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Archiv der Kategorie Urlaub

Bye, bye, liebe Bayern!

Heute ging es, dieses Mal ohne Zwischenstopp in Nürnberg, wieder zurück. Ich war traurig, weil es nun vorbei ist mit dem leckeren Essen. Aber auch heute gab es noch eine kleine Freude:

Moosis Paps hatte Geburtstag und auf dem Weg nach Hause haben wir dort Halt gemacht, um zu feiern. Es gab Kaffee und Bergische Waffeln, leckeren Kuchen und abends noch ein gutes Abendessen. Mehr kann man doch selbst als Schweinehund nicht verlangen!

Wieder zu Hause zu sein, hat natürlich auch etwas Gutes: Ich kann nun endlich, endlich wieder meine Pfoten schonen und auf meinem Sofa kuscheln. Und über mein Problem nachdenken.

Ich grübele nämlich schon seit Tagen über eine Sache nach: Warum fahren wir nach Bayern und verausgaben uns da, bis uns die Zunge aus dem Hals hängt? Die Bayern selbst machen das doch auch nicht. Sie haben sogar ein Sprichwort für uns arme Geistesgestörte: “Ohne Fleiß kein Preiß”.

Dieser Tag war kein Zuckerlecken!

An unserem letzten Tag hatten wir richtig heißes Wetter. Moosi und Herrchen beschlossen, eine kleine Wanderung zur Hofer-Alm zu machen, um noch mal einen schönen Rundblick über die Gegend zu haben. Bei dem Wort “Alm” klingelten gleich meine Alarmglocken. So heißen doch die Kuh-Erholungsgebiete oben auf den Bergen, bei denen der Anmarsch so anstrengend und unbeqem ist! Kleine Wanderung. Von wegen!

Weil alle meine Träume von einem faulen Tag auf dem Balkon geplatzt waren, beschloss ich, Moosi und Herrchen mal so richtig zu quälen. Ich sträubte mich wie ein Maultier und ließ mich bis oben zur Alm nur gewaltsam fortzerren. Ich hab mich an der Leine so schwer gemacht, als ob ich mindestens eine Dänische Dogge wäre. Mann, haben die beiden gekeucht! Oben machten wir deshalb eine seeehr lange Pause. Moosi sagte, es sei wegen der schönen Aussicht, aber ich weiß es besser.

Zurück ging es aber nur noch bergab, und deshalb war ich auch wieder brav. Dann gab es endlich was zu essen. Nach einer viiiel zu kurzen Ruhepause auf dem Balkon wollten meine beiden Zweibeiner noch ein wenig am Jenbach entlang spazieren gehen. Ich hätte mir ja denken können, wie dieses “ein wenig” wieder endete: Wir landeten in Au, einem Ortsteil, der beinahe schon zu Bad Aibling gehört.

Moosi hatte Glück. Wenn wir nicht vor dem Rückmarsch in den Biergarten vom Gasthof Andrelang gegangen wären, hätte ich sie gekillt. Apropos gekillt…. gegenüber von unserem Biergarten lag die Metzgerei “Killer”. Wie der wohl schlachtet? Vielleicht mit einer Pumpgun mit Zielfernrohr? Wenn aus der Metzgerei irgendwann einmal ein Fleischgroßhandel werden sollte, nennt sie sich wahrscheinlich Fleischhandlung “Profikiller”.

Heute Abend haben wir noch lange Zeit im Garten vom Restaurant Bärenstubn gesessen und herrlich geschlemmt. Schade, dass der Urlaub so anstrengend war, aber durch das gute Essen bin sogar ich armer Schweinehund auf meine Kosten gekommen. Schade nur, dass Moosi überhaupt nicht zugenommen hat.

Rund um den Schliersee

Die Sonne weckte uns, und wir konnten heute auf dem Balkon frühstücken. Moosi und Herrchen hatten gelesen, dass eine Wanderung um den Schliersee sehr schön sein sollte, und das wollten sie machen. Diese Wanderung sollte auch “nur” drei Stunden dauern. Ich stimmte sofort ein Riesengeheul an. Wo bleibt da der Tierschutz?

Manchmal denke ich, die beiden haben einen Dachschaden. Da fahren sie in Urlaub, um sich zu erholen, und rennen wie blöde in der Gegend herum. Was ist denn daran erholsam?

Glücklicherweise haben sie sich bei der Ankunft erst einmal auf eine Bank gesetzt und etwas getrunken. Ich habe mich ins Gras gelegt und so getan, als ob ich fest schliefe. Es nützte aber nichts, ich wurde so lange gerüttelt und gezwickt, bis ich wieder aufgestanden bin.

Die Wanderung war dann aber doch nicht ganz  so lang, die Zeiten waren wohl eher für Gehbehinderte passend. Oder war es wieder mal ein Druckfehler? Könnte ja sein. Die Leute in Oberbayern scheinen Probleme mit Zahlen zu haben.

Es war ziemlich heiss, aber am Wasser war es angenehm, und wir machten auch öfter eine Pause, um die Sonne richtig zu genießen. Das Einzige, was störte, waren die Mücken. Verflixte Biester, wie die stechen! Am Schluß gab es in einem schönen Biergarten eine kühle Apfelschorle.

Nachmittags durfte ich endlich mal auf dem Balkon faulenzen und einen Kakao trinken. Ich dachte schon, ich käme niemals zu meinem Recht. Dafür wurde es am Abend aber so richtig anstrengend.

Zum Abendessen ging es nämlich ins Hotelrestaurant Gundelsberg. Zu Fuß! Mit einem Riesenumweg, weil die Landschaft und das Wetter ja in Bad Feilnbach so schön sind.Das Hotel liegt hoch  oben an einem Berghang und man bekommt kein bisschen Luft mehr, wenn man endlich oben ist. Menno! Warum sind wir nicht am Strand von Alicante? Das Essen war zwar sehr lecker, und die Aussicht von der Terrasse sehenswert, aber ich konnte es trotzdem nicht richtig genießen. Zurück mußte ich ja auch schon wieder laufen.

Ich würde mir doch wünschen, dass sich Moosi und Herrchen an ihrem letzten Urlaubstag endlich mal ausruhen würden. Sonst komme ja ich total auf den Hund!

