundin und ihr Mann uns mit ganz viel köstlichem Kuchen und Tortenstücken bewirtet und uns spater noch ein ganz ganz leckeres Abendessen gekocht. Wir haben lange zusammen gesessen und gemütlich geklönt. Und eine Menge Rotwein getrunken. Jetzt bin ich richtig satt, glücklich und müde. Morgen früh gibt es ein leckeres Frühstücksbuffet im Hotel, und dann geht es weiter nach Bad Feilnbach.

Euer Daumendrücken für Moosi hat wunderbar geholfen, wie ihr seht. Sie ist auf dem besten Weg, wieder gesund und wohlgeformt zu werden. Danke, Ihr Lieben!

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