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29.10.2010 von Lumpazi.
Überall herbstelt es und in der Natur zieht langsam Ruhe ein. Nur nicht bei uns im Garten. Da wächst das Unkraut so munter drauflos, als ob es gerade Frühling würde. Deshalb kann ich mich immer noch nicht ausruhen, sondern muss Moosi beim Unkrauf zupfen helfen.
Ein Beet nach dem anderen wird durchforstet. Das ist gar nicht so einfach, weil die dicksten Löwenzähne oder Hahnenfüße immer genau da wachsen, wo es am unangenehmsten ist. Meistens wachsen sie zwischen den Rosen, so dass man total zerkratzt ist, bis man das Zeugs herausgezogen hat. Und es leistet dabei einen Widerstand wie ein Kleinkrimineller bei der Razzia.
Ich verstehe nicht, wieso die “Wildkräuter”, wie Moosi sie nennt, immer viel doller wachsen als die anderen Pflanzen. Ausgenommen vielleicht die Rosen, die wachsen genau so schnell. Und warum sagt Moosi, ich wäre auch so ein Unkraut? Das kann ja gar nicht stimmen, ich wachse doch in letzter Zeit überhaupt nicht mehr. Hoffentlich hat Moosi nicht heimlich Unkraut-Ex benutzt, um mich daran zu hindern.
Heute hat Moosi nicht im Garten gearbeitet. Sie war beim Friseur, damit sie hübsch aussieht, weil sie heute abend Klassentreffen hat. Darauf freut sie sich schon seit Wochen. An solch einem Tag kann sie sogar auf ihre geliebte Gartenarbeit verzichten, auch wenn das Wetter noch so schön ist.
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15.10.2010 von Lumpazi.
Nach dem Urlaub hatte ich gehofft, ich könne meine Pfoten schonen. Leider wurde aber daraus nichts, denn Moosi vermisste das Wandern. Also fuhr sie nicht mit dem Bus zur Arbeit, sondern ging zu Fuß. Moosi hat auch Angst, sie könnte Speck ansetzen, und tatsächlich hat sie seit dem letzten Test ein Pfund mehr drauf.
Nach Feierabend nahm sie zwar den Bus, aber dafür fing sie zu Hause an, mächtig im Garten zu rödeln. Die einmal blühenden Rosen mussten zurückgeschnitten und anschließend neu angebunden werden. Das ist eine Arbeit, die man selbst seinem ärgsten Feind nicht gönnt.
Wer sich wie ich schon einmal an solch einem meterhohen Rosenmonster die Knochen zerschunden hat, kann sich vorstellen, warum ich diese Stacheldinger so sehr hasse. Ein einziger Rosenbogen bedeutet stundenlange Arbeit. Und wir haben ja nur vier Stück davon. Nach dem Schneiden müssen die ganzen Zweige noch klein gemacht werden, damit sie besser in die Biotonne passen. Natürlich haben wir auch noch eine Menge anderer Rosen, aber die sind Gottseidank erst im Frühjahr wieder dran.
Wenn ihr denkt, dass wäre schon die ganze Gartenarbeit gewesen, seid ihr schwer auf dem Holzweg. Die Sommerstauden hatten nämlich alle ausgeblüht und Moosi fand es im Garten nicht mehr bunt genug. Deshalb wurden einige neue Kissenastern gekauft. Das bedeutete, der Spaten wurde vorgeholt, um schön tiefe Pflanzlöcher zu graben.
Der Rasen musste gemäht und die Hecke geschnitten werden. Danach wurden die letzten Brombeeren geerntet und die alten Zweige der Himbeeren entfernt, damit die neuen Zweige fürs nächste Jahr hochgebunden werden konnten. Oh Mann, immer wenn man denkt, man kann sich endlich mal gemütlich auf die Bank setzen, ist wieder irgend ein Grünzeug nachgewachsen und muss gestutzt oder angebunden werden.
Und dann die Teichpflanzen - igitt. Wenn sie zu groß werden, muss man sie teilen und sie dafür aus dem Wasser nehmen. Der Modder, der da dran hängt, müffelt entsetzlich. Fast wie tote Katze! Ich verzieh mich immer ins Haus, wenn Frauchen das macht. Gestern hat das aber nix gebracht - die Stubentiger hatten gerade das Katzenklo benutzt und drinnen auch die Luft verpestet.
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1.10.2010 von Lumpazi.
Moosi ist voll im Stress. Gerade hatte sie sich ein bisschen erholt, ist schon wieder Urlaubsvertretung angesagt. Und natürlich gibt es auch schon wieder jemanden, der krank ist. Deshalb macht Moosi viele Überstunden und hat nicht mehr so viel Zeit für sich. Jetzt ist sie immer sehr ungeduldig mit mir, wenn ich mich zu Hause ausruhen möchte.
Kaum habe ich mich auf das Sofa gelegt, werde ich aufgescheucht, weil Moosi Staub saugen will. Oder putzen oder fegen oder sonst irgendwas. Zum Dösen ist überhaupt keine Zeit mehr. Ständig schaut Moosi auf die Uhr. Das ist der Nachteil, wenn der Halbtagsjob nachmittags gemacht wird. Man muss sich fürchterlich sputen, sonst kommt man zu spät zur Arbeit.
Nach dem Urlaub hatte sich eine Menge Schmutzwäsche angesammelt, die Fenster waren nicht mehr sauber, und auch die drei Fellnasen hatten eine Menge Dreck gemacht. Überall sind Katzenhaare. Wie schaffen die Viecher das bloß, in einer einzigen Woche so viel dreckig zu machen?
Moosi ist aber nicht traurig über die viele Hausarbeit. Sie sagt, das verbrennt massenweise Kalorien. Ich bekam zuerst Panik, dass ich nun wieder ganz klapperdürr werde, aber ich hätte mich gar nicht zu sorgen brauchen.
Wenn Moosi Streß hat, isst sie fast immer Schokolade. Und sie hat wegen der Überstunden auch nicht sehr viel Zeit für Sport. Jetzt muss ich bloß die drei Muskeltiere in Schach halten. Wenn sie nicht so viel Dreck machen, braucht Moosi auch nicht so viel zu putzen und ich habe wieder Zeit zum Dösen.
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