König Ludwig hatte auch einen Schweinehund

Da das Wetter nach dem ausgiebigen Regen von gestern Nacht auch heute morgen noch ziemlich grau und unfreundlich war, beschlossen meine beiden Verpflegungssklaven, heute wieder eine Tour mit dem Auto machen.

Diesmal wollten sie zum Chiemsee fahren. Moosi war bei Ihrer Schulabschlußfahrt 1974 schon einmal dort und wollte noch einmal hin, weil sie damals nicht so viel Zeit hatten, alles zu sehen. Mit einem Boot wollten sie dort auf die Herreninsel und auf die Fraueninsel fahren, darauf spazieren gehen und alles besichtigen.

Auf den Inseln hat der König Ludwig II eine Menge Bäume anpflanzen lassen. Wer mag das sein, der König Ludwig? Den kenne ich nicht. Ich kenne bloß Prinz Charles, der genau so schöne Schlappohren hat wie ich. Aber wenn der König Ludwig gleich zwei Inseln voller Bäume hat pflanzen lassen, muss er sehr nett sein.Wahrscheinlich hat er das gemacht, damit auch wir Hunde genau wie die Menschen getrennt Gassi gehen können. Die Zweibeiner machen ja auch getrennt Pipi - für Damen und Herren.

Als wir in Prien ankamen, parkten wir mitten in der Stadt. Der Hafen für die Ausflugsboote war aber eine halbe Stunde Fußweg weit draußen, und es war kalt und windig und es nieselte. Deshalb grummelte ich böse vor mich hin. Grrr…

Als wir angekommen waren, kauften Herrchen und Frauchen gleich zwei Tageskarten für die Ausflugsboote. Für Schweinehunde kostet es nichts, die dürfen umsonst mitfahren. Wir gingen zum Anlegesteg, wo schon so ein Ausflugsbott wartete, und dann ging es auch schon los. Zuerst in Richtung Herreninsel. Endlich kam auch die Sonne raus. Das war prima! Ich bekam gleich etwas zu trinken, und aus dem Rucksack gab es etwas zu essen.

Die Herreninsel sah ziemlich groß aus und es waren tatsächlich eine Menge Bäume darauf. Aber sie ist nicht zum Gassigehen für Rüden da, sondern damit die Menschen sie besichtigen können.

Nach der Ankunft gingen wir gleich in Richtung Schloß. Das war gar nicht anstrengend, deshalb meuterte ich auch nicht, als sie Eintrittskarten kauften. Mann, dieses Schloß hat vielleicht prächtige Räume. Alles voller Marmor und Gold, und erst diese riesigen Kronleuchter! Ich möchte das nicht sauber halten. Aber der König Ludwig, dem das alles hier gehört hat, ist schon lange tot, da sieht er es also nicht, wenn mal nicht staubgewischt wird. Das darf ich aber nur hier in Preußen sagen, die Bayern wären bestimmt sehr böse darüber. Sie hatten ihren “Kini” sehr gern. Ich glaube, Moosi und Herrchen hätten ihn auch gern gehabt.

Dieser König Ludwig hatte ganz bestimmt auch einen Schweinehund. Warum sonst hatte er so ein riesiges bequemes Bett und so weiche Polstersessel? Sogar im Arbeitszimmer gibt es bequeme Sessel zum Ausruhen, und es gibt auch ein riiiesiges Esszimmer. Darin ist im Boden sogar ein Aufzug, mit dem das Essen von der Küche im Kellergeschoss mitsamt dem gedeckten Tisch nach oben gefahren wurde. Der König brauchte nur noch Platz zu nehmen.

Im Keller neben der Küche war auch sein Badezimmer. Die Badewanne darin ist beinahe so groß wie ein Swimming-Pool. In den konnte er ganz bequem einsteigen und sein Bad genießen. Ihr seht - es ist ganz klar, dass es in diesem Palast auch einen königlichen Schweinehund gab.

Ein so prächtiges Schloss ist sehr teuer, und weil der Kini noch mehr so wunderschöne Schlösser hatte, ist ihm das Geld ausgegangen. Deshalb stehen zwei Drittel der Räume leer. Sogar die Wände sind nur aus rohem Backstein. Von draußen sieht man das aber nicht.

Vor dem Schloß sind ganz herrliche Springbrunnen und Marmorfiguren. Moosi kicherte, als sie eine halbnackte Frau aus Marmor an einem Brunnen sah. Auf ihrer Abschlussfahrt hatten die Jungs ihrer Klasse immer die Hände unter den Busen der Marmorfrau gelegt und “Büstenhalter” gespielt. Im Museumsladen kaufte Moosi noch ein Buch über den Kini. Das war wirklich ein sehr gut aussehender Mann, der König Ludwig.

Nach dem Besuch im Schloss ging es ausnahmsweise mal wieder zu einer Gartenausstellung, und anschließend noch zu einer Gemäldeausstellung. Nun wurde ich aber doch langsam müde. Hätte Moosi mir nicht ein Würstchen mit Pommes spendiert, hätte ich schlapp gemacht.

Als nächstes schipperten wir mit einem anderen Boot zur Fraueninsel. Auf dieser Insel sind nicht ganz so viele Bäume, aber dafür ein paar besonders große. Ein Kloster und mehrere Wohn- und Gasthäuser gibt es dort auch. Hier durchwanderten wir die ganze Insel und schauten uns auch den Klosterladen an. Moosi kaufte - natürlich - ein Gartenbuch. Eins über Heilkräuter. Jetzt war ich aber völlig k.o. und quengelte ordentlich los. Deshalb fuhren wir mit dem nächstenBoot endlich nach Prien zurück.

Unterwegs war es plötzlich vorbei mit dem Sonnenschein, und es gab richtig fiese Windböen und einen kräftigen Regenguß. Moosi und Herrchen hatten gut Lachen, die hatten ja Regenjacken an. Aber ich! Ich wurde pitschnaß und fror ganz jämmerlich. Bestimmt bekomme ich jetzt eine Erkältung.

Ich hatte leider ganz vergessen, dass der Rückweg auch wieder eine halbe Stunde dauerte. Steif gefroren kroch ich ins Auto zurück und es dauerte die ganze Rückfahrt, bis mir wieder warm war. Morgen will ich aber nicht wieder so nass werden.

