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Archive für März 2011

Warum darf ich nie ausschlafen?

Immer wenn ich denke, jetzt kenne ich Moosis gesamte Trickkiste, dann muss ich feststellen, dass ihr doch wieder was eingefallen ist, um mich zu schikanieren. So ein Satansweib! Das macht sie alles nur, weil sie kein Gewicht verliert. Dabei wird sie zusehends dünner, einige Jeans schlabbern schon richtig.

An die Wanderungen und die immer größeren Walkingrunden habe ich mich längst gewöhnt, ebenfalls an die Fußmärsche zur Arbeit, das Krafttraining und die Gymnastik. Auch die Laufrunden um die Talsperre habe ich zähneknirschend hingenommen und mich damit getröstet, dass das Frauchen wegen der vielen Bewegung mehr Appetit hat, und ich dann nicht immer so einen mageren Fraß bekomme.

Aber  nun ist das Maß voll. Jetzt darf ich selbst Sonntags nicht mehr ausschlafen. Es nervt mich sowieso schon, dass ich in der Woche so früh aufstehen muss, damit Moosi vor der Arbeit noch Zeit für ihre Übungen hat. So was ist ungesund!

Seit Anfang März geht es auch Samstags früher aus den Federn, damit beim Laufen an der Talsperre noch nicht so viele Leute da sind. Moosi hasst es, wenn hunderte von Schnatterenten unterwegs sind. Und seit heute darf ich nicht mal mehr am Sonntag gemütlich in meinem Körbchen liegen und aufs Frühstück warten. Nein - im Gegenteil. Ich muss um halb fünf aufstehen.

Mrs. Sklaventreibers neue Schikane nennt sich “Sonnenaufgangs-Wanderung”. Sie sagt, das wäre eine wunderschöne Sache, weil man so früh am Morgen das Wild beobachten könne. Heute morgen in aller Herrgottsfrühe - das heißt um halb sechs - sind wir also losgezogen. Ohne richtiges Frühstück, es gab nur eine Banane und ein Glas Milch. Wir sind von hier über Reinshagen runter nach Müngsten gegangen, durch die Wupperberge bis Unterburg und dann wieder rauf nach Hause. Natürlich den steilsten Berg, war ja klar!

Moosi und Herrchen waren total gut drauf, weil sie eine Menge Viehzeugs gesehen haben. Rehe und Hasen, einen Bussard, einen Fischreiher und eine Menge Singvögel. Wenn sie Tiere sehen wollen, können sie das doch auch zu Hause haben. Im Garten gibt es auch Vögel, außerdem haben wir drei pelzige Katzenviecher, und natürlich meine Wenigkeit. Ist das etwa nichts?

Vier Stunden hat es gedauert, und dann waren wir endlich wieder zu Hause und ich durfte frühstücken. Ich bin völlig platt und kann mich bestimmt drei Tage nicht mehr bewegen. Seid mal ehrlich - so was ist doch nicht tierfreundlich, oder?

Meine Fitness wird langsam besser

Langsam zahlt sich die viele Bewegung aus. Ich habe schon eine richtig gute Kondition und der Blutdruck wird auch immer stabiler. Der Stoffwechsel hat sich sehr verbessert, das kann ich ganz deutlich spüren.

Leider vertrage ich  meine Medikamente weiterhin sehr schlecht. Die ganzen Nebenwirkungen gehen mir wirklich auf den Geist. Bleibt also nur die Hoffnung, dass ich die Dosierung irgendwann wieder runtersetzen kann, wenn ich tapfer weiter sportele. Und das werde ich tun, soviel steht fest. Ich gebe mich nicht geschlagen!

Mittlerweile schaffe ich schon eine große und eine kleine Runde um die Talsperre, das sind immerhin schon 7,2 km. Ich bin wirklich glücklich, dass ich schon so weit gekommen bin. Im Winter hatte ich noch gedacht, ich würde nie wieder um die Talsperre laufen können.

Ich merke langsam, dass meine Kleidung weiter wird, allerdings bewegt sich die Waage fast gar nicht. Na ja, Hauptsache, die Zentimeter schrumpfen, und ich bin im Urlaub fit genug, um mit meinem Schatz in den Bergen herumzuwandern.

Mario Tranti bekommt Verstärkung

Ist es zu fassen? Jetzt hatten wir endlich die ganzen Wanderungen aus dem berüchtigten kleinen Büchlein ausprobiert, und ich hatte mich schon gefreut, dass endlich mal Ruhe ist. Nix mit Steigungen hochquälen. Mario Tranti wurde aus der Tasche genommen und ins Bücherregal verfrachtet. Jieppieh - weg damit! Doch natürlich hatte ich mich umsonst gefreut. Grrr…

Moosi war nämlich am letzten Wochenende in der Buchhandlung Potthoff und dort gab es eine Sonderaktion. Lauter Wanderbücher aus der Region wurde angeboten und Madame Tierquäler hat richtig zugeschlagen.  Diese Geldverschwendung! Jetzt hat sie wieder ein neues Büchlein in der Tasche. Das ist von so einem anderen komischen Wandervogel. Der heißt Jörg Mortsiefer und hat lauter Wanderungen rund um Wuppertal in sein Büchlein geschrieben.

Ich hatte immer gedacht, in Wuppertal wäre es besser für Schweinehund als hier, weil man doch durch die ganze Stadt mit der Schwebebahn fahren kann. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Heute morgen haben wir dann gleich das Büchlein ausprobiert, aber wir haben die kleinste Wanderung genommen, weil ich so laut gejault haben.

Na wenigstens hat Moosi in den letzten zwei Wochen wieder kaum Gewicht verloren, das ist ein kleiner Trost. Und da kann auch so ein Tranti oder Mortsiefer nix dran ändern.

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