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13.11.2010 von Lumpazi.
Arme Moosi. Sie ist krank und muss das Bett hüten. Eigentlich hat sie sich schon seit drei Wochen mit einer bösen Erkältung herumgeschleppt. Erst hatte sie Urlaubsvertretung gemacht und dann waren die Kollegen der Reihe nach alle krank. Und jetzt hat es Moosi auch erwischt, und sie ist krank geschrieben.
Sie hat eine Nebenhöhlen-Entzündung, eine Mittelohrentzündung und eine starke Mandelentzündung. Die Bronchien sind verschleimt und die Stimme ist weg. Letzteres ist gut für mich, denn jetzt kann Moosi keine Widerworte geben, wenn ich um Süßkram bettele.
Die Ärztin hat ihr ein starkes Antibiotikum verschrieben, dass Moosi zehn Tage lang nehmen soll. Moosis Blutdruck und der Herzrhythmus waren auch nicht gut, und die Ärztin hat gesagt, dass Moosi genauer untersucht werden muss, sobald die Erkältung vorbei ist. Wahrscheinlich bekommt sie andere Medikamente für Herz und Blutdruck.
Das Gute an Moosis Krankheit ist, dass ich nun gemütlich mit in ihrem Bett liegen kann. Sie hat ja schließlich in diesem Jahr schon zweimal Urlaub gehabt, und dies ist jetzt eben mein Urlaub. Schweinehunde brauchen auch mal Ferien.
Am 10. November war Martinstag, und Moosi hatte rechtzeitig Schokolade und Bonbons für die Martinssänger gekauft. Herrchen brauchte aber nicht so viel davon zu verteilen, und so helfe ich Moosi, die Reste zu verputzen. Hmmm…. lecker! Darauf habe ich lange gewartet.
Leider macht Moosi meinen Genuss immer wieder kaputt: Wegen ihrer Erkältung trinkt sie dauernd irgendwelchen ekelhaften Tee. Und sie hat nur ganz wenig Appetit, mein Magen knurrt andauernd. Gut, dass ich genug Schokolade habe, sonst magere ich womöglich noch ab.
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29.10.2010 von Lumpazi.
Überall herbstelt es und in der Natur zieht langsam Ruhe ein. Nur nicht bei uns im Garten. Da wächst das Unkraut so munter drauflos, als ob es gerade Frühling würde. Deshalb kann ich mich immer noch nicht ausruhen, sondern muss Moosi beim Unkrauf zupfen helfen.
Ein Beet nach dem anderen wird durchforstet. Das ist gar nicht so einfach, weil die dicksten Löwenzähne oder Hahnenfüße immer genau da wachsen, wo es am unangenehmsten ist. Meistens wachsen sie zwischen den Rosen, so dass man total zerkratzt ist, bis man das Zeugs herausgezogen hat. Und es leistet dabei einen Widerstand wie ein Kleinkrimineller bei der Razzia.
Ich verstehe nicht, wieso die “Wildkräuter”, wie Moosi sie nennt, immer viel doller wachsen als die anderen Pflanzen. Ausgenommen vielleicht die Rosen, die wachsen genau so schnell. Und warum sagt Moosi, ich wäre auch so ein Unkraut? Das kann ja gar nicht stimmen, ich wachse doch in letzter Zeit überhaupt nicht mehr. Hoffentlich hat Moosi nicht heimlich Unkraut-Ex benutzt, um mich daran zu hindern.
Heute hat Moosi nicht im Garten gearbeitet. Sie war beim Friseur, damit sie hübsch aussieht, weil sie heute abend Klassentreffen hat. Darauf freut sie sich schon seit Wochen. An solch einem Tag kann sie sogar auf ihre geliebte Gartenarbeit verzichten, auch wenn das Wetter noch so schön ist.
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15.10.2010 von Lumpazi.
Nach dem Urlaub hatte ich gehofft, ich könne meine Pfoten schonen. Leider wurde aber daraus nichts, denn Moosi vermisste das Wandern. Also fuhr sie nicht mit dem Bus zur Arbeit, sondern ging zu Fuß. Moosi hat auch Angst, sie könnte Speck ansetzen, und tatsächlich hat sie seit dem letzten Test ein Pfund mehr drauf.
Nach Feierabend nahm sie zwar den Bus, aber dafür fing sie zu Hause an, mächtig im Garten zu rödeln. Die einmal blühenden Rosen mussten zurückgeschnitten und anschließend neu angebunden werden. Das ist eine Arbeit, die man selbst seinem ärgsten Feind nicht gönnt.
Wer sich wie ich schon einmal an solch einem meterhohen Rosenmonster die Knochen zerschunden hat, kann sich vorstellen, warum ich diese Stacheldinger so sehr hasse. Ein einziger Rosenbogen bedeutet stundenlange Arbeit. Und wir haben ja nur vier Stück davon. Nach dem Schneiden müssen die ganzen Zweige noch klein gemacht werden, damit sie besser in die Biotonne passen. Natürlich haben wir auch noch eine Menge anderer Rosen, aber die sind Gottseidank erst im Frühjahr wieder dran.