Glücklicherweise schien auf dem Weg nach Hause aber schon wieder die Sonne, und so konnten wir unser Abendbrot beim Pfeifenthaler im Biergarten einnehmen. Hoffentlich ist morgen wieder so schönes Wetter.

Moos und Filz sind gar nicht kuschelig

Nach einer unruhigen Nacht, in der ich vor lauter Muskelkater und Eulengeschrei kaum ein Auge zugetan habe, dämmerte ein nebliger Morgen. Puh, gräßlich ungemütlich! Moosi und Herrchen wollten eigentlich eine Wanderung auf die umliegenden Hänge machen, aber glücklicherweise war dicker Nebel. Nix mit Aussicht!

Ich atmete auf, als sie beschlossen, eine Wanderung ins Moos zu machen. Genauer: zum Naturlehrpfad Sterntaler Filzen. Moos klingt gut. Und Filz noch besser. Das ist alles weich und bequem und kuschelig und Schweinehunde können darauf ein schönes Mittagsschläfchen machen.

Wir packten die Rucksäcke und zogen los. Das Wetter war aber nicht besonders toll, es war immer noch sehr neblig und zwischendurch fing es zweimal an zu nieseln. Wir wanderten über flache Wege durch kleine Ortschaften und an Feldern und Wiesen entlang. Überall standen Obstbäume. Die Gegend hier ist berühmt für ihr leckeres Obst, und im Herbst gibt es den bekannten Bad Feilnbacher Apfelmarkt. Langsam lichtete sich der Nebel und hier und da war sogar mal die Sonne zu sehen. Ein Waldrand kam in Sicht.

Nach ungefähr zwei Stunden schaute Moosi auf ihre Karte und meinte, wir müssten nun gleich im Moos angelangt sein. Wir gingen einen Weg zwischen vielen Birken entlang und es wurde immer sumpfiger. Überall schwirrten blutrünstige Mücken und Bremsen herum. Hilfe, Tierquälerei!

Moosi schaute zwischendurch nach Markierungen aus und wir folgten ihnen dann. Der Weg war ganz voll Modder und überall waren große, tiefe Pfützen und Gräben mit ganz braunem Wasser. Ausser Birken, Weiden und Kiefern gab es hier nur Sumpfgras und Heidekraut. Und eine Menge Schlamm. Von Moos weit und breit keine Spur.

Meine Pfoten versanken unterwegs immer wieder tief im Sumpf, und ich hatte Angst, ich würde drin stecken bleiben. Wo war denn nun endlich dieses blöde Moos? Ich wollte mich ausruhen!

Als wir endlich eine Pause machten, schielte ich heimlich auf die Wegbeschreibung von Moosis Wanderkarte, und was sah ich da? Eine ausgiebige Abhandlung über unseren Weg und eine Erklärung, was die Sterntaler Filze sind: ein ehemaliges Abbaugebiet von Torfmoor, denn Filze heißen die Torfmoore in der Umgebung von Rosenheim. Moos ist dort ebenfalls ein Ausdruck für Moor.

Die spinnen, die Oberbayern! So verlockende Bezeichnungen für so eine olle braune Matsche! Ich fühlte mich ganz schön verschaukelt. Statt einen gemütlichen Mittagsschlaf auf weichem Grünzeug und einer kuscheligen Filzdecke zu machen, durfte ich durch tiefen Schlamm und Modder stapfen. Ich bin doch nicht bei der Bundeswehr!

Mann, war ich froh, als wir nach einer dreiviertel Stunde wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Endlich ging es zurück zu unserem Bauernhof. Ganz schlammig kamen wir zu Hause an und mussten uns erst mal richtig säubern.Auf dem Weg zum Hauseingang kamen wir am Schweinestall vorbei. Die Schweine schauten uns ganz vorwurfsvoll an. Die haben sich sicher gewundert, wie schmutzig wir waren. Was die wohl für ein Schimpfwort benutzen, wenn jemand so dreckig ist?

Weil für den Abend Starkregen angesagt war, fuhren wir mit dem Auto zu einem gemütlichen Landgasthaus, dem Aumanwirt. Wir saßen draußen auf einer Bank vor dem Eingang und plötzlich fing es an zu gießen. Es schüttete wie aus Eimern, aber wir hatten es schön trocken unter der breiten Dachkante und konnten uns über ein wunderbares Essen und ein schönes Stück Altbayerische Torte hermachen. Diese Torte ist eine besondere Spezialität. Ich wünschte, Moosi würde das Rezept kennen und mir mal so eine Torte backen.

Mit kugelrundem Bäuchlein bin ich nach Hause gekommen und werde mich gleich auf dem Sofa zusammenrollen. Hoffentlich werde ich morgen nicht wieder so veräppelt.

Der Druckfehlerteufel schlägt zu

Am Morgen schien die Sonne und es gab ein wundervolles Frühstück mit Eiern, Milch, Käse, frischen Brötchen, Butter und Honig von unserem Bauernhof. Danach wurde ich aber recht unsanft aus meinem Schweinehunde-Paradies gerissen. Der erste Weg führte Moosi und Herrchen ins Fremdenverkehrsamt, um eine Wanderkarte zu kaufen.

Oh, no! Ich hatte mich schon so gefreut, dass Moosi gar keinen Reiseführer für dieses Gebiet bekommen hatte, und jetzt das! Wenigstens hat Mario Tranti über diese Gegend kein Buch geschrieben.

Moosi beschloss, mit Herrchen zuerst einmal eine Wanderung über den Malerwinkel in die nächsten Ortsteile zu machen. Na, das war angeblich eine leichte Wanderung von 1,5 Stunden, also gerade noch machbar für ein müdes und ruhebedürftiges Haustier wie mich. Wir stapften also den Berg hoch und genossen die schöne Aussicht auf den Ort.

Leider waren wir nach 1,5 Stunden auch nicht mal annähernd wieder zu Hause. Im Gegenteil - wir waren gerade erst in dem Ortsteil angekommen, der am weitesten von unserer Ferienwohnung weg war. Das bedeutete noch einen Rückweg von weiteren 1,5 Stunden. Heul!! So eine Gemeinheit! Wir hatten uns aber nicht verlaufen, sondern es war ein Druckfehler in der Zeitangabe. Heutzutage kann man wirklich niemandem mehr trauen. Nicht mal der Kurverwaltung von Bad Feilnbach.

Ich hinkte und humpelte, aber Moosi und Herrchen beachteten mich gar nicht. Sie entdeckten unterwegs verschiedene uralte Verkehrsschilder. Sie lachten darüber und suchten nach noch mehr Schildern. Deswegen achtete Herrchen nicht auf den Rucksack und ich habe schnell ein paar Madeleines daraus geklaut. Das kommt davon!

Nachmittags wollten die beiden schon wieder losziehen. Hilfe! Ich jaulte und jammerte, und sie bekamen Mitleid. Um die Gegend kennen zu lernen, wollten sie mit mir eine Fahrt zum Schliersee und zum Tegernsee  machen. Gottseidank, sie wollten nicht wandern!

Das Wetter wurde noch sonniger als am Vormittag, und ich ließ mir die Strahlen schön auf den Pelz scheinen. Wir machten an jedem der beiden Seen ein Stündchen Pause. Es gab Apfelschorle und Weißbier, und meine Pfoten erholten sich endlich wieder. Oberbayern ist wirklich sehr schön, aber am Tegernsee geht es zu wie auf einem Kirmesplatz. Sooo viele Touristen. Schrecklich. Wenn es dort wenigstens das passende Essen gegeben hätte: Popcorn, gebrannte Mandeln, Fischbrötchen und Reibekuchen. Das wäre endlich mal was für mich gewesen!

Zum Abendbrot haben wir in im Gasthof Bärenstubn Rehfilet gegessen und leckere Nusstorte zum Nachtisch verspeist. Mann, war die gut! Weniger gut war allerdings der Wetterbericht für die nächsten Tage. Der klang sehr deprimierend. Viel Regen und ganz kaltes Wetter. Hoffentlich muss ich morgen nicht schon wieder wandern.

Urlaub auf dem Bauernhof

Tatsächlich, man kann  in Bayern auch Urlaub machen, ohne in den Bergen herumzukraxeln. Das hätte ich nicht gedacht. Moosi war zwar ein wenig enttäuscht, dass sie nicht fit genug für Urlaub im Oberallgäu ist, aber für Bad Feilnbach reicht ihre Kondition. Das ist ein Moorheilbad, und wo Moore sind, da gibt es viel Flachland. Da sind die Wege nicht so anstrengend. Leider gibt es auch einige Berge, aber die meisten sind nicht besonders hoch. Der Wendelstein ist zwar  ein richtig hoher Berg, aber man kann mit der Seilbahn oder der Zahnradbahn hinauffahren. Genau das Richtige für Schweinehunde.

Bei der Ankunft war ich sehr angenehm überrascht. Eine herrlich bequeme Ferienwohnung mit großen Fenstersn und einem schönen Balkon auf der Sonnenseite mit Blick auf die Berge. Ein sehr kuscheliges Sofa, eine Empore mit gemütlichen Matratzen und sogar ein Himmelbett! Hach, wie schön. Berge angucken und dabei gemütlich sitzen. So lieb ich das. Das Wetter war auch wunderbar, allerdings war die Wettervorhersage für den Rest der Woche gar nicht so schön. Wie gut, dass wir ausreichend Rotwein zum Aufwärmen mit hatten.

Wir machten gleich einen Kennenlern-Spaziergang, denn es war gerade erst Mittag. Das war auch gar nicht anstrengend und führte uns einmal rund ums Dorf. Eigentlich ein bisschen weit für mich, die zweieinhalb Stunden Fußweg, aber seeehr sehr aufschlußreich.

Erfreut stellte ich fest, dass es in Bad Feilnbach jede Menge gemütlicher Gasthäuser gibt. Was da alles auf der Speisekarte stand - Waaaahnsinn! So leckere Sachen wie Schweinsbraten mit Knödeln, Haxe, Hirschgulasch u.s.w. Sabber! Und alles gar nicht teuer. Also, wenn das kein Paradies für Schweinehunde ist, heiße ich Oskar.

Abends durfte ich auch gleich ein bisschen von diesem Paradies genießen: Wir haben nämlich in einem wunderschönen Biergarten einen Krustenbraten mit Knödeln gegessen und einen guten Wein getrunken. Das war im Gasthof Pfeifenthaler. Ich habe mich dort sauwohl gefühlt. Allerdings haben die dort eine dreiste weiße Katze, und das fand ich weniger gut. Ich hasse diese Fellnasen!

Besuch bei Tierfreunden

Jetzt ist es endlich so weit - wir sind auf der Reise nach Bad Feilnbach. Weil Nürnberg an unserem Weg liegt und hier eine sehr liebe Gartenfreundin von Moosi wohnt, haben wir in dieser Stadt heute einen Zwischenstopp gemacht und diese Freundin und ihren Mann besucht.

Was haben die für einen wunderschönen Garten. Moosi war ganz entzückt davon. Sie hat auch ein sehr schönes Rosen-Hochstämmchen mitgebracht - die Duftrose Comtessa - damit der Garten noch mehr hübsche Blumen hat. Aber er ist jetzt schon so schön , dass schon mehrere Male Bilder davon in einer bekannten Gartenzeitschrift abgebildet waren. Moosis Freundin nennt ihn ihren “kleinen Park”.

Was mich allerdings an diesem “kleinen Park” stört, ist die Tatsache, dass sich dort so viele Katzen  herumtreiben. Warum sind überall diese Viecher? Davon haben wir zu Hause schon genug. Warum hält sich niemand ein paar hübsche, freundliche Schweinehunde?

Na, ja, egal. Jedenfalls haben Moosis Freundin und ihr Mann uns mit ganz viel köstlichem Kuchen und Tortenstücken bewirtet und uns spater noch ein ganz ganz leckeres Abendessen gekocht. Wir haben lange zusammen gesessen und gemütlich geklönt. Und eine Menge Rotwein getrunken. Jetzt bin ich richtig satt, glücklich und müde. Morgen früh gibt es ein leckeres Frühstücksbuffet im Hotel, und dann geht es weiter nach Bad Feilnbach.

Euer Daumendrücken für Moosi hat wunderbar geholfen, wie ihr seht. Sie ist auf dem besten Weg, wieder gesund und wohlgeformt zu werden. Danke, Ihr Lieben!