Wenn ihr denkt, dass wäre schon die ganze Gartenarbeit gewesen, seid ihr schwer auf dem Holzweg. Die Sommerstauden hatten nämlich alle ausgeblüht und Moosi fand es im Garten nicht mehr bunt genug. Deshalb wurden einige neue Kissenastern gekauft. Das bedeutete, der Spaten wurde vorgeholt, um schön tiefe Pflanzlöcher zu graben.
Der Rasen musste gemäht und die Hecke geschnitten werden. Danach wurden die letzten Brombeeren geerntet und die alten Zweige der Himbeeren entfernt, damit die neuen Zweige fürs nächste Jahr hochgebunden werden konnten. Oh Mann, immer wenn man denkt, man kann sich endlich mal gemütlich auf die Bank setzen, ist wieder irgend ein Grünzeug nachgewachsen und muss gestutzt oder angebunden werden.
Und dann die Teichpflanzen - igitt. Wenn sie zu groß werden, muss man sie teilen und sie dafür aus dem Wasser nehmen. Der Modder, der da dran hängt, müffelt entsetzlich. Fast wie tote Katze! Ich verzieh mich immer ins Haus, wenn Frauchen das macht. Gestern hat das aber nix gebracht - die Stubentiger hatten gerade das Katzenklo benutzt und drinnen auch die Luft verpestet.
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1.10.2010 von Lumpazi.
Moosi ist voll im Stress. Gerade hatte sie sich ein bisschen erholt, ist schon wieder Urlaubsvertretung angesagt. Und natürlich gibt es auch schon wieder jemanden, der krank ist. Deshalb macht Moosi viele Überstunden und hat nicht mehr so viel Zeit für sich. Jetzt ist sie immer sehr ungeduldig mit mir, wenn ich mich zu Hause ausruhen möchte.
Kaum habe ich mich auf das Sofa gelegt, werde ich aufgescheucht, weil Moosi Staub saugen will. Oder putzen oder fegen oder sonst irgendwas. Zum Dösen ist überhaupt keine Zeit mehr. Ständig schaut Moosi auf die Uhr. Das ist der Nachteil, wenn der Halbtagsjob nachmittags gemacht wird. Man muss sich fürchterlich sputen, sonst kommt man zu spät zur Arbeit.
Nach dem Urlaub hatte sich eine Menge Schmutzwäsche angesammelt, die Fenster waren nicht mehr sauber, und auch die drei Fellnasen hatten eine Menge Dreck gemacht. Überall sind Katzenhaare. Wie schaffen die Viecher das bloß, in einer einzigen Woche so viel dreckig zu machen?
Moosi ist aber nicht traurig über die viele Hausarbeit. Sie sagt, das verbrennt massenweise Kalorien. Ich bekam zuerst Panik, dass ich nun wieder ganz klapperdürr werde, aber ich hätte mich gar nicht zu sorgen brauchen.
Wenn Moosi Streß hat, isst sie fast immer Schokolade. Und sie hat wegen der Überstunden auch nicht sehr viel Zeit für Sport. Jetzt muss ich bloß die drei Muskeltiere in Schach halten. Wenn sie nicht so viel Dreck machen, braucht Moosi auch nicht so viel zu putzen und ich habe wieder Zeit zum Dösen.
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12.9.2010 von Lumpazi.
Heute ging es, dieses Mal ohne Zwischenstopp in Nürnberg, wieder zurück. Ich war traurig, weil es nun vorbei ist mit dem leckeren Essen. Aber auch heute gab es noch eine kleine Freude:
Moosis Paps hatte Geburtstag und auf dem Weg nach Hause haben wir dort Halt gemacht, um zu feiern. Es gab Kaffee und Bergische Waffeln, leckeren Kuchen und abends noch ein gutes Abendessen. Mehr kann man doch selbst als Schweinehund nicht verlangen!
Wieder zu Hause zu sein, hat natürlich auch etwas Gutes: Ich kann nun endlich, endlich wieder meine Pfoten schonen und auf meinem Sofa kuscheln. Und über mein Problem nachdenken.
Ich grübele nämlich schon seit Tagen über eine Sache nach: Warum fahren wir nach Bayern und verausgaben uns da, bis uns die Zunge aus dem Hals hängt? Die Bayern selbst machen das doch auch nicht. Sie haben sogar ein Sprichwort für uns arme Geistesgestörte: “Ohne Fleiß kein Preiß”.
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11.9.2010 von Lumpazi.
An unserem letzten Tag hatten wir richtig heißes Wetter. Moosi und Herrchen beschlossen, eine kleine Wanderung zur Hofer-Alm zu machen, um noch mal einen schönen Rundblick über die Gegend zu haben. Bei dem Wort “Alm” klingelten gleich meine Alarmglocken. So heißen doch die Kuh-Erholungsgebiete oben auf den Bergen, bei denen der Anmarsch so anstrengend und unbeqem ist! Kleine Wanderung. Von wegen!
Weil alle meine Träume von einem faulen Tag auf dem Balkon geplatzt waren, beschloss ich, Moosi und Herrchen mal so richtig zu quälen. Ich sträubte mich wie ein Maultier und ließ mich bis oben zur Alm nur gewaltsam fortzerren. Ich hab mich an der Leine so schwer gemacht, als ob ich mindestens eine Dänische Dogge wäre. Mann, haben die beiden gekeucht! Oben machten wir deshalb eine seeehr lange Pause. Moosi sagte, es sei wegen der schönen Aussicht, aber ich weiß es besser.