Wenn Wünsche wahr werden

Ich hatte mir doch sooo fest vorgenommen, es nie, nie, niemals garnie nicht wieder zu tun. Mir etwas zu wünschen, meine ich. Aber leider habe ich meine guten Vorsätze vom Januar vergessen und habe es doch gemacht. Das hab ich jetzt davon.

Wenn ich vorher gewusst hätte, was ich mir mit meinen Wetterwünschen eingebrockt habe, dann hätte ich Herrchen und Moosi die Autoreifen angestochen, damit sie nicht in Urlaub fahren können. Hab ich aber leider nicht. Ich bin also selbst schuld!

An unserem ersten Tag im Allgäu war die Welt noch in Ordnung. Ich durfte faul auf der Terrasse liegen und lauter leckere Sachen futtern. Abends gab es einen kleinen Spaziergang und einen leckeren Schweinsbraten. Ein toller Anfang! Doch dann…..

dann wurde mein Wunsch erfüllt. Schon in der Nacht gab es schlechtes Wetter. So ein richtiges Sauwetter. Ich freute mich schon, gemütlich auf dem Sofa abzuhängen. Gerade wollte ich es mir bequem machen, da zogen Moosi und Herrchen die Regenkeidung an. Sie machten eine Wanderung und ich musste mit. Brrr… Es nieselte, und Herrchen und Moosi wanderten durch Oberjoch und  Unterjoch. Es war kalt. Nur zehn Grad. Dann fing es auch noch an zu gießen wie aus Eimern.

Regen in Oberjoch

Gottseidank hatten die beiden ein Einsehen und wir gingen in einen Gasthof, um uns aufzuwärmen. Ich war froh, dass wir danach wieder zurück gefahren sind und Moosi leckeren Spargel für uns gekocht hat.Und abends, als ich mich gemütlich hinkuschelte, was tat ich da? Genau - ich wünschte mir, dass es nicht mehr so regnet, denn Moosi und Herrchen wollten zur Bergstation auf dem Imberger Horn.

Es regnete auch tatsächlich nicht. Aber ich konnte mich nicht darüber freuen. Es schneite nämlich. Ehrlich! Wir fahren in die Sommerferien und es schneit. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie sauer ich da war? Ich quengelte, damit Moosi und Herrchen mit der Seilbahn ins Tal fahren sollten. Das taten sie aber nicht. Sie machten genau das Gegenteil - eine sehr ausgiebige Wanderung. Grrrr….. ich hätte sie am liebsten in den Allerwertesten gebissen. Aber das tut ein braver Schweinehund ja nicht.

Völlig erledigt bin ich abends eingeschlafen. Puh - war ich müde. Aber ich konnte ja ausschlafen. Dachte ich wenigstens. Konnte ich aber nicht, weil ich morgens um kurz vor fünf vom Geläut dutzender Kuhglocken geweckt wurde. Die Kühe wurden nämlich für den Sommer auf die Bergwiesen getrieben. Menno! Warum müssen diese Viecher denn so bimmeln, können die nicht leise spazieren gehen? Das tu ich doch auch. Aber das Gebimmel gab mir auch Hoffnung: Wenn die Kühe auf die Sommerwiesen gehen, wird kein Frost mehr erwartet. Das hatte ich mir vor dem Einschlafen gewünscht.

Am nächsten Tag war es auch nicht mehr so kalt, aber es nieselte. Moosi sagte, wir würden nicht wandern, sondern etwas besichtigen, was sie schon lange einmal sehen wollte, denn dafür wäre genau das richtige Wetter. Prima! Ein Museum oder sowas, da wird man wenigstens nicht nass, dachte ich. Aber das war ein Irrtum, denn wir besichtigten kein Museum. Wir fuhren nach Oberstdorf und besichtigten die Breitachklamm. Das ist eine ganz enge, tiefe Schlucht, wo von den Felswänden überall das Wasser rieselt. Das bedeutet, man wird total durchnässt. Das hatte Moosi mit dem richtigen Wetter gemeint. Dieses Miststück.

Dieses Mal wollte ich schlauer sein. Ich wünschte mir, dass es weder schneien noch frieren noch irgendwelche Niederschläge geben sollte, damit ich endlich mal einen schönen Urlaubstag geniessen konnte. Am nächsten Morgen schien die Sonne und wir wanderten los. Ich war happy! Moosi und Herrchen wollten zum Giebelhaus und dann weiter zur Schwarzenberghütte. Ich wünschte mir, dass sie nicht den Sommerweg wählen würden, sondern lieber den Fahrweg, weil der nicht so modderig ist.

Das Wetter war herrlich und angenehm warm und im Giebelhaus gab es ein leckeres Mittagessen. Aber als wir wieder nach draußen gingen, bekam ich beinahe einen Schock. Es war auf einmal richtig warm geworden und der Weg war sooo steil.  Schatten gab es auch nicht auf dem Fahrweg. Alle hundert Meter musste ich schnaufend stehen bleiben. Die Zunge hing mir aus dem Maul. Mann, hatte ich Durst. Hätten wir doch den Sommerweg genommen! Aber oben gab es endlich ein leckeres Bierchen. Der Weg nach Hause ging dann zum Glück nur noch bergab. Nach siebeneinhalb  Stunden waren wir wieder zu Hause. Ich war völlig kaputt, aber wenigstens das Wetter war schön, deshalb wünschte ich mir für morgen auch wieder Sonnenschein.

Wanderpause

Unser letzter Urlaubstag war auch wunschgemäß sonnig und warm und wir machten uns auf den Weg zur Willersalp. Dieser Weg ist sehr steinig und noch viel, viel steiler als der Weg vom Tag davor. Gar nicht gut für die Pfoten. Man muss zwei Stunden lang immer bergauf steigen, bis man endlich da ist. Und es war nicht nur sonnig, sondern wahnsinnig heiss. 32 Grad waren es, und ich sehnte mich so sehr nach einem kalten Getränk. Die Sonne brannte, und auf der Willersalp war kein schattiges Plätzchen frei. Moosi und Herrchen bekamen einen Sonnenbrand und ich kicherte schadenfroh. Ich habe nämlich ein schützendes Fell. Ätschbätsch!

Ich war glücklich, als wir uns endlich an den Abstieg machten und ein kühler Wind aufkam. Nur als es immer stürmischer wurde und mir der Staub in die Augen geweht wurde, fand ich es gar nicht mehr lustig. Ich hatte nämlich keine Sonnenbrille wie Moosi und Herrchen. Als wir im Tal ankamen, gab es ein Gewitter und begann kräftig zu hageln. Wir flitzten schnell ins Haus.

So habe ich mir jeden Tag mein Wetter gewünscht. Das gab es auch, genau so, wie ich es bestellt habe. Aber was bekam ich: Lauter Sauwetter und Hundstage. Jedesmal hatte es einen riesigen Haken, und ich war der Dumme. Wie war das noch: “…denn sie könnten erfüllt werden?” Genau.

Zwischen Paradies und Hölle

Auch in diesem Jahr durfte ich wieder mit Moosi und Herrchen wegfahren. Ich hatte mich schon gefreut, wieder so einen schönen Heurigen-Urlaub zu machen, wie ich ihn im letzten Sommer hatte. Aber dieses Mal ging es gar nicht in die Wachau. Moosi wollte gerne noch einmal in den Ort, wo sie vor dreißig Jahren mit ihren Eltern in Urlaub gewesen ist - nach Hinterstein im Allgäu. Ins gleiche Haus wie damals.

Zuerst war ich ein bisschen enttäuscht, aber dann erzählte Moosi, wie hungrig sie damals in der guten Bergluft geworden war und dass sie gefuttert hatte wie eine siebenköpfige Raupe. Als ich das hörte, atmete ich auf.

Als wir ankamen, regnete es, genau wie zu Hause bei der Abfahrt. Und in dem dicken Nebel konnte ich gar nicht sehen, wo ich gelandet war. Nur die Ferienwohnung konnte ich genauer betrachten. Die war wirklich sehr schön, mit einem bequemen Sofa, einer großen Essecke und auch einer gemütlichen Eckbank in der Küche. Dazu ein schönes ruhiges Schlafzimmer, ein großes Bad, eine riesige Diele mit weichen Teppichen und eine Terrasse mit Liegestühlen. Toll. Genau richtig für mich.

Kaum hatte Moosi die Koffer ausgepackt, kam die Sonne heraus, und wir gingen Gassi. Als ich draußen war, bekam ich einen Riesenschreck. Hohe Berge rundherum! Ach Du Schreck. Das war gar keine gute Umgebung für Schweinehunde.

Herrchen an der Kirche St. Antonius in Hinterstein

Moosi und Herrchen hatten aber gar nicht vor, auf einen dieser Berge zu klettern, sondern machten einen Spaziergang durch das Tal, und so war ich beruhigt. Gottseidank. Noch mal davongekommen. Zur Belohnung bekam ich nach dem Spaziergang eine köstliche Leberknödelsuppe, einen wunderbaren Krustenbraten mit Spätzle und danach Eis mit heißer Schokolade zum Abendbrot. Göttlich, sage ich Euch. Jetzt freute mich auf den restlichen Urlaub.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück bekam ich erst mal Panik. Unsere Vorräte waren alle und die Küche der gemütlichen Ferienwohnung hatte einen leeren Kühlschrank. Ich hoffte also, dass Moosi nach dem Frühstück schräg gegenüber in den Laden gehen würde. Fehlanzeige! Zu Fuß ging es über Bad Oberdorf nach Hindelang, in den nächsten Supermarkt. Und dann auch noch zu Fuß wieder zurück. Dabei nieselte es die ganze Zeit. Nachmittags musste ich dann noch mit auf eine Wanderung. Wir gingen an einem Wasserfall hoch und ich war gar nicht begeistert, trotz des leckeren anschließenden Abendessens. Ich war pitschnass, fix und foxi und konnte mich nur noch halbtot aufs Sofa werfen. Grummel!

Am Tag darauf wurde es noch schlimmer. Die beiden beschlossen, zu Fuß zum Giebelhaus zu marschieren, weil dieser Weg asphaltiert sei. Dabei regnete es in Strömen. Die ganze Zeit! Ich bettelte und jammerte, aber es wurde keine Rücksicht auf mich genommen. Triefnass kamen wir nach 2 1/2 Stunden dort an. Die spinnen doch, die beiden. Als sie sich nach einer Kaffeepause wieder auf den Rückweg machten, wollte ich nicht mehr weitergehen, aber ich wurde gnadenlos mitgeschleift. Unterwegs trafen wir noch mehr solch verrückte Wanderer. Bergwanderer sind total hirnlose Menschen! Manche kamen sogar oben von den Gipfeln, wo dreißig Zentimeter Schnee lagen. So was nennt sich nun Sommerferien. Da lobe ich mir doch die Wachau mit ihrem guten Wein. Das Einzige, was hier wirklich besser war als dort, war das wunderbare Essen.

Abends auf meinem Sofa habe ich richtig geschmollt und hätte meine beiden Futterspender am liebsten in die Haxen gebissen. Ich habe mich lautstark beschwert, dass ich nicht ständig bei diesem nassen Wetter draußen herumlaufen wolle. Moosi versprach, dass ich nicht mehr durch den Regen laufen müsste, und ich atmete auf.

Leider regnete es auch an den nächsten Tagen, aber Moosi hielt ihr Versprechen. Allerdings ganz anders, als ich es gedacht hatte. Die beiden warteten nämlich immer eine kurze Regenpause ab, um aus dem Haus zu gehen. Und was taten sie dann? Etwas ganz furchtbares, sage ich Euch. Sie kraxelten die Berge hoch, und suchten sich dazu die steilsten Wege aus. Sie marschierten so lange weiter, bis wir über den Wolken waren. Haste da noch Töne? Ich dachte immer, über den Wolken wäre der Himmel, aber da waren nur Felsen und Almwiesen und massenweise dämliche Kühe. Aber dort oben schien die Sonne, und ich konnte mich nicht beschweren, denn ich hatte mir das ja selbst eingebrockt.Beim nächsten Mal denke ich besser nach, wenn ich quengele.

Über den Wolken

Na, wenigstens gab es oben auf den Almhütten immer einen guten Bergkäse, frische Milch und Butter und köstliches, frischgebackenes Brot. Ein kühles Bier oder frischen Apfelmost gab es auch noch dazu, das versöhnte mich ein bisschen.