Zurück ging es aber nur noch bergab, und deshalb war ich auch wieder brav. Dann gab es endlich was zu essen. Nach einer viiiel zu kurzen Ruhepause auf dem Balkon wollten meine beiden Zweibeiner noch ein wenig am Jenbach entlang spazieren gehen. Ich hätte mir ja denken können, wie dieses “ein wenig” wieder endete: Wir landeten in Au, einem Ortsteil, der beinahe schon zu Bad Aibling gehört.
Moosi hatte Glück. Wenn wir nicht vor dem Rückmarsch in den Biergarten vom Gasthof Andrelang gegangen wären, hätte ich sie gekillt. Apropos gekillt…. gegenüber von unserem Biergarten lag die Metzgerei “Killer”. Wie der wohl schlachtet? Vielleicht mit einer Pumpgun mit Zielfernrohr? Wenn aus der Metzgerei irgendwann einmal ein Fleischgroßhandel werden sollte, nennt sie sich wahrscheinlich Fleischhandlung “Profikiller”.
Heute Abend haben wir noch lange Zeit im Garten vom Restaurant Bärenstubn gesessen und herrlich geschlemmt. Schade, dass der Urlaub so anstrengend war, aber durch das gute Essen bin sogar ich armer Schweinehund auf meine Kosten gekommen. Schade nur, dass Moosi überhaupt nicht zugenommen hat.
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8.9.2010 von Lumpazi.
Nach einer unruhigen Nacht, in der ich vor lauter Muskelkater und Eulengeschrei kaum ein Auge zugetan habe, dämmerte ein nebliger Morgen. Puh, gräßlich ungemütlich! Moosi und Herrchen wollten eigentlich eine Wanderung auf die umliegenden Hänge machen, aber glücklicherweise war dicker Nebel. Nix mit Aussicht!
Ich atmete auf, als sie beschlossen, eine Wanderung ins Moos zu machen. Genauer: zum Naturlehrpfad Sterntaler Filzen. Moos klingt gut. Und Filz noch besser. Das ist alles weich und bequem und kuschelig und Schweinehunde können darauf ein schönes Mittagsschläfchen machen.
Wir packten die Rucksäcke und zogen los. Das Wetter war aber nicht besonders toll, es war immer noch sehr neblig und zwischendurch fing es zweimal an zu nieseln. Wir wanderten über flache Wege durch kleine Ortschaften und an Feldern und Wiesen entlang. Überall standen Obstbäume. Die Gegend hier ist berühmt für ihr leckeres Obst, und im Herbst gibt es den bekannten Bad Feilnbacher Apfelmarkt. Langsam lichtete sich der Nebel und hier und da war sogar mal die Sonne zu sehen. Ein Waldrand kam in Sicht.
Nach ungefähr zwei Stunden schaute Moosi auf ihre Karte und meinte, wir müssten nun gleich im Moos angelangt sein. Wir gingen einen Weg zwischen vielen Birken entlang und es wurde immer sumpfiger. Überall schwirrten blutrünstige Mücken und Bremsen herum. Hilfe, Tierquälerei!
Moosi schaute zwischendurch nach Markierungen aus und wir folgten ihnen dann. Der Weg war ganz voll Modder und überall waren große, tiefe Pfützen und Gräben mit ganz braunem Wasser. Ausser Birken, Weiden und Kiefern gab es hier nur Sumpfgras und Heidekraut. Und eine Menge Schlamm. Von Moos weit und breit keine Spur.
Meine Pfoten versanken unterwegs immer wieder tief im Sumpf, und ich hatte Angst, ich würde drin stecken bleiben. Wo war denn nun endlich dieses blöde Moos? Ich wollte mich ausruhen!
Als wir endlich eine Pause machten, schielte ich heimlich auf die Wegbeschreibung von Moosis Wanderkarte, und was sah ich da? Eine ausgiebige Abhandlung über unseren Weg und eine Erklärung, was die Sterntaler Filze sind: ein ehemaliges Abbaugebiet von Torfmoor, denn Filze heißen die Torfmoore in der Umgebung von Rosenheim. Moos ist dort ebenfalls ein Ausdruck für Moor.
Die spinnen, die Oberbayern! So verlockende Bezeichnungen für so eine olle braune Matsche! Ich fühlte mich ganz schön verschaukelt. Statt einen gemütlichen Mittagsschlaf auf weichem Grünzeug und einer kuscheligen Filzdecke zu machen, durfte ich durch tiefen Schlamm und Modder stapfen. Ich bin doch nicht bei der Bundeswehr!
Mann, war ich froh, als wir nach einer dreiviertel Stunde wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Endlich ging es zurück zu unserem Bauernhof. Ganz schlammig kamen wir zu Hause an und mussten uns erst mal richtig säubern.Auf dem Weg zum Hauseingang kamen wir am Schweinestall vorbei. Die Schweine schauten uns ganz vorwurfsvoll an. Die haben sich sicher gewundert, wie schmutzig wir waren. Was die wohl für ein Schimpfwort benutzen, wenn jemand so dreckig ist?
Weil für den Abend Starkregen angesagt war, fuhren wir mit dem Auto zu einem gemütlichen Landgasthaus, dem Aumanwirt. Wir saßen draußen auf einer Bank vor dem Eingang und plötzlich fing es an zu gießen. Es schüttete wie aus Eimern, aber wir hatten es schön trocken unter der breiten Dachkante und konnten uns über ein wunderbares Essen und ein schönes Stück Altbayerische Torte hermachen. Diese Torte ist eine besondere Spezialität. Ich wünschte, Moosi würde das Rezept kennen und mir mal so eine Torte backen.
Mit kugelrundem Bäuchlein bin ich nach Hause gekommen und werde mich gleich auf dem Sofa zusammenrollen. Hoffentlich werde ich morgen nicht wieder so veräppelt.
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7.9.2010 von Lumpazi.
Ich hatte Glück. Der Morgen begann sehr trübe und nass, deshalb beschlossen meine Dosenöffner, mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren. Das kenne ich! Dienstags liege ich nämlich immer auf dem Sofa und gucke “Rosenheim-Cops”. Da gibt es das Gasthaus Rosenbräu, und in dem gibt es immer ganz leckeres Essen.
Voll freudiger Erwartung hüpfte ich ins Auto. Aber - wie immer, wenn ich mich auf was freue - gab es eins auf den Deckel. Die Rosenheim-Cops gibt es gar nicht wirklich, und das Rosenbräu leider auch nicht. Das ist alles gar nicht echt, sondern nur fürs Fernsehen so gemacht!
Mit dem Auto nach Rosenheim zu fahren, bedeutet leider auch nicht automatisch, dass Schweinehunde sich ausruhen dürfen. Im Gegenteil - ich wurde von Straße zu Straße gezerrt und musste mir endlose Reihen von Häusern ansehen, unzählige Geschäfte und auch einige Parks. Plötzlich tauchte das Polizeirevier von den Rosenheim-Cops auf, aber auch das ist nicht echt. Das Gebäude ist schon echt, aber in Wirklichkeit ist es das Rathaus und keine Polizeistation. Alles nur Schein!
Wir gingen und gingen und gingen. Ich wurde müder und müder. Zwischendurch machten wir nur zwei Mal Pause. Einmal gab es eine Weisswurst an einer Würstlbude, und einmal aßen wir in einem Straßencafé am Mittertor ein Stück Zwetschgendatschi mit Sahne. Aber es gab kein leckeres Essen in einem schönen Gasthof, auf das ich mich doch so gefreut hatte. Ich war sooo enttäuscht!
Dann aber kam das schrecklichste: In Rosenheim fand auch noch die Landesgartenschau 2010 statt, und die musste ich auch noch über mich ergehen lassen. Stunde um Stunde verging. Ohne Gnade wurde ich durch die Ausstellung gezogen. Jedes Pflänzchen wurde einzeln begutachtet. Jeder Knochen tat mir weh, nicht nur die Pfoten, und unerbittlich wurde ich hinter Herrchen und Frauchen hergezerrt. Ich glaube, Moosi hat eine ganz schlimme Krankheit: Hortomanie!
Wenn ihr jetzt glaubt, dass ich danach endlich Ruhe hatte, habt ihr euch getäuscht. Als wir zurück waren und Moosi uns ein leckeres Abendessen gemacht hatte, mussten die beiden Zweibeiner mit mir unbedingt noch einen kleinen Abendspaziergang machen. Die sind echt krank im Kopf. Wisst ihr, warum sie den machen wollten? Ihr glaubt es nicht - um sich von dem Stadtbummel in Rosenheim zu erholen!!
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6.9.2010 von Lumpazi.
Am Morgen schien die Sonne und es gab ein wundervolles Frühstück mit Eiern, Milch, Käse, frischen Brötchen, Butter und Honig von unserem Bauernhof. Danach wurde ich aber recht unsanft aus meinem Schweinehunde-Paradies gerissen. Der erste Weg führte Moosi und Herrchen ins Fremdenverkehrsamt, um eine Wanderkarte zu kaufen.
Oh, no! Ich hatte mich schon so gefreut, dass Moosi gar keinen Reiseführer für dieses Gebiet bekommen hatte, und jetzt das! Wenigstens hat Mario Tranti über diese Gegend kein Buch geschrieben.
Moosi beschloss, mit Herrchen zuerst einmal eine Wanderung über den Malerwinkel in die nächsten Ortsteile zu machen. Na, das war angeblich eine leichte Wanderung von 1,5 Stunden, also gerade noch machbar für ein müdes und ruhebedürftiges Haustier wie mich. Wir stapften also den Berg hoch und genossen die schöne Aussicht auf den Ort.
Leider waren wir nach 1,5 Stunden auch nicht mal annähernd wieder zu Hause. Im Gegenteil - wir waren gerade erst in dem Ortsteil angekommen, der am weitesten von unserer Ferienwohnung weg war. Das bedeutete noch einen Rückweg von weiteren 1,5 Stunden. Heul!! So eine Gemeinheit! Wir hatten uns aber nicht verlaufen, sondern es war ein Druckfehler in der Zeitangabe. Heutzutage kann man wirklich niemandem mehr trauen. Nicht mal der Kurverwaltung von Bad Feilnbach.