Moosi sorgte auch dafür, dass ich den ganzen Tag mit reichlich Futter versorgt wurde. Sie selbst aß auch mindestens drei Brötchen und ein dickes Müsli zum Frühstück, ein leckeres Mittagessen und abends noch einmal Suppe, Hauptgericht und manchmal sogar ein Dessert.

Ihr könnt Euch mein Entsetzen nicht vorstellen, als ich nach der ersten Woche bemerkte, wie Moosis Hosen immer lockerer saßen. Das lag bestimmt an den Wanderungen, die täglich länger und länger wurden. Und die Wege wurden auch von Mal zu Mal schwieriger und steiler. Manchmal war mir richtig schwindelig, wenn ich herunter sah und die Häuser viele, viele hundert Meter tiefer lagen.

Einmal hörte ich, wie Moosi und Herrchen besprachen, dass sie an diesem Tag zum Paradies wandern wollten. Es wurde mir etwas mulmig zumute. Wollten die Suizid begehen, oder was? Dann dachte ich nach und beruhigte mich wieder. Sicher hatten sie nichts dergleichen vor, hätten sie sonst belegte Brote mitgenommen? Nein, es musste sich um das Paradies auf Erden handeln, von dem die Leute immer reden.

Wir wanderten also erst einmal über zwei Stunden lang ein Tal entlang. Dann ging es einen steilen Weg hinauf auf einen Berg. Ich wurde immer ungeduldiger. Wann kam denn nun endlich das Paradies? Gab es da Riesendöner und Pizza bis zum Abwinken und einen bequemem Liegestuhl für mich? Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen. Wenn wir nur erst da wären! Als wir endlich oben waren, wurde ich unsanft aus meinen Tagträumen gerissen. Das sollte das Paradies sein?

Das Paradies auf Erden ist eine einzige große Lüge. Dort oben gab es nur ganze Scharen von Kühen und die Schwarzenberg-Hütte, und die stand auf einem weiten Wiesenplateau. Dieses Plateau heißt “Paradies”. Herrchen sagt, so nennt man es wegen seiner uralten schönen Bäume und der herrlichen Aussicht.  Ich fand die Aussicht aber gar nicht herrlich, denn man sah weit und breit kein Döner und auch sonst nichts, was Schweinehunden Freude macht. Sitzen konnte man nur auf harten Holzbänken. Pfui! Ich krakeelte ordentlich herum, weil ich so sauer war. Deshalb spendierte Herrchen uns einen großen Kaiserschmarren mit Zwetschgenröster, damit ich endlich die Klappe hielt. So. nun wisst Ihr Bescheid. Wenn Euch einer was über das Paradies erzählt, fallt ja nicht drauf rein!

Gegen Ende des Urlaubs hatte ich ziemlich wunde Pfoten und war sehr erleichtert, dass es am vorletzten Tag nur zur Bergstation der Horn-Seilbahn gehen sollte. Eine Strecke zu gehen wäre genug, sagte Moosi und bergab gehen macht mir ja nichts aus. Seilbahn fahren ist immer gut, deswegen meckerte ich auch nicht, als wir aus dem Haus gingen.

Der Tag fing gut an. Die Sonne strahlte, und die beiden hatten leckere Dinge in den Rucksack gepackt. Gut gelaunt wanderten wir durch die Täler bis zum Fuß des Imberger Horns. Aber dann - oh Mord und Entsetzen - verließen wir den Talweg und es ging höher und höher bergauf. So lange, bis wir bei der Bergstation angelangt waren. Und oben gab es noch nicht einmal ein richtiges Mittagessen, sondern nur ein großes Mineralwasser. Die Brote waren längst aufgefuttert, und mein Magen knurrte fürchterlich. Glücklicherweise ging es bergab mit der Seilbahn, aber trotzdem war es ein weiter Weg zurück bis in unser Dorf.

Blick von der Bergstation

Mal ehrlich, liebe Tierfreunde, ist das normal, was Moosi und Herrchen mit mir machen? Jeder normale Mensch fährt bergauf mit der Seilbahn, nur diese beiden Irren machen das umgekehrt.

Nachmittags wollte ich mich ausruhen, aber ich durfte nur ein ganz kurzes Nickerchen machen, um gleich darauf wieder aus dem Haus gescheucht zu werden. Die beiden wollten in die Hochvogelstuben und diesen Besuch wegen des schönen Wetters mit einem kleinen Spaziergang verbinden. Grrrrr…… Hoffentlich wollten die mich nicht wieder reinlegen.

Ich beruhigte mich wieder, als sie den Weg ins hintere Tal einschlugen, denn das war die richtige Richtung. Doch auf einmal bogen die beiden rechts ab. Es ging eine steinige Schlucht hinauf. Dort lagen lauter riesige Felsbrocken. Es sah aus, als ob ein Riese sie dorthin geschleudert hatte. Auf einmal bekam ich einen riesigen Schreck:  eine scheußliche Teufelsfratze grinste mich aus der Felswand an, und am Weg stand ein Schild. Auf dem stand “Hölle”. Hilfe! Was hatten die mit mir vor? Wollten die mich loswerden, weil ich so frech gewesen war?

Offensichtlich durfte ich meine beiden Futterspender aber behalten, denn wir gingen an dem Teufel vorbei. Es war auch gar kein richtiger Teufel, sondern nur ein Bild aus Stein. Wir wanderten auf eine schöne Wiese über der Schlucht mit schönen Schmetterlingen, und dann endlich weiter zu unserem Restaurant. Puh - noch mal Glück gehabt.

Die schrecklichste Wanderung in diesem Urlaub blieb mir aber erspart. Am allerletzten Tag vor der Abreise wollten die beiden unbedingt zum Schrecksee wandern. Das ist ein Marsch von neun bis zehn Stunden durch die Bergeinsamkeit. Aber ich bin eben nicht nur ein Schweinehund, sondern auch ein Glückspilz. Es gab ein heftiges Unwetter, und bei schlechtem Wetter kann man diesen Weg nicht gehen. Herrchen und Moosi waren sehr enttäuscht, aber ich jubelte innerlich. So konnten sie an diesem Tag nur einen Spaziergang über den Vaterlandsweg zum Schleierfall und zum Hirschbachtobel machen. Das reichte mir auch völlig. Ich bin ein Schweinehund und kein Muli.