Ich hinkte und humpelte, aber Moosi und Herrchen beachteten mich gar nicht. Sie entdeckten unterwegs verschiedene uralte Verkehrsschilder. Sie lachten darüber und suchten nach noch mehr Schildern. Deswegen achtete Herrchen nicht auf den Rucksack und ich habe schnell ein paar Madeleines daraus geklaut. Das kommt davon!
Nachmittags wollten die beiden schon wieder losziehen. Hilfe! Ich jaulte und jammerte, und sie bekamen Mitleid. Um die Gegend kennen zu lernen, wollten sie mit mir eine Fahrt zum Schliersee und zum Tegernsee machen. Gottseidank, sie wollten nicht wandern!
Das Wetter wurde noch sonniger als am Vormittag, und ich ließ mir die Strahlen schön auf den Pelz scheinen. Wir machten an jedem der beiden Seen ein Stündchen Pause. Es gab Apfelschorle und Weißbier, und meine Pfoten erholten sich endlich wieder. Oberbayern ist wirklich sehr schön, aber am Tegernsee geht es zu wie auf einem Kirmesplatz. Sooo viele Touristen. Schrecklich. Wenn es dort wenigstens das passende Essen gegeben hätte: Popcorn, gebrannte Mandeln, Fischbrötchen und Reibekuchen. Das wäre endlich mal was für mich gewesen!
Zum Abendbrot haben wir in im Gasthof Bärenstubn Rehfilet gegessen und leckere Nusstorte zum Nachtisch verspeist. Mann, war die gut! Weniger gut war allerdings der Wetterbericht für die nächsten Tage. Der klang sehr deprimierend. Viel Regen und ganz kaltes Wetter. Hoffentlich muss ich morgen nicht schon wieder wandern.
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5.9.2010 von Lumpazi.
Tatsächlich, man kann in Bayern auch Urlaub machen, ohne in den Bergen herumzukraxeln. Das hätte ich nicht gedacht. Moosi war zwar ein wenig enttäuscht, dass sie nicht fit genug für Urlaub im Oberallgäu ist, aber für Bad Feilnbach reicht ihre Kondition. Das ist ein Moorheilbad, und wo Moore sind, da gibt es viel Flachland. Da sind die Wege nicht so anstrengend. Leider gibt es auch einige Berge, aber die meisten sind nicht besonders hoch. Der Wendelstein ist zwar ein richtig hoher Berg, aber man kann mit der Seilbahn oder der Zahnradbahn hinauffahren. Genau das Richtige für Schweinehunde.
Bei der Ankunft war ich sehr angenehm überrascht. Eine herrlich bequeme Ferienwohnung mit großen Fenstersn und einem schönen Balkon auf der Sonnenseite mit Blick auf die Berge. Ein sehr kuscheliges Sofa, eine Empore mit gemütlichen Matratzen und sogar ein Himmelbett! Hach, wie schön. Berge angucken und dabei gemütlich sitzen. So lieb ich das. Das Wetter war auch wunderbar, allerdings war die Wettervorhersage für den Rest der Woche gar nicht so schön. Wie gut, dass wir ausreichend Rotwein zum Aufwärmen mit hatten.
Wir machten gleich einen Kennenlern-Spaziergang, denn es war gerade erst Mittag. Das war auch gar nicht anstrengend und führte uns einmal rund ums Dorf. Eigentlich ein bisschen weit für mich, die zweieinhalb Stunden Fußweg, aber seeehr sehr aufschlußreich.
Erfreut stellte ich fest, dass es in Bad Feilnbach jede Menge gemütlicher Gasthäuser gibt. Was da alles auf der Speisekarte stand - Waaaahnsinn! So leckere Sachen wie Schweinsbraten mit Knödeln, Haxe, Hirschgulasch u.s.w. Sabber! Und alles gar nicht teuer. Also, wenn das kein Paradies für Schweinehunde ist, heiße ich Oskar.
Abends durfte ich auch gleich ein bisschen von diesem Paradies genießen: Wir haben nämlich in einem wunderschönen Biergarten einen Krustenbraten mit Knödeln gegessen und einen guten Wein getrunken. Das war im Gasthof Pfeifenthaler. Ich habe mich dort sauwohl gefühlt. Allerdings haben die dort eine dreiste weiße Katze, und das fand ich weniger gut. Ich hasse diese Fellnasen!
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4.9.2010 von Lumpazi.
Jetzt ist es endlich so weit - wir sind auf der Reise nach Bad Feilnbach. Weil Nürnberg an unserem Weg liegt und hier eine sehr liebe Gartenfreundin von Moosi wohnt, haben wir in dieser Stadt heute einen Zwischenstopp gemacht und diese Freundin und ihren Mann besucht.
Was haben die für einen wunderschönen Garten. Moosi war ganz entzückt davon. Sie hat auch ein sehr schönes Rosen-Hochstämmchen mitgebracht - die Duftrose Comtessa - damit der Garten noch mehr hübsche Blumen hat. Aber er ist jetzt schon so schön , dass schon mehrere Male Bilder davon in einer bekannten Gartenzeitschrift abgebildet waren. Moosis Freundin nennt ihn ihren “kleinen Park”.
Was mich allerdings an diesem “kleinen Park” stört, ist die Tatsache, dass sich dort so viele Katzen herumtreiben. Warum sind überall diese Viecher? Davon haben wir zu Hause schon genug. Warum hält sich niemand ein paar hübsche, freundliche Schweinehunde?
Na, ja, egal. Jedenfalls haben Moosis Freundin und ihr Mann uns mit ganz viel köstlichem Kuchen und Tortenstücken bewirtet und uns spater noch ein ganz ganz leckeres Abendessen gekocht. Wir haben lange zusammen gesessen und gemütlich geklönt. Und eine Menge Rotwein getrunken. Jetzt bin ich richtig satt, glücklich und müde. Morgen früh gibt es ein leckeres Frühstücksbuffet im Hotel, und dann geht es weiter nach Bad Feilnbach.
Euer Daumendrücken für Moosi hat wunderbar geholfen, wie ihr seht. Sie ist auf dem besten Weg, wieder gesund und wohlgeformt zu werden. Danke, Ihr Lieben!
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21.8.2010 von Lumpazi.
Am Mittwoch haben Moosi und ich nun unseren fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Als Geburtstagsgeschenk hat sie eine Woche Urlaub mit Herrchen in Bayern bekommen, an einem Ort ihrer Wahl. Und ich darf mit.
Als Urlaubsort hat sie Bad Feilnbach in Oberbayern ausgesucht. Das gehört zum Kreis Rosenheim und liegt im Wendelsteingebiet. Ich habe herausbekommen, dass es ein Moorheilbad ist, und deshalb freue ich mich auf den Urlaub. Wo Moor ist, gibt es keine Berge, auf die man steigen muss. Jippieh! Bayern ohne Berge ist bestimmt toll, und das Essen ist in Bayern immer großartig. Also habe ich auch ein Geburtstagsgeschenk.
Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass Moosi da wieder wandern will. Das ist nicht gerade nach meinem Geschmack. Ich strenge mich nun mal nicht gerne an und sitze lieber in der Sonne und spüre die Wärme auf meinem gut gefüllten Bäuchlein. Aaaahh - so etwas ist einfach herrlich. Glücklicherweise ist Moosi zur Zeit überhaupt nicht fit, so dass ich mir wohl nicht allzu große Sorgen machen muss. Sie hat wirklich Mühe beim Gehen und schnauft wie eine Lokomotive.
Leider geht Moosi schon seit Tagen wieder zu Fuß zur Arbeit. Sie will wieder in Übung kommen, damit sie nicht bei der ersten Wanderung schon das Handtuch werfen muss. Ich habe ihr aber ständig ins Ohr geflüstert, dass sie sich dringend stärken muss. Sonst kann sie ja die anstrengenden Wanderungen nicht durchhalten. Deshalb plant sie für morgen zur Geburtstagsnachfeier ein leckeres Essen mit Grillfleisch, Salaten, Nachtisch und leckerem Rotwein. Hmmm - ich kann Euch gar nicht sagen, wie ich mich darauf freue.
Auch an unserem Geburtstag habe ich sie ermutigt, sich etwas Gutes zu gönnen. Sie war mit Herrchen im “Bergischen Löwen” in Wermelskirchen, und wir haben uns dort einige Tapas als Vorspeise, eine leckere Kartoffelcremesuppe, ein Steak mit frischen Gemüsen und Country-Potatoes sowie ein unglaublich köstliches Orangen-Lavendel-Parfait mit frischen Früchten zu Gemüte geführt. Dazu noch etliche Gläschen Rotwein. Man wird schließlich nicht alle Tage fünfzig.
Moosi traut sich nun gar nicht mehr auf die Waage und ist an allen anderen Tagen total streng mit der Essenszuteilung. Dabei würde ich so gerne sehen, dass der Zeiger wieder hinter der achtzig ausschlägt, oder wenigstens hinter der siebzig. Ich freu mich schon, wenn Moosi da endlich wieder draufsteigt. Was mich allerdings sehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass sie sich für den Urlaub immer noch keine neuen, weiteren Sachen gekauft hat. Das ist ein ganz, ganz schlechtes Zeichen.
Na ja, im Urlaub wird sich Moosi dann ja bestimmt ausruhen und sich zum Essen immer etwas Gutes gönnen, damit sie nicht mehr so schlapp und müde ist. Ich rede ihr schon die ganze Zeit gut zu, damit sie bald wieder stark und kräftig ist. Ich bin nämlich ein sehr pflichtbewußter Schweinehund.
Ich freue mich besonders, dass wir den Urlaub in einer Ferienwohnung auf einem Bio-Bauernhof verbringen werden. Hmmm - ich freu mich schon auf ganz frische Frühstückseier, Butter, Milch und frischen Honig vom Bauernlädchen. Ein paar Flaschen Rotwein habe ich vorsichtshalber schon hier besorgt, damit es abends etwas leckeres gibt. Drückt mir bitte feste die Daumen, dass Moosi bald wieder schön rund und wohlgeformt ist. Neue Kleider kann sie ja schließlich auch in Rosenheim kaufen.