So bekam ich in diesem Urlaub beides: himmlische und höllische Erlebnisse. Und Moosi hatte eine schlankere Taille als vorher, obwohl sie so viel gefuttert hat. Moosi und Herrchen wollen unbedingt noch einmal in den Allgäu, damit sie ihre Tour an den Schrecksee noch machen können. Aber ich will das auf keinen Fall. Ich hoffe, wir fahren dort nie wieder hin!

Lumpazi im Schlaraffenland

Hallo zusammen,

Ihr habt Euch wohl schon gefreut, daß Euer Lieblingsschweinehund im Urlaub ausgesetzt wurde oder mit Herrn Schluri zurückgeblieben ist? Nix da, zu früh gefreut! Ich kann doch Moosi nicht allein lassen, was soll sie denn anfangen ohne mich?

Ich hab Euch ja einen Urlaubsbericht versprochen, und ein Schweinehund hält immer, was er verspricht!

Also, dann fang ich mal an:

Ich hab Euch ja schon erzählt, daß ich mit ausgewählter Fachliteratur weggefahren bin. Moosi hatte auch was eingepackt, einen Reiseführer und 2500 Gramm Schokolade hatte sie mitgenommen, ich war richtig stolz auf sie. Und als ich so meine Sachen verstaut habe und in ihre Tasche linse, was sehe ich da? Gaaaar keine Schokolade drin. Nicht ein Fitzelchen. So ein verlogenes Aas, das hat sie nur gesagt, damit ich mitkomme!

Ich hab mich natürlich lautstark beschwert. Und wißt ihr, was sie mir da grinsend unter die Nase gehalten hat? Zwei dicke Bücher von Joanne Harris! Eins hieß “Chocolat” und eins “Himmlische Wunder”. Und in beiden geht es um Schokolade. Na, wenn ich das vorher gewußt hätte….

Der Urlaub war dann aber trotzdem sehr schön, ich bin immer gut gefüttert worden und durfte auch vom Eiscafé und der Torte naschen. Das war schöööööön! Vor dem Abendessen durfte ich immer ein Stündchen auf der Liege ausruhen und die Sonne aufs Bäuchlein scheinen lassen. Und Moosi hat auch meinen Heurigenkalender ausgiebig genutzt. Mann, war der Wein aber lecker.

Jeden Abend haben wir einen anderen Heurigen besucht. Was es da alles Gutes zum Essen gab! Käseplatte mit zwölf verschiedenen Käsesorten, Hauerjause mit frisch geräuchertem Schinken und leckerer Wurst, hausgeräucherte Forellenfilets, Schafsgupferl mit Kernöl, Aufstrichplatte mit den feinsten Aufstrichen und Salaten. Und immer mit dem passenden Rot- oder Weißwein.

Mittags hat Moosi mich ins Restaurant geführt, zu Wiener Schnitzel, Schweinsbraten mit Knödeln, Krautstrudel mit Blunzngröstl, und und und. Zum Schluß gab es auch schon mal noch eine Mehlspeise. Und nachmittags durfte ich manchmal auch einen Eiskaffee, ein Stück Kuchen oder einen Früchteeisbecher naschen. Das war wie im Paradies.

Leider hatte das Paradies auch eine “Schlange”, die Moosi ständig zu bösen Dingen verführt hat. Ihre Unternehmungslust hat sie andauernd dazu gebracht, das leckere Essen wieder abzustrampeln. Und ich mußte immer mitgehen. Aber ich konnte Moosi überreden, abends immer gut auszuruhen.

Nur mit der Hypnose hat es nicht so gut geklappt, dieses Buch hat nix getaugt. Ein einziges Mal ist es mir gelungen, Moosi zum Trinken von Cocktails zu bewegen. Sechs Gin Fizz, einen Caipirinha und einige Tequila hat sie sich genehmigt, und ich war mächtig stolz auf mich.

Trotzdem habe ich eine ganz dicke Reklamation. Mit dem Unterhaltungsprogramm war ich ganz und gar nicht einverstanden! Jeden Tag mindestens vier Stunden Wandern, die Berge hinauf und hinunter, mitten durch den Wald. Sämtliche Weinberge habe ich von oben gesehen und in jedem Dorf der ganzen Wachau kenne ich sämtliche Häuser und Bäume persönlich.

Und erst der Sport! Zweimal die Woche Kraftübungen mit dem Theraband, das ist gar nicht gut fürs Bäuchlein. Dann mußte ich mit zum Joggen, Montags und Mittwochs von Spitz bis Wösendorf und zurück. Das waren jedesmal sechs Kilometer! Einkaufstaschen schleppen mußte ich auch, weil Moosi und ihr Mann immer ohne Auto einkaufen waren. Das waren jedesmal zwanzig Minuten hin und auch wieder zurück.

Einmal wurde ich stundenlang durch Schlösser und Burgen geschleift. Bah, war das langweilig. Wer interessiert sich schon für Erzherzog Ferdinand? Ich jedesfalls nicht! Und Indianer sind auch sooo langweilig. Von den vielen Kirchen und Burgruinen mal ganz zu schweigen. Einmal mußte ich über die ganze Landesgartenschau in Tulln trappeln, immer hin und her, zum Schluß ging es noch auf einen hohen Aussichtsturm, zu Fuß! Ich durfte nicht mit dem Aufzug fahren. Da kriegt man ja wunde Pfoten, von sowas.

Als ich gemeckert habe, hat mir Moosi was von negativer Energiebilanz ins Ohr gemurmelt. Und daß ich ja schließlich was Gutes zum Essen wolle. Also mußte ich zähneknirschend mitmachen, sonst hätte ich nichts Leckeres zum Essen bekommen. Zum Abendessen durfte ich auch nicht im Auto mitfahren, sondern mußte laufen, sonst hätte es keinen Wein gegeben.

Eine Sache hat mir aber total gut gefallen: Wir waren zum Rudern ins Waldviertel gefahren, zum Ottensteiner See. Und da haben Moosi und ihr Mann jeder eine Stunde gerudert, und ich durfte dabei im Boot liegen und die Sonne genießen. Ich habe die Pfote ins Wasser hängen lassen und mir die Wolken und die Landschaft angeschaut. Das war herrrrrlich!

Ich habe also leider kein rundes Bäuchlein gekriegt und Moosi auch nicht. Aber schön war es trotzdem, ganz ehrlich!

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