Auf dem Bauernh,of gibt es gan ganz viele Tiere. Katzen, Schafe, Ziegen, Hühner, Puten, Kühe, Pferde, Schweine und auch Hunde. Aber von Schweinehunden steht leider nichts im Prospekt. Dabei hätte ich so gerne ein bisschen Verstärkung.
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7.8.2010 von Lumpazi.
Man glaubt es ja kaum, wenn man mich sieht, aber demnächst werde ich fünfzig Jahre alt. Das muß man sich mal vorstellen. Fünfzig Jahre! Dabei sehe ich immer noch aus wie ein ganz junges Schweinehündchen. Mann, habe ich mich gut gehalten.
Was Lebensjahre anbetrifft, haben wir Schweinehunde unseren Vettern, den ganz stinknormalen Hunden, nämlich einiges voraus. Wir werden viel, viel älter. Wohl, weil wir immer gezwungen sind, uns gegen unsere Herrchen und Frauchen durchzusetzen. Das Besondere an unserem Alter ist die Tatsache, dass wir immer genau so alt sind wie unsere Besitzer. Ist das nicht eigenartig?
Tja, daher wird Moosi also auch fünfzig Jahre alt. Nur, dass sie lange nicht so gut aussieht wie meinereiner. Moosi sieht eben so alt aus wie sie ist, und nicht wie ein junges Mädchen. Das macht aber nichts. Wer morgens zerknittert aufwacht, hat den ganzen Tag lang eine Menge Entfaltungsmöglichkeiten. Darüber kann Moosi doch froh sein.
Am 18. August ist es also so weit. Der große Tag ist da. Da habe ich zumindest mit einem großen Festgelage mit allen erdenklichen Genüssen gerechnet. Und was ist? Nix ist. Moosi will nämlich keine große Feier. Sie will nur mit Herrchen einen gemütlichen Abend verbringen und am Wochenende dann ein gemeinsames Essen mit Spielenachmittag mit der Familie machen. Und was ist mit mir? Habe ich da gar kein Mitspracherecht?
Ich habe gehofft, dass sie sich wenigstens ein paar Schachteln Pralinen zum Geburtstag gewünscht hat, die isst sie doch so gerne. Aber selbst das hat sie nicht getan. Sie hat sich eine Woche Urlaub in Bayern gewünscht. Oh Gott - bloß das nicht schon wieder! Ich hasse die Berge!
Aber ich habe ja auch einen Wunsch frei. Ich wünsche mir, dass alle geplanten Aktivitäten jeweils mit einem leckeren Essen verbunden sind. Schließlich wird man ja nur einmal fünfzig. Und so alt werde ich, auch wenn Herrchen immer sagt: “So alt wird doch kein Schwein!”
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24.7.2010 von Lumpazi.
Es gibt Zeiten, da wäre ich gerne etwas anderes geworden als ein Schweinehund. Eine Katze z.B. Ich brauche mir nur anzusehen, was für ein gemütliches Leben unsere drei Muskeltiere haben. Ach, haben die es gut. Ich dagegen bin immer im Dienst und muss mich so sehr anstrengen. Moosi macht nämlich immer ganz andere Sachen, als ich gerne gehabt hätte.
Im Moment bin ich ihr deswegen nicht wirklich böse, denn es geht ihr leider seit einiger Zeit nicht sehr gut. Aber ich finde es sehr schwierig, Moosi davon zu überzeugen, dass sie sich mal was Gutes gönnen soll, damit es ihr bald wieder besser geht. Sie will einfach nicht auf mich hören, dieses sture Maultier.
Seit einigen Wochen hat Moosi Herzprobleme und es ist ihr oft schwindlig. Dazu hat sie auch Sehstörungen. Das bedeutet, sie kann zu Hause nicht Fernsehen, Lesen oder am PC sitzen, damit sie ihre Augen nicht überanstrengt. So schont sie ihre Augen für den Arbeitsplatz.
Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wie dieser Text wohl in Moosis PC reingekommen ist. Das war ganz einfach. Der Text wurde zuerst auf einem Blatt Papier notiert, und Herrchen hat ihn dann abgetippt. So habe ich doch weiter Tagebuch schreiben können, und Moosi auch, und ihr könnt nun alle lesen, warum ich mich über den ausgefallenen Sport in der letzten Zeit überhaupt nicht freuen kann.
Daß ich nicht am PC tippen darf, ist nämlich nicht das Einzige, was mich frustriert. Moosi hat ausserdem auch Probleme, mit mir Gassi zu gehen. Beim kleinsten bisschen Steigung schnappt sie nach Luft, und alle zwanzig Meter muss sie stehen bleiben. Daher macht sie nur ganz kurze Spaziergänge mit mir. Nach einem Viertelstündchen Fußweg geradeaus ist sie so fertig, dass sie sich aufs Sofa werfen möchte. Dabei ist das doch eigentlich meine Sache!
Meistens habe ich es ja ganz gerne, ein paar Tage faul herumsumpfen zu können, aber zwischendurch wünsche ich mir doch ein bisschen frische Luft. Und natürlich fehlen mir auch ein paar schöne Bäume, an denen ich mein Beinchen heben kann.
Ich habe im Moment wirkich nichts zu lachen zu Hause. Weil Moosi Angst hat, nun wieder so dick wie früher zu werden, ist sie sehr sehr streng mit Leckereien. Sie kümmert sich überhaupt nicht darum, was mir schmeckt und ich muss mir lauter so ekelige Dinge wie Sauerkraut, Bohnensalat, Obst, Gemüse und Pellkartoffeln mit Quark reinwürgen. Wo bleibt da die artgerechte Haltung?
Ich gebe aber trotz des schlechten Futters mein Bestes, mich um mein Frauchen zu kümmern. Schließlich bin ich ein braver und pflichtbewußter Schweinehund. So habe ich es tatsächlich geschafft, dass Moosi wieder 68 Kilo wiegt. Dafür habe ich doch wirklich eine Belohnung verdient, findet Ihr nicht? Und was bekomme ich? Genau. Nichts!
Nun ja, es gibt auch etwas positives zu vermelden: Das Buch von Mario Tranti bleibt jetzt endlich mal im Regal!
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10.7.2010 von Lumpazi.
Ich möchte mal wissen, wer Moosi diese Vorliebe für alles, was mit Garten zu tun hat, vererbt hat. Von ihrer Mutter hat sie es nicht. Die weiß nicht mal, dass beim Pflanzen das Grüne nach oben muss. Und auch nicht von ihrem Vater. Der kann nämlich Möhren und Unkraut nicht unterscheiden. Aber wer es auch war - er hätte einen schlimmen Tod verdient!
Immer, wenn sie irgendwo in Urlaub ist, muss Moosi unbedingt auf eine Gartenschau oder in einen Botanischen Garten gehen. Das ist dann immer eine richtige Tortur für meine Füße. Ich habe wirklich aufgeatmet, dass es im Allgäu keine Gartenschau gab und ich mal einen Urlaub ohne Gartenbesichtigung hatte.
Lange hatte ich allerdings keine Freude, denn es gibt ja leider auch noch die Wochenenden, an denen Moosi ihrer Hortomanie frönen kann. Zwar gibt es zur Zeit keine Gartenschau in unmittelbarer Nähe, aber das macht ja nichts. Denn wir haben ja noch den Westfalenpark in Dortmund. Hurra! In den dürfen nicht nur Westfalen rein, sondern auch Rheinländer, so wie Moosi. In diesem Park gibt es nicht nur kilometerweite Wege und eine Menge Rasen, Stauden und Teiche, sondern auch tausende von Rosen, weil dort das Deutsche Rosarium mit ca. 2.600 Rosensorten ist. Ihr ahnt es schon - diese Rosen wollte Moosi sich alle ansehen.
Wir machten uns also Samstags in aller Herrgottsfrühe auf den Weg, um pünktlich zur Öffnung des Parks da zu sein. Blöderweise hatte der Wettergott mal wieder gar kein Mitleid mit einem armen Schweinehund, sondern ließ die Sonne so richtig mit Schmackes herunterknallen. 36 Grad im Schatten, wirklich eine tolle Temperatur, um herumzulaufen.
Für Nachmittags waren Gewitter angesagt, aber Moosi ließ sich Zeit. Den gesamten Rosenweg sind wir Station für Station abgegangen. Jede einzelne Rosensorte wurde begutachtet, jedes Schild gelesen und mit Herrchen darüber gefachsimpelt, ob diese Sorte gut für dieses oder jenes Beet wäre. Dauernd steckte Moosi die Nase in eine der Rosenblüten und schnupperte daran. Wenn Ihr das gesehen hättet!
Als wir endlich eine Pause machten, konnte ich nur noch hechelnd unter einen schattigen Sonnenschirm wanken. Dann durfte ich endlich meinen Durst löschen. Ich glaube, Moosi hatte von der Hitze einen Sonnenstich, denn anschliessend wollte sie auch noch die Prachtstauden und Päonien besichtigen. Zum Schluss wollte sie dann noch den Florian besuchen, und ich fragte mich, wo der sein sollte. Ganz neugierig war ich auf den. Ich habe doch noch nie einen Heiligen gesehen.
Sankt Florian ist nämlich der Schutzheilige der Gärtner, und außerdem auch noch der der Feuerwehrleute. Da hat er bestimmt in diesem Park viel zu tun. So viel Gebüsch vor Feuer und so viele Pflanzen vor der Hitze zu schützen, ist bestimmt keine Kleinigkeit. Ich frage mich, ob er auch Schweinehunde vor Gärtnern schützt. Darüber kann ich beim googeln nichts finden.
Dann sah ich aber, dass der besagte Florian gar kein Heiliger ist, sondern ein Fernsehturm, der “Florian” genannt wird und mitten im Westfalenpark steht. Auf diesen Florian sind wir mit dem Aufzug raufgefahren und haben oben die schöne Aussicht genossen. Dann gab es noch einmal eine leckere Erfrischung, und danach sollte es endlich nach Hause gehen. Fünfeinhalb Stunden Qual endlich überstanden. Das war ein erhebender Augenblick.
Beinahe hätte Moosi alles verdorben, weil sie gerne die Treppe heruntergehen wollte, anstatt den Aufzug zu nehmen. Ich habe sie aber so flehend angesehen, dass sie Mitleid bekam, und so musste ich sie doch nicht ins Bein beissen. Da hat Moosi aber noch mal Glück gehabt!
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